Seite 2 von 10

Skaliert Das Ding des Jahres?

Ladies and gentlemen,
Please put your patschehands together,
For the sensationel, supersack of German television, STEFAN RAAHAB!
Oh mein Gott, es gibt ihn wirklich!
Er ging nach Amerika, und sagte: “Wenn ich es dort schaffe, komm’ ich nie mehr nach Deutschland zurück!”
Und heute Abend ist er wieder HIER, RAAHAB!”

Aber nur als Produzent. Hauptsache ein bisschen Raab. Hoffentlich gibt es keinen Duschkopf. Vielleicht sind wir doch von ein paar Löwen umgeben. Joko würde ich eher einer Giraffe zuordnen.

Zurück zum Thema.

Die Show ist anders als „Die Höhle der Löwen“. Das Konzept zu kopieren, wäre auch zu einfach gewesen. Was ist anders? Eine Menge. Es gibt sechs Shows. Fünf davon sind die Vorrunden- und die letzte dann die Finalshow. In jeder dieser Vorrundenshows treten jeweils acht Erfinder gegeneinander an. Die Jury testet die Ideen, der Erfinder. Nach zwei Erfindungen stimmt das erste Mal das Publikum ab und entscheidet, welcher der Kandidaten weiterkommt. Dabei kann es sein, dass nur eine von zwei guten Erfindungen weiterkommt und in der nächsten Runde eine Erfindung, die schlechter ist weiterkommt. Lieber dann eine Entscheidung am Ende der jeweiligen Show. In jeder Show wird dann ein „Gewinner“ vom Publikum im Studium gewählt, der dann ins Finale einzieht. Im Finale können dann auch die Zuschauer an den Bildschirmen per Telefonvoting abstimmen und „Das Ding des Jahres“ wählen.

Die Löwen oh Pardon die Jury besteht aus Joko „ich investiere in alles, was mir vor die Füße kommt“ Winterscheidt, Lena „irgendwann mal was mit Models und jetzt will sie nur ins Fernsehen“ Gercke und dem einzigen unbekannten Hans-Jürgen Moog, dem Chefeinkäufer von Rewe. Moderiert werden die Shows von Janin Ullmann und der Gewinner bekommt einen Webedeal im Wert von 2,5 Millionen Euro. Also muss hier nicht um die Gunst der Löwen und die Anteile an der eigenen Firma gefeilscht werden.

Die Einspielfilme sind etwas kürzer als in der Höhle der Löwen, aber trotzdem mit unwichtigen Details gefüllt, die es nicht braucht. Die Produktvorstellungen wirken genauso aufgesagt, wie bei der Höhle. Es handelt sich aber auch um Personen, die so was nicht alltäglich machen.

Die Präsentationen wirken auf der großen Bühne etwas verloren. Da hilft auch nicht die Häuserkulisse im Hintergrund. Selbst die Jurysessel wirken wie ein Fremdkörper, weil sie einfach so auf der Bühne stehen. Auch das Publikum braucht die Sendung nicht. Das Klatschen wird teilweise einfach reingeschnitten, da denkt man schnell an „Little Big Stars“ mit Thomas Gottschalk.

Das gesamte BWL-Gerede fehlt komplett. Ab und zu wird mal nach dem Verkaufspreis und Produktionskosten gefragt, aber einen Businessplan oder die Unternehmensbewertung sucht man vergeblich. Das macht die Show in meinen DHDL-verwöhnten Augen ein bisschen langweilig. Gerade das Businessgerede macht mir in der Höhle Spaß, wenn mal wieder ein paar Erfinder unrealistische Vorstellungen haben und man darüber bei Twitter lästern kann. Bei „Das Ding des Jahres“ sind es nur Produktvorstellungen und Jokos Lache, die man ständig hört. Die beiden anderen Jurymitglieder halten sich eher zurück. Dabei würde die Einschätzung der Verkaufsfähigkeit eines Produktes von Herrn Moog mich viel mehr interessieren.

Ein weiteres Manko ist die Länge der Show. Drei Stunden geht die Sendung. Durch die viele Werbung ist die Netto-Zeit sicherlich nur eine Stunde, aber nach einer Stunde schaltet man geistig einfach ab. Hinzu kommt, dass Pro Sieben die Show nicht nur am Freitag zeigt, sondern auch noch den morgigen Samstag reserviert hat.

