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The masked Singer – Wer singt da?

Seit Wochen wirbt Pro Sieben mit The masked Singer. In sämtlichen Shows sitzen Menschen mit verspiegelter Maske und Hoodie mit der Aufschrift „Don’t talk to me“.

Endlich ist es soweit. Ich habe dieses Format vor ein paar Monaten entdeckt, als es in den USA lief und ich war begeistert und habe versucht mitzuraten. Es ging so weit, dass ich mir Interviews und Auftritte von dem vermuteten Sänger angeguckt habe, um herauszufinden, ob meine Vermutung stimmt. Dazu gab es auch noch zahlreiche Videos, die anhand von Indizien versuchten zu erklären, wer sich hinter der Maske befinden könnte. Bei der US-Version ist das natürlich schwierig für jemanden, der die Prominentenlandschaft der USA nicht kennt.

Ich freute mich, als die Meldung kam, dass The masked Singer jetzt auch nach Deutschland kommt. und es auch in naher Zukunft umgesetzt wird. Bedenken hatte ich auch, dass hier unter den Masken nur Z-Prominenz steckt, die ich nicht kenne, weil sie mal beim Bachelor oder Germanys Next Top Model unter den Top 50 waren.

Das Prinzip

Es treten immer zwei Sänger gegeneinander an. Die Zuschauer können dann anrufen und einen der beiden sicher ins Finale wählen. Unter den „Verlierern“ wird am Ende abgestimmt, wer seine Maske fallen lassen muss. Jede Woche fällt eine Maske.

Dabei sind die Prominenten nicht immer Sänger, sondern können auch Moderatoren, Schauspieler, Sportler oder andere Menschen sein. So ist es schwierig, weil man bei einem Sänger vielleicht die Singstimme erkennt, aber nicht weiß, wie ein Moderator sich anhört, wenn er singt. Dabei ist das Können Nebensache.

Im Vorfeld weiß niemand, wer unter der Maske steckt. Es gibt strenge Sicherheitsmaßnahmen, sodass selbst im Studio nur sehr wenige wissen, wer unter der Maske steckt. In den USA war es sogar, so, dass Jenny McCarty ihren eigenen Mann New Kids on the Block Sänger Donny Wahlberg unter der Maske des Hasens vermutete. Das zeigt, dass scheinbar nicht mal die eigene Familie Bescheid weiß.

Meine Angst im Vorhinein war es, dass man die Leute zu schnell erkennt, weil sie eine einzigartige Stimme haben. In Deutschland hat man nicht so die große Auswahl an Prominente und dazu müssen die auch noch irgendwie erkennbar sein. Bei Z-Prominenten wird das schwierig.

In der ersten Show ist auch schon die erste Maske gefallen. Wenn man Twitter beobachtet hat, lagen viele richtig mit der Vermutung.

Meine Kritik

Ich kann wenige Kritikpunkte an der Show nennen. Mir gefällt das Studio. Mit Matthias Opdenhövel haben sie eine sehr gute Wahl bei der Moderation getroffen. Er moderiert das erste Mal wieder bei Pro Sieben, nachdem er zur ARD gewechselt ist. Sie hätten keinen besseren finden können, der sich mit Musik auskennt. Seine Viva Vergangenheit und Hast du Töne sind prädestiniert für das Format. Dazu noch seine lockere, lustige und spontane Art, macht wirklich Spaß.

Der Liveaspekt rundet die Show ab. In den USA und in Korea (Ursprung der Show) wurde die Sendung nicht live ausgestrahlt. Das hat natürlich den Nachteil, dass die Gefahr eines Leak sehr hoch ist. Ich bin aber auch ein Fan von Liveshows, weil da immer mal wieder Fehler passieren können und die Shows nicht zerschnitten werden. Man hätte dann vielleicht rausgeschnitten, dass Matthias Opdenhövel wiederholt vom Herrn Grashüpfer ins Auge gestochen wurde.

Die Jury besteht aus den drei Stammmitgliedern Ruth Moschner, Collien Ulmen-Fernandes und Max Giesinger. Dazu kommt jede Woche ein Gastjuror. In dieser Woche war das Rea Garvey. Mit den wechselnden Jurymitgliedern können dann schon Teilnehmer ausgeschlossen werden.

