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Nissa bekommt eine zweite Chance bei Pro Sieben

Pro Sieben versucht mit “nissa” es noch einmal Enissa Amani zu etablieren. Im Frühjahr wollte Pro Sieben eine Late Night Show mit ihr, was scheiterte. Die negativen Kommentare zur Show waren einfach zu viele und auch die Quote stimmte nicht. Die Zuschauer waren Stefan Raab gewöhnt und wollten ihn zurück. Obwohl Studio Amani sich vom Aufbau nicht so stark unterschied. Es gab ein Stand-up, Musik, Gäste und Einspieler, in denen sich Enissa Amani auch mal zum Affen machte. Trotzdem war es anders und wurde nicht angenommen. Nach der ersten Staffel war Schluss.

Jetzt versucht man es erneut mit ihr. Das Konzept ist anders. Die Sendung heißt nur noch “nissa – Geschichten aus dem Leben”. In Stand-ups erzählt sie Geschichten aus ihrem Leben. Nora Tschirner spielt dabei ihre beste Freundin und Sabine Vita übernimmt den die Rolle als Psychotherapeutin. Beide Rollen sind nicht weiter wichtig.

Pro Sieben zeigt zwei Folgen hintereinander. Warum macht man nicht gleich eine längere Sendung, wenn man das schon so programmiert?

Pro Sieben sucht scheinbar im Archiv der 90er bzw. 2000er-Formate. Die Sendung besteht aus dem klassischen Stand-up und ein paar Einspieler. Die Einspieler hat man schon bei „Lady Kracher“ oder den „Dreisten Drei“ in besser gesehen. Anders als bei den klassischen Sketch-Comedy-Sendungen liegt der Fokus eher auf dem Stand-up. In einer Folge gibt es nur 3-4 Sketche, die man auch eigentlich weglassen könnte, weil sie vorhersehbar sind. Der Rest ist ein typischer Stand-up von Enissa Amani. Sie erzählt von ihrem Leben, z. B. aus der Zeit nach der Schule, Geschichten mit Freunden oder ihr Leben als bekannte Persönlichkeit in den sozialen Netzwerken, die sie sehr stark nutzt. Alles schon mal gehört, obwohl ich nicht sehr viel von ihr kenne. Vielleicht wäre es mal Zeit für neue Themen von ihr.

Mal sehen, wie hoch die Quote von nissa sein wird und wie sich das in den nächsten Wochen entwickelt. Die Kritik bei Twitter fällt nicht sehr positiv aus. Vielleicht sind sie noch von Studio Amani geschädigt. Morgen früh wissen wir mehr.

Was haben die Kameraleute genommen? Da wird schnell rein und wieder raus gezoomt oder die Kamera wackelt. Vielleicht haben die Personen früher bei Viva und MTV gearbeitet und meinen noch heute, dass schnelle Kamerabewegungen jung und modern wirken. Oder soll das dem Youtuberstil nachempfunden sein, weil die alles aus der Hand filmen und selten mit Stativ? Dem Zuschauer wird eher schlecht davon. Eine professionelle Produktion ist kein Youtubervideo, auch wenn man die junge Zielgruppe ansprechen möchte.

Applaus und Raus mit Oliver Polak

Oliver Polak kann man mögen oder auch nicht, und wenn man ihn mag, weiß man auch nicht, ob man ihm in dem Format mag.

Pro Sieben probiert immer noch einen Stefan Raab Nachfolger zu finden. Nach dem Enissa Amani bei den Zuschauer nicht gut ankam, versucht man es jetzt mit drastischem Humor und Oliver Polak.

Gleich beim kurzen Stand-up werden die ersten Leute abgeschreckt, weil Polack seine üblichen Witze über Juden und KZs.  Kurze Erklärung der Show und schon geht es los.

Wer Gast bei ihm ist, weiß Polak nicht. Es können bekannte Personen oder auch nicht. Erster Gast ist Oliver Pocher, der in den letzten Tagen mal wieder  in der Presse war. Warum er da war, weiß ich nicht und er auch nicht. Mit der Frage überrascht Polak ihn, warum er das gemacht hat. Nach langweiligem Gespräch mit ihm wird er rausgebuzzert und will nicht gehen. Dafür hat er einen Rauswerfer, der behilflich ist, wenn ein Gast nicht will.

Das Studio ist eine Bar. Die Fenster sind mit einem Fadenvorhang verhangen. Ab und zu fährt die S-Bahn vorbei.

Nach Oliver Pocher folgt der Rapper Frauenarzt, der ihm zu unprominent ist und schnell wieder gehen muss. Es folgen eine Autorin vom Spiegel, die Werbung für ihr Buch machen will und eine Schauspielerin, Sascha Lobo, eine Frau, die ein Jahr beim Marstest* dabei war usw.  Am Schluss kommt seine Mutter.

15 Leute hat Pro Sieben pro Sendung geladen, weil die Gäste sehr schnell wechseln, wenn sie dem Gastgeber nicht gefallen. Gute Gäste, die auch ihm gefallen, müssen schnell gehen, obwohl sich ein interessantes Gespräch andeutet, dass dann aber abrupt endet. Hier hätte man mehr Zeit lassen sollen und die Sendezeit nicht durch Gäste füllen, die schnell wieder gehen müssen.

Bei Twitter kommt die Show bei nicht vielen Personen an. Der Humor ist speziell und wenn man Oliver Polak nicht kennt auch sehr hart. Man muss die Art von Oliver Polak kennen und ihm eine Chance geben, um ihn zu verstehen, dann wird es witzig und auch tief.

*Ein Jahr lang waren 6 Personen in einer simulierten Marsstation untergebracht und sollten das Zusammenleben von den Personen auf engem Raum testen.

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