Man merkt, dass es eine Raab TV produzierte Sendung ist. Kleine Details, wie das Glöckchen bei den Entscheidungen, kennt man aus „Schlag den Raab“ und auch bei der Machart, merkt man Raabs Hand.

Big Bounce oder Takeshi’s Ninja Bounce?

Big Bounce, eine Show mit Trampoline? Ist das die korrekte Pluralform von „Trampolin“? Man könnte an dieser Stelle auch einen Witz mit Trumpolin machen. Ist seine Frau nicht Polin? Ich schweife ab. Plural von „Trampolin“ ist „Trampoline“.

Kommen wir zur Show. Als ich hörte, dass man eine Show mit Trampoline macht, war ich verunsichert. Was wollen die da machen? Wollen die das ähnlich die olympischen Wettkämpfe machen, die ich ein paar Mal sogar gesehen habe? Oder hüpfen die den Abend über einfach auf den Dingern rum?

Nein, sie zeigen Hunderte von Vorstellungsfilmen. Da merkt sich doch kein Zuschauer etwas von, wenn der Kandidat nach einer Minuten wieder weg ist und der nächste Einspieler kommt. 400 Kandidaten wurden ausgewählt, die gegeneinander den Parcours bewältigen müssen. Wer am schnellsten ist, kommt weiter. Zwischendurch wird ein bisschen gehüpft und auch gerannt. Das war’s auch schon, was man schreiben kann. Nach 5 Minuten hat man alles gesehen, auch wenn sich der Parcours zwischendurch mal ändert, aber die hüpfen da nur umher und das ist nicht sehr spannend. Opdenhövel, der das zusammen mit Wolff-Christopf Fuss moderiert macht das in Ninja-Warrior-Manier und überhaupt ist das Ninja-Warrior in ein bisschen einfacher. Bei Big Bounce ist man immerhin nicht gleich raus, wenn man mal irgendwo herunterfällt, aber muss schneller sein als sein Gegner.

Ach ja, Runden gibt es auch noch. In der zweiten Runde müssen die Kandidaten sich auch noch Licht-, Zahlen- und Farbkombinationen merken und in der dritten Runde werden die Entfernungen zwischen den Trampolinen weiter. Die Kandidaten sind bunt gemischt. Man hat allerdings darauf geachtet, dass Frauen gegen Frauen, Kinder gegen Kinder und bei den Männern auch ähnliche Typen antreten.

Irgendwann gewinnt einer 100.00 Euro, wenn er nicht vorher eingeschlafen ist. Bei Ninja-Warrior war der Parcours härter und nicht jeder hat ihn geschafft und auch da war die Spannung bei mir nach einer Stunde raus. Ob RTL das gewusst hat und die Show deshalb auf einen Freitag und nicht auf einen Samstag gelegt hat?

Beginner gegen Gewinner gegen Langeweile

Beginner gegen Gewinner mit Joko ohne Klaas. Nicht noch ein Artikel, in dem es nur um die Trennung von Joko und Klaas geht. Okay, bleiben wir bei der Show.

Die Idee von „Beginner gegen Gewinner“ stammt aus „Die beste Show der Welt“. In der dritten Ausgabe der besten Show hieß die Urshow noch „Dabei sein ist teuer“. Damals (ey, dass war im Februar dieses Jahres) trat der Kandidat gegen einen Profi Schwimmer und Leichtathlet an. Er musste sich von seinem Budget von 5000 Euro ein Handicap für den Profi kaufen und dann gegen ihn antreten. Die Show hatte damals eine Quote von 79%.

Nun bekam die Show aus der Show einen Platz am Samstagabend. Das ist nach „My Idiot Friend“ die zweite Auskopplung aus der besten Show der Welt. Das Konzept ist gleich geblieben. Ein Hobbysportler tritt gegen einen Profi an. Normalerweise ist man chancenlos gegen einen Profisportler in seiner Disziplin, aber ist dieser gehandicapt, sieht das schon anders aus. Kann Tischtennisprofi Timo Boll auch mit einer Bratpfanne gewinnen? Oder die Leichtathletin Ruth Spelmeyer in einem Barockkleid rennen?