Die Show ist genauso geworden, wie ich sie mir gewünscht habe. Die Stimmen sind nicht so leicht zu erkennen und die Hinweise bringen den Zuschauer auch noch nicht weiter. Auch die Jury rätselt und bei Twitter werden viele Namen in den Raum geworfen.

Einen Kritikpunkt habe ich aber doch. Es wird sehr viel geredet in der Show. Die Jury darf viel reden und auch zwischen den Auftritten wird geredet. Ich habe Angst, dass das mit der abnehmenden Zahl an Kandidaten zunehmen wird. Es könnte alles etwas kompakter sein, vor allem im Hinblick auf die sinkende Teilnehmerzahl. Allgemein könnte die Show auch nur bis um 22:15 Uhr gehen. Für eine Show mitten in der Woche sind drei Stunden zu lang, weil viele Menschen früher ins Bett gehen.

Ich freue mich auf die nächsten Wochen mit The masked Singer.

 

Meine Vermutungen, wer sich hinter den Masken verbirgt:

Engel: ???

Monster: Evelyn Burdecki oder Die kleine vom Schni schna Schnappi Krokodil

Herr Grashüpfer: Peter Fox

Kudu: Daniel Aminati

Eichhörnchen: Einer von Right Said Fred

Kakadu: Roberto Blanco, Axel Prahl

Panther: Senna oder Mandy von Monrose

Schmetterling: ???

Astronaut: Max Mutzke

 

Joko und Klaas gegen ProSieben

Ja, Joko und Klaas haben schon wieder eine neue Show. Ich weiß gar nicht, die Wievielte das ist. Doch diesmal ist alles anders, weil die beiden zusammenarbeiten müssen. Der Gegner? Kein kleiner, sondern eine große Sieben, die es zu bezwingen gilt.

Die Meldung über die neue Show erschien am 1. April. Die Beschreibung der Show las sich so, dass es durchaus ein Aprilscherz sein konnte. Das ProSieben Promipärchen Joko und Klaas soll gegen einen ganzen Sender antreten und sich so Sendeminuten erspielen, in denen sie machen können, was sie wollen?

Beim zweiten Mal lesen, klingt das wie ein gutes Format und nicht wie ein Aprilscherz. Der Scherz in meinen Augen war eher der, dass die Show nicht an einem Samstag stattfindet, sondern an einem Dienstag, aber dazu später mehr.

Wie läuft das nun ab?

Joko und Klaas sind ein Team, das gegen ProSieben antreten muss. Dabei sind es nicht immer Gegner, gegen die die beiden antreten müssen. Es sind auch einfach nur Spiele, bei denen sie eine Aufgabe erledigen müssen. Pro Sieben wird durch Prominente aus dem erweiterten ProSieben-Universum vertreten, also Moderatoren, Musiker, Sportler und wer sonst noch so schon mal bei Shows aufgetreten ist, aber auch Normalos, die etwas gut können.

Ziel für Joko und Klaas ist es gegen ProSieben zu gewinnen und somit 15 Sendeminuten auf dem Sender zu bekommen, in denen sie machen können, was sie wollen. Gewinnt ProSieben müssen die beiden dem Sender zur Verfügung stehen.

Für die 15 Minuten wird der Sendeplatz am folgenden Mittwoch um 20:15 Uhr bereitgestellt.

Die Spiele sind eine bunte Mischung aus körperlicher Betätigung, Ratespielen und aufgezeichneten Einspielern. Ja, die Sendung ist sowieso aufgezeichnet und nicht live, aber es gibt Einspieler, denen man ansieht, dass sie nicht unmittelbar an dem Tag und Ort gedreht wurden. Am Ende sind diese Spiele nur dazu da, um sich Vorteile für das Finale zu erspielen. In der ersten Sendung bedeutet das, dass sie nur fünfmal einen Faden ins Nadelöhr fädeln müssen.

Für die Moderation wurde Steven Gätjen geholt, der mit solchen Show bei ProSieben schon seine Erfahrung hat und auch in der Show souverän und mit Witz moderiert. Es ist schön mal nicht Jeannine Michaelsen in einer Joko und Klaas Show zu sehen.

Irgendwie sinnlos sind die kurzen Ankündigungsfilmchen mit Prominenten, die ein Spiel nur erahnen lassen, aber die Regeln müssen dann sowieso noch erklärt werden.

