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Genial daneben jetzt täglich, also fast

Das Erfolgsformat Sat. 1 „Genial daneben“ feiert seinen Einstieg in den Vorabend und das fast täglich. Acht Jahre lang war Genial daneben in der Versenkung verschwunden. Im März 2017 kehrte es dann endlich zurück. Hugo Egon Balder und Hella von Sinnen waren auch wieder an Bord. Nur Bernhard Hoëcker stand nicht mehr zur Verfügung. Er wurde durch Wigald Boning ersetzt. Die Neuauflage ist gelungen, weil sie kaum Änderungen mit sich brachte. Hier noch mal meine Kritik von damals.

Nun will Sat. 1 etwas anders machen und dachte sich, dass so ein erfolgreiches Format weitergedacht werden muss und die Probleme im Vorabend lösen können. Die anderen Sender zeigen schließlich auch Quizshows am Vorabend. Nun ist Genial daneben kein klassisches Quiz, sondern eher eine Ratesendung.

Die wochentägliche Sendung unterscheidet sich von der klassischen Sendung.

Diesmal sind die Fragensteller direkt im Studio. Es gibt drei Antwortmöglichkeiten und bei einer falschen Antwort qualifiziert sich der Kandidat für die Finalrunde, in der die Kandidaten selbst Fragen beantworten müssen und die Chance auf 5.000 Euro haben.

Das Rateteam druckst also genauso wie bei anderen Quizshows rum und wägt ab, welche Antwort die Richtige ist. Bei der klassischen Form mussten sie alles raten und erst mal das Themengebiet finden. Dennoch wird in die Antworten irgendwas hineininterpretiert, aber das Spannende fehlt.

Es ist nicht mehr Genial daneben. Es ist eine Quizshow mit den Protagonisten von Genial daneben. Die Kreativität, was das Format ausgemacht hat, fehlt. Eine Frage beantworten mit drei Antwortmöglichkeiten, ist nicht schwer, vor allem, weil das Rateteam kein Nachteil bekommt und dann eben nur falsch liegt und der Kandidat 500 Euro bekommt. Beim klassischen Genial daneben hatte das Rateteam noch Ehrgeiz. Jetzt herrscht nur Langeweile. Auch das Finale bringt keine Spannung. Das Rateteam stellt jetzt Behauptungen auf und die Finalisten müssen sich für eine der beiden Behauptungen entscheiden. Wer einen Fehler macht fliegt raus.

Ich liebe das klassische Format. Ich habe keine Folge verpasst und ständig bei Youtube nach neuen Folgen geguckt. Nun habe ich ein anderes Format, was ohne Kreativität und Humor auskommt. Hoffentlich schadet das Format nicht der klassischen Ausgabe, wenn die Quoten im Keller sind (also nach der ersten Woche).

Mord mit Ansage – Schillerstraße 2.0

Die Schillerstraße ist zurück. Sat. 1 nennt es Mord mit Ansage.

Nach Genial daneben, was mein Lieblingsformat ist, ist nun auch die Schillerstraße, mein zweites Lieblingsformat, zurück.

Naja, so richtig ist die Schillerstraße nicht zurück. Es gibt keine Cordula, keine feste Wohnung und nicht mal ein Bernhard, der nebenan eine Bar hat oder in der vollkommen neuen Besetzung mit Jürgen Vogel als Nachmieter von Cordula Stratmann.

Diesmal ist die Szenerie anders. In jeder Folge passiert ein Mord, der dann durch die Protagonisten aufgeklärt werden soll. Es gibt weiter Ansagen von einem Spielleiter, die der Angesprochene ausführen muss. Die Ansagen macht nach Maike Tatzig und Georg Uecker nun Bill Mockridge. Lindenstraße trifft also Schillerstraße.

Die Protagonisten wechseln von Folge zu Folge, wie es auch schon in der Schillerstraße war und was der Sendung eine gelungene Abwechslung gab, weil die Personen untereinander unterschiedlich spielen und selbst eine Geschichte aufgebaut haben, welche auch in späteren Folgen immer wieder aufgenommen wurde. Mal sehen, wie sich dabei „Mord mit Ansage“ entwickelt, da es hier eine abgeschlossene Handlung gibt.

Einige Personen von damals sind heute noch dabei. Martin Klempnow und Oliver Pocher, die beide in der Zeit von Jürgen Vogel einen festen Platz im Ensemble.

Das Setting wird von Anfang an schon sehr festgesteckt und die „Schauspieler“ spielen nicht sich selbst, sondern wirklich Rollen, die sie im Laufe der Sendung bekommen. Die Ansagen kommen sehr schnell hintereinander, sodass die Darsteller kaum improvisieren können neben den Ansagen. Zwischendurch erklärt mir Bill Mockridge auch noch die Handlung, die ich gerade gesehen habe. Dazu noch sechs Darsteller, die alle in einer Stunde untergebracht werden müssen und dann auch noch die eigentliche Handlung, dass ein Mord, der erst nach rund einer halben Stunde passiert, aufgeklärt werden muss. Alles ist sehr hektisch. Es gibt kaum Platz für die wirkliche Improvisation, die das Lustigste an der Schillerstraße damals war.

Martin Klempnow rettet die Sendung ein wenig, weil er sehr gut improvisieren kann, was er schon damals in der Ära von Jürgen Vogel zeigte.

Das ist im Übrigen nicht die erste Nachfolge der Schillerstraße. Auch RTL versuchte sich am Improvisationsgenre. „Hotel Zuhause: Bitte stören!“ lief für kurze Zeit im Jahre 2014. In diesem Format wurde ein gesamtes Haus bespielt, was zu langen Strecken während des Spiels führte.

Für eine Improvisationssendung ist wenig improvisiert. Alles wird durch Ansagen vorgegeben. Kaya Yanar muss zu dem auch noch alle seien früheren Rollen spielen, was man mittlerweile auch schon zum Hals raushängt.

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