Joko hat für die Show eine Menge Profis organisiert. Mit dabei sind Ex-Formel-1-Fahrer Nico Hülkenberg, die Fußballer Arne Friedrich und Timo Hildebrand. Die Jury, die Geld auf die Kandidaten setzen, besteht aus Elyas M’Barek, Nico Rossberg und Matthias Opdenhövel.

Zu Beginn zieht sich die Show ein bisschen. Erst 20:43 Uhr geht es endlich los. Vorher werden erst die Kandidaten, die drei Weisen (Opdenhövel, M’Barek und Rosberg) und Kommentator Elmar Paulke vorgestellt. Dann noch ein typischer 8-Minuten-Werbeblock, der ungewöhnlich früh kam und dann erst das erste Duell.

Und schon ist das erste Spiel vorbei. Nach nur vier Minuten. Nach zehn Minuten dann schon wieder Werbung. Man merkt schnell, dass in der Show gerne geredet wird. Es entsteht viel Redezeit. Erst gibt es eine kleine Vorstellungs-MAZ, dann noch die Kontrahenten begrüßt, die drei Weisen tauschen sich auch noch aus und nicht vergessen sollte man die Anmoderationen der Werbung. Die ersten Duelle vielen sehr kurz aus und so waren die schon nach 4 bzw. 5 Minuten beendet. Erst beim Tischtennis kam ein bisschen Spannung auf, weil das Duell über drei Sätze ging.

Die einzelnen Duelle dauern ca. 20 Minuten, wenn man sie im Ganzen betrachtet, also von der Vorstellung der Kandidaten, Auswahl des Handicaps und dem eigentlichen Duell. Die meisten, der Duelle sind per se Sportarten, die nicht sehr lang dauern. Ein 400-Meter-Lauf dauert nur ca. eine Minute und dafür dann 20 Minuten einzuplanen, langweilt sehr schnell. Auch die drei Weisen sind irgendwie überflüssig. Bei jedem Duell wetten sie eine bestimmte Geldsumme auf den Kandidaten. Das Geld kommt bei einem Gewinn des Beginners in den Jackpot, der am Ende von einem Kandidaten gewonnen werden kann. Warum nicht eine feste Summe? Die Drei dienen der Zeitüberbrückung, weil man fast vier Stunden füllen muss.

Eine Kürzung der Show auf 90 Minuten würde ihr gut tun, aber das deutsche Fernsehen hat sich darauf eingespielt, dass eine Samstagabendshow vier Stunden lang dauert. In 90 Minuten müsste man auf das viele Gerede verzichten und es käme ein bisschen Spannung auf. Die Duelle wären dann immer noch zu kurz, aber es würde sich nicht so ziehen und man könnte alles schnell hintereinander schneiden. In der jetzigen Form merkt man, dass es eine Aufzeichnung ist und sehr viel geschnitten wurde, weil die Drehs länger dauerten. Bei einem Außendreh sieht man besonders schön, dass der Dreh sehr lang gedauert hat. Beim 400-Meter-Lauf ist es zu Beginn noch hell und im eigentlichen Lauf ist es bereits dunkel.

Bei den Außendrehs verstehe ich es, dass es Aufzeichnungen sind, weil die Infrastruktur einfach nicht gegeben ist und man lange Wege zurücklegen muss. Die Studioduelle könnte man auch live zeigen. Bei Schlag den Raab kann man seit Jahren sehen, dass man ein Studio schnell umbauen kann. Bei den Außenmoderatorinnen wechselte man zwischen Jeannine Michaelsen und Janin Ullmann. Wahrscheinlich hatte eine der Beiden an einem Drehtag keine Zeit. Anders kann ich mir nicht vorstellen, warum man zwei verschiedene Moderatorinnen nimmt.

Joko moderiert die Show sehr gut. Manchmal fehlt ihm ein Anspielpartner. Diesmal ist er auch vorbereit und nicht wie in früheren Produktionen, die er oft spontan moderierte und ihm Klaas wieder auf den Punkt bringen musste. Zwischendurch motiviert er auch die Kandidaten, wenn sie zurückliegen. Am Schluss tritt er selbst in einem Duell gegen Formel-1-Fahrer Nico Hülkenberg an. Er fährt mit ihm ein Rennen. Joko im Rennwagen und Hülkenberg im überladenen Kleintransporter. Joko fühlt sich in der Sendung wohl. Vielleicht liegt es auch an den Freunden, die er sich als Gäste oder Moderatoren gewählt hat.