So wirklich spektakulär sind die Spiele nicht. Bei Schlag den irgendwas haben sich langweilige Spiele und spannende Spiele abgewechselt, aber hier ist alles nicht wirklich spektakulär, wenn man Schlag den Raab Spiele gewohnt ist. Auch fehlt der Bezug zu ProSieben über den Abend. Ich hätte mir mehr Spiele aus dem ProSieben Kosmos gewünscht. In der ersten Ausgabe war es lediglich das Germanys next Topmodel Quiz, was einen Bezug hatte. Das Kranspiel erinnerte schon fast an Wetten dass.

Beeindruckend ist der große LED Boden im Studio. Da kann der Shiny-Floor von Jan Böhmermann einpacken.

So richtig Spannung kommt allerdings nicht auf. Dafür, dass für die Sendung so stark Werbung gemacht wurde, ist es eine seichte Abendunterhaltung, aber man kann auch gut dabei einschlafen. Es fehlt das Schneller, höher, weiter. Hoffentlich werden die 15 Minuten Sendezeit unterhaltsamer. Mit den beiden ist aber 15 Minuten nichts Tun unterhaltsamer.

Warum am Dienstag und nicht am Samstag?

In letzter Zeit kommen viele Showformate am Dienstag oder auch am Donnerstag (The Voice, Das Ding des Jahres). Auch das nächste neue Format The Masket Singer wird an einem Dienstag laufen. Ist der große Samstagabendsendplatz verbrannt? Will man nicht mehr das Risiko eingehen, gegen die Dieter Bohlen Show bei RTL anzutreten?

Ich finde Shows unter der Woche schwierig. Man ist mehr von der Zeit reglementiert, weil man eine Show nicht soweit ausdehnen kann, wie es vielleicht an einem Samstag geht. Unter der Woche gehen die Menschen früher ins Bett, weil sie am nächsten Tag zur Arbeit, Schule, Uni oder wo auch immer hingehen müssen.

Late Night Berlin aus Berlin mit Klaas Heufer-Umlauf

Ist es schon wieder Zeit für eine neue Late Night Show? Klaas Heufer-Umlauf versucht es mit Late Night Berlin. Deutschland ist kein Late Night Land, dennoch gab es immer wieder versuche. Der Großvater der Late Night in Deutschland ist Harald Schmidt. 1995 kopierte er von David Lettermann und der Tonight Show einzelne Elemente. Nach und nach entwickelte er eigene Elemente und war jahrelang das Nonplusultra der Late Night Show, obwohl Stefan Raab mit TV-Total die besseren Quoten einfuhr. Über Jahre waren dies die beiden einzigen Late Night Formate im deutschen Fernsehen, die den amerikanischen Late Nights ähnelten (bei Schmidt mehr, als bei Raab).

Ich habe wieder die Pierre M. Krause Show vergessen. Die gibt es auch noch und sendet seit gefühlt Jahrzehnten in der Sparte im Nachtprogramm. Jan Böhmermann mit seinem Neo Magazin Royale bestimmte die letzten Jahre das Genre, aber nun gibt es eine neue Show mit einem alten Hasen.

Klaas Heufer-Umlauf hat endlich seine eigene Show und diesmal sogar ohne Joko. Bei Circus Halli Galli hatte sich dieser Wunsch immer schon angedeutet. Klaas machte ein kleines Stand-up an seinem Schreibtisch. Den Schreibtisch hat er nun wieder, aber kein Sofa, auf dem sein Lebensabschnittsgefährte Joko Winterscheidt sitzt. Diesmal ist es ein Sessel für die Gäste, die er sich Woche für Woche einlädt.

Jetzt zur Show. Das selbstkritische Stand-up dauert und dauert und dauert. Das Problem, was Stand-ups heute haben, ist das Internet, wo schon jeder dieser Gags über ein Thema gemacht wurde. Es gibt im Übrigen eine Band und einen Bandleader. Der Bandleader ist Redaktionsleiter Jakob Lund und übernimmt die Funktion des Sidekicks. Dazu hat er das rote Elton-Gedächtnis-Sakko an.