Sehr ansprechend sind das Studiodesign und die Einspieler. Schöne Bilder kann die Produktionsfirma Florida TV einfach, wie man in früheren Produktionen bereits gesehen hat.

Fazit:

Eigentlich klingt das Konzept von Beginner gegen Gewinner gut und auch bei „Die beste Show der Welt“ hat mir das Format gefallen, aber die Umsetzung auf eine vierstündige Samstagabendsendung funktioniert so, wie es gemacht wurde, nicht richtig. Die Show macht zu oft Werbung. Man ist ja von „Schlag den …“ viel Werbung gewohnt, aber die Sendung übertrifft das alles. Außerdem wird sehr viel geredet und die Duelle sind zu kurz.

Mal sehen, was die Quoten zu Beginner gegen Gewinner sagen.

 

Der Preis ist heiß, aber nicht überbieten

Endlich werden wieder Preise geraten und komische Spiele gespielt. Hach, die 90er. Der Preis ist wieder heiß bei RTLplus. Im Zuge der Neuauflagen von alten Spieleshows ist nun Der Preis ist heiß an der Reihe. Vorher hatte es schon Jeopardy, Familenduell, Ruck Zuck und Glücksrad zurückgeschafft. In Zeiten von Preisvergleichsportalen kann man nun wieder am späten Nachmittag Preise raten. Von 1989 bis 1997 lief die Spieleshow bei RTL bzw. RTLplus. Das Original „The Price is Right“ stammt aus den USA und läuft dort seit 1956. In Deutschland liefen 1873 Folgen über acht Jahre. Moderiert wurde es von Harry Wijnvoord mit Walter Freiwald als Produktpräsentator.

Die Show besteht aus drei Runden. In der ersten Runde werden Kandidaten aus dem völlig überdrehten Publikum gewählt, die dann den Preis eines Produktes möglichst genau schätzen müssen. In der zweiten Runde können die Gewinner um höhere Preise spielen. Dort werden die legendären Spiele, wie der „Kraxlhuber“, „Plinko“ und „Lauf und Tausch“ gespielt.

Die letzte Runde beginnt dann mit „Das Rad“, das jede Sendung ehrfürchtig angekündigt wird. Wer den höchsten Betrag erdreht, kommt ins Finale. Im Finale muss der Gewinner wieder die Preise von verschiedenen Produkten raten und auch hier galt: „Nicht überbieten!“

Hach, die 90er.

Wie sieht es jetzt aus?

Der Aufbau der Show ist der 90er-Show treu geblieben.

Die Moderation hat gewechselt. Es übernehmen Wolfram Kons und Thorsten Schorn, der für die Produktpräsentation zuständig ist. Wolfram Kons moderiert mit dem nötigen Spaß und auch die Kommentare von Thorsten Schorn hat immer einen lustigen Spruch auf den Lippen, wie man es bei „Shopping Queen“ gewohnt ist.

Die Sendung dauert jetzt 50 Minuten, statt 30 Minuten, was der Show gut tut. Die Show ist gut geschnitten und besteht nicht nur aus Geschnipsel, das schnell hintereinander geschnitten wurde.

Die Titelmusik und Sounddesign wurde etwas überarbeitet, versetzt ein dennoch in die 90er zurück.

Die Show macht Spaß, auch wenn es wie immer überdreht ist. Der Preis ist heiß, aber nicht überbieten kommt täglich um 17:45 Uhr. Das Studio eignet sich auch sehr gut für eine Neuauflage von „Geh aufs Ganze!“.

Schlag den Ra.. äh Schlag den Henssler

Er ging nach Amerika und sagte: “Wenn ich es dort schaffe, komm’ ich nie mehr nach Deutschland zurück!”
Und heute Abend ist er wieder HIER, RAAAB!”

Oh.

Das erfolgreichste Samstagabendshowkonzept nach „Wetten dass…?“ ist zurück. OK, es war nie wirklich weg. Schlag den … ist zurück. Seit 2006 läuft die Show. Es gab 54 Ausgaben mit Stefan Raab. Ab 2009 gab es den Ableger „Schlag den Star“, der ähnlich funktionierte, aber nicht live war und es weniger Geld gab. Nachdem Rücktritt von Raab wurde „Schlag den Star“ umkonzipiert. Es traten jetzt nicht mehr Normalos gegen Promis an, sondern zwei Promis gegeneinander an. Außerdem war die Show live. Nun ist man wieder beim alten Konzept und konnte Stefan Henssler als Dauergegner gewinnen, der nun wieder gegen Normalos antritt.

Neu ist die Anzahl an Auswahlkandidaten. Waren es früher fünf Personen, sind es jetzt nur noch drei. Diesmal ist auch keine Frau als Auswahlkandidatin dabei. Neu ist auch die Gewinnsumme, die sich halbiert hat. Es sind nur noch 250.000 Euro. Gewinnt Steffen Henssler, erhöht sich der Jackpot. Moderiert wird von Elton und kommentiert von Elmar Paulke. Beide haben den Job schon während „Schlag den Star“ gemacht. Wie immer werden 15 Spiele gespielt.

Man merkt, dass Steffen Henssler oft „Schlag den Raab“ gesehen hat. Er nimmt sich der „raabschen“ Attitüde an und fragt bei Spielen ständig nach. Der Ehrgeiz ist da, aber er wirkt dabei in vielen Situationen unsympathisch. Auch bei Twitter kommt Henssler nicht gut weg. Viele hätten sich jemand anderes gewünscht, wobei die Wahl schwierig ist, weil die Person langfristig an die Show gebunden werden soll und der Ehrgeiz groß sein muss. Niemand will jemanden sehen, der den Kandidaten das Geld quasi schenkt.

Bei der Werbeplatzierung muss Pro Sieben nachjustieren bzw. nicht jeden Trend mitmachen. Bereits beim zweiten Spiel wurde während des Spiels Werbung gemacht. Diese Cliffhanger sollen das Publikum zum Dranbleiben zwingen, aber es ist einfach nur nervig. Später zeigte man dann noch einen Musikact nach der Werbung und spielte dann erst weiter. Oder man nutzte eine Umzugspause nicht für eine Werbepause, sondern ließ Elton die neuen Schlag den Henssler-Spiele vorstellen, ging dann zum Spiel und schob einen richtigen Werbeblock ein.

Fazit:

„Schlag den Raab“ hat sich bei einigen Spielen auch gezogen und man konnte zwischendurch auch mal ein Stündchen schlafen, aber bei dem Kandidaten kam überhaupt keine Spannung auf, weil der Kandidat sehr ruhig war. Gefühlt gab es sehr wenige körperliche Spiele. Vielleicht, weil man Steffen Henssler noch schonen wollte, der sich beim Training verletzt hatte und weshalb die Sendung verschoben wurde. Die Spiele waren teilweise sehr langatmig, weil es zu viele Durchgänge gab. Teilweise hätte ein Durchgang gereicht oder man musste sieben Punkte erreichen, wo auch fünf gereicht hätten. Das hat die gesamte Show in die Länge gezogen.

Der Termin für die zweite Ausgabe Schlag den Henssler ist der 4. November 2017.

Ein Mann, eine Wahl und eine Wahlsendung

Wir stehen kurz vor der Bundestagswahl. Alle Parteien werben um die Stimmen der Wähler. Auf den Fernsehsendern laufen Wahlwerbespots und Wahlsendungen, die den Wählern die Parteiprogramme näher bringen sollen. Pro Sieben hat sich in diesem Jahr und auch schon in der Vergangenheit auf die Fahne geschrieben, vor allem die jungen Wähler abzuholen. Bei der diesjährigen Wahl gibt es drei Millionen Erstwählerinnen und Erstwähler. Pro Sieben versuchte es vor vier Jahren bereits mit Stefan Raab und seinem Format „Absolute Mehrheit“ und dem Format „Task Force Berlin“ politische Themen näher zu bringen. Auch schon 2009 sendete man mit der „TV Total Bundestagswahl 2009“ solch ein Format. In diesem Jahr ist Klaas Heufer-Umlauf an der Reihe. Schon bei der letzten Wahl setzte er sich ein. In einer spezial Ausgabe von „Circus Halli Galli“ lud man sich Peer Steinbrück (dem damaligen SPD Kanzlerkandidaten) in die Sendung ein und befragte ihn nach seinen Zielen.

Klaas Heufer-Umlauf ist bekennender SPD Anhänger und trotzdem schlüpft er bei Ein Mann, eine Wahl in unterschiedliche Positionen und befragt Politiker. Dabei schlüpft er in die Positionen links, liberal und konservativ.