Das Stand-up läuft immer noch, auch wenn Klaas sich mittlerweile gesetzt hat. Das Hauptthema des Stand-up besteht aus Politik. An der Lautstärke, der Zuschauerlacher, kann man hören, dass es nicht unbedingt das Zielgruppenthema ist. Die Gags zu „Promi Undercoverboss“ kommen schon mehr beim Publikum an. Der erste Einspieler erinnert doch stark an „Halli Galli“ Einspieler, wo Betrunkene eine Szene nacherzählen. Der Anspruch bei Late Night Berlin hat sich aber erhöht, sodass keine Betrunkene erzählen und das Thema die Koalitionsverhandlungen sind. Nach der Werbung versucht man sich im Zusammenspiel zwischen Klaas und Sidekick, was noch nicht ganz so funktioniert, was aber der Aufregung und der neuen Situation geschuldet ist. Es muss sich alles einspielen.

Die erste Ausgabe war solide. Man muss der Show Zeit geben, damit sich alles einspielt und vielleicht noch an ein paar Schrauben gedreht werden.

Skaliert Das Ding des Jahres?

Ladies and gentlemen,
Please put your patschehands together,
For the sensationel, supersack of German television, STEFAN RAAHAB!
Oh mein Gott, es gibt ihn wirklich!
Er ging nach Amerika, und sagte: “Wenn ich es dort schaffe, komm’ ich nie mehr nach Deutschland zurück!”
Und heute Abend ist er wieder HIER, RAAHAB!”

Aber nur als Produzent. Hauptsache ein bisschen Raab. Hoffentlich gibt es keinen Duschkopf. Vielleicht sind wir doch von ein paar Löwen umgeben. Joko würde ich eher einer Giraffe zuordnen.

Zurück zum Thema.

Die Show ist anders als „Die Höhle der Löwen“. Das Konzept zu kopieren, wäre auch zu einfach gewesen. Was ist anders? Eine Menge. Es gibt sechs Shows. Fünf davon sind die Vorrunden- und die letzte dann die Finalshow. In jeder dieser Vorrundenshows treten jeweils acht Erfinder gegeneinander an. Die Jury testet die Ideen, der Erfinder. Nach zwei Erfindungen stimmt das erste Mal das Publikum ab und entscheidet, welcher der Kandidaten weiterkommt. Dabei kann es sein, dass nur eine von zwei guten Erfindungen weiterkommt und in der nächsten Runde eine Erfindung, die schlechter ist weiterkommt. Lieber dann eine Entscheidung am Ende der jeweiligen Show. In jeder Show wird dann ein „Gewinner“ vom Publikum im Studium gewählt, der dann ins Finale einzieht. Im Finale können dann auch die Zuschauer an den Bildschirmen per Telefonvoting abstimmen und „Das Ding des Jahres“ wählen.

Die Löwen oh Pardon die Jury besteht aus Joko „ich investiere in alles, was mir vor die Füße kommt“ Winterscheidt, Lena „irgendwann mal was mit Models und jetzt will sie nur ins Fernsehen“ Gercke und dem einzigen unbekannten Hans-Jürgen Moog, dem Chefeinkäufer von Rewe. Moderiert werden die Shows von Janin Ullmann und der Gewinner bekommt einen Webedeal im Wert von 2,5 Millionen Euro. Also muss hier nicht um die Gunst der Löwen und die Anteile an der eigenen Firma gefeilscht werden.

Die Einspielfilme sind etwas kürzer als in der Höhle der Löwen, aber trotzdem mit unwichtigen Details gefüllt, die es nicht braucht. Die Produktvorstellungen wirken genauso aufgesagt, wie bei der Höhle. Es handelt sich aber auch um Personen, die so was nicht alltäglich machen.

Die Präsentationen wirken auf der großen Bühne etwas verloren. Da hilft auch nicht die Häuserkulisse im Hintergrund. Selbst die Jurysessel wirken wie ein Fremdkörper, weil sie einfach so auf der Bühne stehen. Auch das Publikum braucht die Sendung nicht. Das Klatschen wird teilweise einfach reingeschnitten, da denkt man schnell an „Little Big Stars“ mit Thomas Gottschalk.

Das gesamte BWL-Gerede fehlt komplett. Ab und zu wird mal nach dem Verkaufspreis und Produktionskosten gefragt, aber einen Businessplan oder die Unternehmensbewertung sucht man vergeblich. Das macht die Show in meinen DHDL-verwöhnten Augen ein bisschen langweilig. Gerade das Businessgerede macht mir in der Höhle Spaß, wenn mal wieder ein paar Erfinder unrealistische Vorstellungen haben und man darüber bei Twitter lästern kann. Bei „Das Ding des Jahres“ sind es nur Produktvorstellungen und Jokos Lache, die man ständig hört. Die beiden anderen Jurymitglieder halten sich eher zurück. Dabei würde die Einschätzung der Verkaufsfähigkeit eines Produktes von Herrn Moog mich viel mehr interessieren.