Zu Beginn wird eine WG simuliert, in der Klaas mit sich selbst wohnt. Kurz noch Olli Schulz anrufen, weil man eigentlich Martin Schulz wollte und schon geht es mit dem Interview los. Ein paar kurze Fragen und schon wechselt Klaas die Rolle von liberal in links. Martin Schulz bekommt den Wandel von Klaas nicht mit. Nach dem Interview mit Martin Schulz ändert man die Strategie. Von da an wird der jeweilige Politiker vom jeweiligen Klaas interviewt. Dadurch bekommen die Interviews mehr Tiefe. Die kurzen Einspieler mit den drei Klaas’ sind überflüssig. Wir haben es schon zu Beginn begriffen, dass es Klaas dreimal gibt.

Am Ende hat das Politikformat die gleichen Probleme, wie andere Politiksendungen. Wer sich für Politik interessiert, guckt die Sendung und wer sich dafür nicht interessiert, wird mit dieser Sendung auch nicht zum Politikinteressierten.

Es gibt zwei Ausgaben von Ein Mann, eine Wahl. Die nächste Ausgabe läuft nächste Woche.

Die Woche: Big Brother, Designs, Wahl, Joko

Big Brother Haus zu verkaufen

Die diesjährige Staffel ist am letzten Freitag zu Ende gegangen. Aus Quotensicht erhofften sich die Macher mehr, nachdem die Vorjahresstaffel schon nicht sehr gut lief. Auch die Änderungen beispielsweise in der Moderation konnte das Niveau nicht steigern.

Alles neu macht der Herbst?

Vor ein paar Wochen hat sich RTL Nitro verschönert und wurde zu Nitro. Vor ein paar Tagen änderte Youtube ihr Design. Seit gestern hat auch ntv (jetzt ohne Bindestrich) ein neues Design. Auch RTL zieht mit und wird wieder bunter. Die drei Farben rot, gelb und blau im Logo wurden etwas heller und die Hintergründe erstahlen in Türkis, Pink und Gelb. Im Oktober folgt dann noch ZDFneo mit einem neuen Design.

Wahl, Wahl, Wahl

Überall sieht man die Wahl. Jeder Sender hat seine eigene Wahlsendung. Bei RTL II floppte die Wahlsendung. Bei Sat. 1 avancierte die Wahlsendung „Die 10 wichtigsten Fragen der Deutschen“ schnell zur Oberflächlichkeitshow. Claus Strunz begrüßte am Mittwoch Katja Kipping (Linke), Katrin Göring-Eckardt (Grüne), Christian Lindner (FDP) und Alice Weidel (AfD) im Studio. Für Claus Strunz war das wichtigste am Abend die Wahlplakate von Christian Lindner. Mich wunderte es, dass man nicht nach Thermomixrezepten fragte und den Twitterhype #ThermiLindner aufgriff. Solche unwichtigen Fragen zogen sich durch die Sendung. Neben den wichtigen Fragen nach Mietpreisbremse, gerechter Bezahlung und Flüchtlingen wurden in Umfragen ermittelt, ob sie Christian Lindner eitel finden, wie viel Prozent mit Katja Kipping in eine WG ziehen würden oder ob sie Alice Weidel lustig finden.

Bis zum großen TV-Duell am Sonntag sollte Claus Strunz nach an seinem Moderationsstil arbeiten, damit er Angela Merkel und Martin Schulz nicht ständig ins Wort fällt oder den beiden Kanzlerkandidaten die Antwort schon in der Frage vorwegnimmt.

Am nächsten Tag entschuldigte sich Strunz für einen Recherchefehler. In der Sendung schilderte eine Krankenschwester ihre Probleme in der Pflegebranche. Darauf mussten die Politiker innerhalb von 30 Sekunden ihre Sicht der Dinge darzustellen. Die Krankenschwester sollte sich dann entscheiden, welche Lösung der Politiker sie für glaubwürdig und umsetzbar hielte. Sie entschied sich für Katja Kipping von den Linken. Später stellte sich heraus, dass die Krankenschwester Mitglied der Linken ist und somit ihre Wahl nicht überraschte.