Ein weiteres Manko ist die Länge der Show. Drei Stunden geht die Sendung. Durch die viele Werbung ist die Netto-Zeit sicherlich nur eine Stunde, aber nach einer Stunde schaltet man geistig einfach ab. Hinzu kommt, dass Pro Sieben die Show nicht nur am Freitag zeigt, sondern auch noch den morgigen Samstag reserviert hat.

Man merkt, dass es eine Raab TV produzierte Sendung ist. Kleine Details, wie das Glöckchen bei den Entscheidungen, kennt man aus „Schlag den Raab“ und auch bei der Machart, merkt man Raabs Hand.

Beginner gegen Gewinner gegen Langeweile

Beginner gegen Gewinner mit Joko ohne Klaas. Nicht noch ein Artikel, in dem es nur um die Trennung von Joko und Klaas geht. Okay, bleiben wir bei der Show.

Die Idee von „Beginner gegen Gewinner“ stammt aus „Die beste Show der Welt“. In der dritten Ausgabe der besten Show hieß die Urshow noch „Dabei sein ist teuer“. Damals (ey, dass war im Februar dieses Jahres) trat der Kandidat gegen einen Profi Schwimmer und Leichtathlet an. Er musste sich von seinem Budget von 5000 Euro ein Handicap für den Profi kaufen und dann gegen ihn antreten. Die Show hatte damals eine Quote von 79%.

Nun bekam die Show aus der Show einen Platz am Samstagabend. Das ist nach „My Idiot Friend“ die zweite Auskopplung aus der besten Show der Welt. Das Konzept ist gleich geblieben. Ein Hobbysportler tritt gegen einen Profi an. Normalerweise ist man chancenlos gegen einen Profisportler in seiner Disziplin, aber ist dieser gehandicapt, sieht das schon anders aus. Kann Tischtennisprofi Timo Boll auch mit einer Bratpfanne gewinnen? Oder die Leichtathletin Ruth Spelmeyer in einem Barockkleid rennen?

Joko hat für die Show eine Menge Profis organisiert. Mit dabei sind Ex-Formel-1-Fahrer Nico Hülkenberg, die Fußballer Arne Friedrich und Timo Hildebrand. Die Jury, die Geld auf die Kandidaten setzen, besteht aus Elyas M’Barek, Nico Rossberg und Matthias Opdenhövel.

Zu Beginn zieht sich die Show ein bisschen. Erst 20:43 Uhr geht es endlich los. Vorher werden erst die Kandidaten, die drei Weisen (Opdenhövel, M’Barek und Rosberg) und Kommentator Elmar Paulke vorgestellt. Dann noch ein typischer 8-Minuten-Werbeblock, der ungewöhnlich früh kam und dann erst das erste Duell.

Und schon ist das erste Spiel vorbei. Nach nur vier Minuten. Nach zehn Minuten dann schon wieder Werbung. Man merkt schnell, dass in der Show gerne geredet wird. Es entsteht viel Redezeit. Erst gibt es eine kleine Vorstellungs-MAZ, dann noch die Kontrahenten begrüßt, die drei Weisen tauschen sich auch noch aus und nicht vergessen sollte man die Anmoderationen der Werbung. Die ersten Duelle vielen sehr kurz aus und so waren die schon nach 4 bzw. 5 Minuten beendet. Erst beim Tischtennis kam ein bisschen Spannung auf, weil das Duell über drei Sätze ging.

Die einzelnen Duelle dauern ca. 20 Minuten, wenn man sie im Ganzen betrachtet, also von der Vorstellung der Kandidaten, Auswahl des Handicaps und dem eigentlichen Duell. Die meisten, der Duelle sind per se Sportarten, die nicht sehr lang dauern. Ein 400-Meter-Lauf dauert nur ca. eine Minute und dafür dann 20 Minuten einzuplanen, langweilt sehr schnell. Auch die drei Weisen sind irgendwie überflüssig. Bei jedem Duell wetten sie eine bestimmte Geldsumme auf den Kandidaten. Das Geld kommt bei einem Gewinn des Beginners in den Jackpot, der am Ende von einem Kandidaten gewonnen werden kann. Warum nicht eine feste Summe? Die Drei dienen der Zeitüberbrückung, weil man fast vier Stunden füllen muss.