Joko hat schon wieder etwas Neues gefunden

Joko Wintescheidt ist bekannt dafür, dass er in viele Start-ups investiert und einige Firmen besitzt. Jetzt probiert er ein neues Medium aus. Ab Frühjahr 2018 erscheint „Joko“, ein Magazin rund um Lifestyle- und Zeitgeist. Gruner + Jahr ist der Verlag hinter dem neuen Magazin.

Das Sommerloch geht – Wochenrückblick #3

EsSchon wieder ist eine Woche um. Das Sommerloch verabschiedet sich langsam. Markus Lanz ist aus der Sommerpause zurückgekehrt, die politischen Talkshows sind ebenfalls zurück und „Wer wird Millionär“ läuft seit Montag wieder.

Leider begann die Woche mit einer nicht so schönen Nachricht. Schauspieler, Produzent, Drehbuchautor, Regisseur und Sänger Jerry Lewis ist mit 91 Jahren verstorben. Bekannt wurde der Schauspieler an der Seite von Dean Martin als Comedy-Duo „Martin & Lewis“ in der Nachkriegszeit. Nach der Trennung von Dean Martin war er zahlreichen Filmen erfolgreich. Die Filme zeichneten sich durch einen eigenen Humor aus, der durch Lewis’ Slapstick, Humor, Gestik und Mimik viel Charme gewann.

Jerry Lewis starb am 20. August in Las Vegas im Kreis seiner Familie.

Günther Jauch ist zurück aus der Sommerpause, aber für wie lange noch?

Günther Jauch war in diesem Jahr eigentlich nicht in der Sommerpause. Die „Wer wird Millionär“ Pause wurde durch „500 – Die Quizarena“ mit Günther Jauch gefüllt. In einem Interview der „Hörzu“ ließ offen, was nach seinem Vertragsende 2018 bei RTL passiert. Bereits seit 18 Jahren moderiert Jauch nun schon „Wer wird Millionär“.

Just in dem Moment der Veröffentlichung kommt die Meldung, dass Günther Jauch die Sendung weitermacht, bis es ihm nicht mehr gefällt. Im Moment hat er noch Spaß an der Sendung.

Bundeswehr wird erneut abgeschafft

Die erfolgreiche Bundeswehr-Doku “Die Rekruten” sollte neben Youtube auch im Fernsehen zu sehen sein. RTL 2 wollte das Format zeigen. In dieser Woche sagten sie die Ausstrahlung ab. Grund dafür ist die Suche nach einem geeigneten Sendeplatz. RTL 2 kann die Ausstrahlung in einem von der Bundeswehr favorisierten Zeitraum nicht garantieren. Daher entschloss man sich, dass das Format nicht auf dem Sender zu sehen sein wird.

Der Wahlkampf geht in die Endphase

Die ARD versucht die jungen Wähler mit „überzeug uns“ für die Bundestagswahlen zu überzeugen. Sieben Politiker der einzelnen Parteien mussten in einer Livesendung Rede und Antwort stehen. Durch den Abend führten Ronja von Rönne und Ingo Zamperoni. Die Fragen kamen aus den Social Media Kanälen. Funktioniert hat das nicht so gut. Die Auswahl der Fragen war schlecht. Neben seriösen Fragen war der Anteil von „Quatschfrage“ zu hoch. Die Talkrunde hat ein hohes Tempo, wodurch kein Thema in Tiefe diskutiert werden konnte. Nicht mal ansatzweise war das möglich. Die Politiker hatten meist nur einen Satz für ihre Antwort, bevor ein anderer Politiker zu Wort kam oder das Thema gewechselt wurde. Man rannte durch zahlreiche Themen, ohne eine wirkliche Lösung zu finden. Es wurde meist nur mit einem Versprechen, dass die Partei das Problem nach der Wahl lösen wolle, geantwortet. Für mehr hatten sie meist keine Zeit.

Gamescom

Auch auf der Gamescom, die weltgrößte Spielemesse hatte das Thema Wahl integriert. Angela Merkel eröffnete die Messe am Dienstag. Am Mittwoch folgte eine Fragerunde mit Politikern auf einer Bühne der Gamescom. Colin Gäbel (Rocket Beans TV, Gametwo), LeFloid und Pietsmiet moderierten die Talkrunde.

 

Es wurde wirklich Zeit, dass das Sommerloch zu Ende ging.

« Ältere Beiträge Neuere Beiträge »

© 2018 Die Fernschauerin

Theme von Anders NorénHoch ↑