Eine Kürzung der Show auf 90 Minuten würde ihr gut tun, aber das deutsche Fernsehen hat sich darauf eingespielt, dass eine Samstagabendshow vier Stunden lang dauert. In 90 Minuten müsste man auf das viele Gerede verzichten und es käme ein bisschen Spannung auf. Die Duelle wären dann immer noch zu kurz, aber es würde sich nicht so ziehen und man könnte alles schnell hintereinander schneiden. In der jetzigen Form merkt man, dass es eine Aufzeichnung ist und sehr viel geschnitten wurde, weil die Drehs länger dauerten. Bei einem Außendreh sieht man besonders schön, dass der Dreh sehr lang gedauert hat. Beim 400-Meter-Lauf ist es zu Beginn noch hell und im eigentlichen Lauf ist es bereits dunkel.

Bei den Außendrehs verstehe ich es, dass es Aufzeichnungen sind, weil die Infrastruktur einfach nicht gegeben ist und man lange Wege zurücklegen muss. Die Studioduelle könnte man auch live zeigen. Bei Schlag den Raab kann man seit Jahren sehen, dass man ein Studio schnell umbauen kann. Bei den Außenmoderatorinnen wechselte man zwischen Jeannine Michaelsen und Janin Ullmann. Wahrscheinlich hatte eine der Beiden an einem Drehtag keine Zeit. Anders kann ich mir nicht vorstellen, warum man zwei verschiedene Moderatorinnen nimmt.

Joko moderiert die Show sehr gut. Manchmal fehlt ihm ein Anspielpartner. Diesmal ist er auch vorbereit und nicht wie in früheren Produktionen, die er oft spontan moderierte und ihm Klaas wieder auf den Punkt bringen musste. Zwischendurch motiviert er auch die Kandidaten, wenn sie zurückliegen. Am Schluss tritt er selbst in einem Duell gegen Formel-1-Fahrer Nico Hülkenberg an. Er fährt mit ihm ein Rennen. Joko im Rennwagen und Hülkenberg im überladenen Kleintransporter. Joko fühlt sich in der Sendung wohl. Vielleicht liegt es auch an den Freunden, die er sich als Gäste oder Moderatoren gewählt hat.

Sehr ansprechend sind das Studiodesign und die Einspieler. Schöne Bilder kann die Produktionsfirma Florida TV einfach, wie man in früheren Produktionen bereits gesehen hat.

Fazit:

Eigentlich klingt das Konzept von Beginner gegen Gewinner gut und auch bei „Die beste Show der Welt“ hat mir das Format gefallen, aber die Umsetzung auf eine vierstündige Samstagabendsendung funktioniert so, wie es gemacht wurde, nicht richtig. Die Show macht zu oft Werbung. Man ist ja von „Schlag den …“ viel Werbung gewohnt, aber die Sendung übertrifft das alles. Außerdem wird sehr viel geredet und die Duelle sind zu kurz.

Mal sehen, was die Quoten zu Beginner gegen Gewinner sagen.

 

Schlag den Ra.. äh Schlag den Henssler

Er ging nach Amerika und sagte: “Wenn ich es dort schaffe, komm’ ich nie mehr nach Deutschland zurück!”
Und heute Abend ist er wieder HIER, RAAAB!”

Oh.

Das erfolgreichste Samstagabendshowkonzept nach „Wetten dass…?“ ist zurück. OK, es war nie wirklich weg. Schlag den … ist zurück. Seit 2006 läuft die Show. Es gab 54 Ausgaben mit Stefan Raab. Ab 2009 gab es den Ableger „Schlag den Star“, der ähnlich funktionierte, aber nicht live war und es weniger Geld gab. Nachdem Rücktritt von Raab wurde „Schlag den Star“ umkonzipiert. Es traten jetzt nicht mehr Normalos gegen Promis an, sondern zwei Promis gegeneinander an. Außerdem war die Show live. Nun ist man wieder beim alten Konzept und konnte Stefan Henssler als Dauergegner gewinnen, der nun wieder gegen Normalos antritt.

Neu ist die Anzahl an Auswahlkandidaten. Waren es früher fünf Personen, sind es jetzt nur noch drei. Diesmal ist auch keine Frau als Auswahlkandidatin dabei. Neu ist auch die Gewinnsumme, die sich halbiert hat. Es sind nur noch 250.000 Euro. Gewinnt Steffen Henssler, erhöht sich der Jackpot. Moderiert wird von Elton und kommentiert von Elmar Paulke. Beide haben den Job schon während „Schlag den Star“ gemacht. Wie immer werden 15 Spiele gespielt.

Man merkt, dass Steffen Henssler oft „Schlag den Raab“ gesehen hat. Er nimmt sich der „raabschen“ Attitüde an und fragt bei Spielen ständig nach. Der Ehrgeiz ist da, aber er wirkt dabei in vielen Situationen unsympathisch. Auch bei Twitter kommt Henssler nicht gut weg. Viele hätten sich jemand anderes gewünscht, wobei die Wahl schwierig ist, weil die Person langfristig an die Show gebunden werden soll und der Ehrgeiz groß sein muss. Niemand will jemanden sehen, der den Kandidaten das Geld quasi schenkt.

Bei der Werbeplatzierung muss Pro Sieben nachjustieren bzw. nicht jeden Trend mitmachen. Bereits beim zweiten Spiel wurde während des Spiels Werbung gemacht. Diese Cliffhanger sollen das Publikum zum Dranbleiben zwingen, aber es ist einfach nur nervig. Später zeigte man dann noch einen Musikact nach der Werbung und spielte dann erst weiter. Oder man nutzte eine Umzugspause nicht für eine Werbepause, sondern ließ Elton die neuen Schlag den Henssler-Spiele vorstellen, ging dann zum Spiel und schob einen richtigen Werbeblock ein.

Fazit:

„Schlag den Raab“ hat sich bei einigen Spielen auch gezogen und man konnte zwischendurch auch mal ein Stündchen schlafen, aber bei dem Kandidaten kam überhaupt keine Spannung auf, weil der Kandidat sehr ruhig war. Gefühlt gab es sehr wenige körperliche Spiele. Vielleicht, weil man Steffen Henssler noch schonen wollte, der sich beim Training verletzt hatte und weshalb die Sendung verschoben wurde. Die Spiele waren teilweise sehr langatmig, weil es zu viele Durchgänge gab. Teilweise hätte ein Durchgang gereicht oder man musste sieben Punkte erreichen, wo auch fünf gereicht hätten. Das hat die gesamte Show in die Länge gezogen.

Der Termin für die zweite Ausgabe Schlag den Henssler ist der 4. November 2017.

Ein Mann, eine Wahl und eine Wahlsendung

Wir stehen kurz vor der Bundestagswahl. Alle Parteien werben um die Stimmen der Wähler. Auf den Fernsehsendern laufen Wahlwerbespots und Wahlsendungen, die den Wählern die Parteiprogramme näher bringen sollen. Pro Sieben hat sich in diesem Jahr und auch schon in der Vergangenheit auf die Fahne geschrieben, vor allem die jungen Wähler abzuholen. Bei der diesjährigen Wahl gibt es drei Millionen Erstwählerinnen und Erstwähler. Pro Sieben versuchte es vor vier Jahren bereits mit Stefan Raab und seinem Format „Absolute Mehrheit“ und dem Format „Task Force Berlin“ politische Themen näher zu bringen. Auch schon 2009 sendete man mit der „TV Total Bundestagswahl 2009“ solch ein Format. In diesem Jahr ist Klaas Heufer-Umlauf an der Reihe. Schon bei der letzten Wahl setzte er sich ein. In einer spezial Ausgabe von „Circus Halli Galli“ lud man sich Peer Steinbrück (dem damaligen SPD Kanzlerkandidaten) in die Sendung ein und befragte ihn nach seinen Zielen.

Klaas Heufer-Umlauf ist bekennender SPD Anhänger und trotzdem schlüpft er bei Ein Mann, eine Wahl in unterschiedliche Positionen und befragt Politiker. Dabei schlüpft er in die Positionen links, liberal und konservativ.

Zu Beginn wird eine WG simuliert, in der Klaas mit sich selbst wohnt. Kurz noch Olli Schulz anrufen, weil man eigentlich Martin Schulz wollte und schon geht es mit dem Interview los. Ein paar kurze Fragen und schon wechselt Klaas die Rolle von liberal in links. Martin Schulz bekommt den Wandel von Klaas nicht mit. Nach dem Interview mit Martin Schulz ändert man die Strategie. Von da an wird der jeweilige Politiker vom jeweiligen Klaas interviewt. Dadurch bekommen die Interviews mehr Tiefe. Die kurzen Einspieler mit den drei Klaas’ sind überflüssig. Wir haben es schon zu Beginn begriffen, dass es Klaas dreimal gibt.

Am Ende hat das Politikformat die gleichen Probleme, wie andere Politiksendungen. Wer sich für Politik interessiert, guckt die Sendung und wer sich dafür nicht interessiert, wird mit dieser Sendung auch nicht zum Politikinteressierten.

Es gibt zwei Ausgaben von Ein Mann, eine Wahl. Die nächste Ausgabe läuft nächste Woche.

Die Woche: Big Brother, Designs, Wahl, Joko

Big Brother Haus zu verkaufen

Die diesjährige Staffel ist am letzten Freitag zu Ende gegangen. Aus Quotensicht erhofften sich die Macher mehr, nachdem die Vorjahresstaffel schon nicht sehr gut lief. Auch die Änderungen beispielsweise in der Moderation konnte das Niveau nicht steigern.

Alles neu macht der Herbst?

Vor ein paar Wochen hat sich RTL Nitro verschönert und wurde zu Nitro. Vor ein paar Tagen änderte Youtube ihr Design. Seit gestern hat auch ntv (jetzt ohne Bindestrich) ein neues Design. Auch RTL zieht mit und wird wieder bunter. Die drei Farben rot, gelb und blau im Logo wurden etwas heller und die Hintergründe erstahlen in Türkis, Pink und Gelb. Im Oktober folgt dann noch ZDFneo mit einem neuen Design.

Wahl, Wahl, Wahl

Überall sieht man die Wahl. Jeder Sender hat seine eigene Wahlsendung. Bei RTL II floppte die Wahlsendung. Bei Sat. 1 avancierte die Wahlsendung „Die 10 wichtigsten Fragen der Deutschen“ schnell zur Oberflächlichkeitshow. Claus Strunz begrüßte am Mittwoch Katja Kipping (Linke), Katrin Göring-Eckardt (Grüne), Christian Lindner (FDP) und Alice Weidel (AfD) im Studio. Für Claus Strunz war das wichtigste am Abend die Wahlplakate von Christian Lindner. Mich wunderte es, dass man nicht nach Thermomixrezepten fragte und den Twitterhype #ThermiLindner aufgriff. Solche unwichtigen Fragen zogen sich durch die Sendung. Neben den wichtigen Fragen nach Mietpreisbremse, gerechter Bezahlung und Flüchtlingen wurden in Umfragen ermittelt, ob sie Christian Lindner eitel finden, wie viel Prozent mit Katja Kipping in eine WG ziehen würden oder ob sie Alice Weidel lustig finden.

Bis zum großen TV-Duell am Sonntag sollte Claus Strunz nach an seinem Moderationsstil arbeiten, damit er Angela Merkel und Martin Schulz nicht ständig ins Wort fällt oder den beiden Kanzlerkandidaten die Antwort schon in der Frage vorwegnimmt.

Am nächsten Tag entschuldigte sich Strunz für einen Recherchefehler. In der Sendung schilderte eine Krankenschwester ihre Probleme in der Pflegebranche. Darauf mussten die Politiker innerhalb von 30 Sekunden ihre Sicht der Dinge darzustellen. Die Krankenschwester sollte sich dann entscheiden, welche Lösung der Politiker sie für glaubwürdig und umsetzbar hielte. Sie entschied sich für Katja Kipping von den Linken. Später stellte sich heraus, dass die Krankenschwester Mitglied der Linken ist und somit ihre Wahl nicht überraschte.

Joko hat schon wieder etwas Neues gefunden

Joko Wintescheidt ist bekannt dafür, dass er in viele Start-ups investiert und einige Firmen besitzt. Jetzt probiert er ein neues Medium aus. Ab Frühjahr 2018 erscheint „Joko“, ein Magazin rund um Lifestyle- und Zeitgeist. Gruner + Jahr ist der Verlag hinter dem neuen Magazin.

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