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Genial daneben jetzt täglich, also fast

Das Erfolgsformat Sat. 1 „Genial daneben“ feiert seinen Einstieg in den Vorabend und das fast täglich. Acht Jahre lang war Genial daneben in der Versenkung verschwunden. Im März 2017 kehrte es dann endlich zurück. Hugo Egon Balder und Hella von Sinnen waren auch wieder an Bord. Nur Bernhard Hoëcker stand nicht mehr zur Verfügung. Er wurde durch Wigald Boning ersetzt. Die Neuauflage ist gelungen, weil sie kaum Änderungen mit sich brachte. Hier noch mal meine Kritik von damals.

Nun will Sat. 1 etwas anders machen und dachte sich, dass so ein erfolgreiches Format weitergedacht werden muss und die Probleme im Vorabend lösen können. Die anderen Sender zeigen schließlich auch Quizshows am Vorabend. Nun ist Genial daneben kein klassisches Quiz, sondern eher eine Ratesendung.

Die wochentägliche Sendung unterscheidet sich von der klassischen Sendung.

Diesmal sind die Fragensteller direkt im Studio. Es gibt drei Antwortmöglichkeiten und bei einer falschen Antwort qualifiziert sich der Kandidat für die Finalrunde, in der die Kandidaten selbst Fragen beantworten müssen und die Chance auf 5.000 Euro haben.

Das Rateteam druckst also genauso wie bei anderen Quizshows rum und wägt ab, welche Antwort die Richtige ist. Bei der klassischen Form mussten sie alles raten und erst mal das Themengebiet finden. Dennoch wird in die Antworten irgendwas hineininterpretiert, aber das Spannende fehlt.

Es ist nicht mehr Genial daneben. Es ist eine Quizshow mit den Protagonisten von Genial daneben. Die Kreativität, was das Format ausgemacht hat, fehlt. Eine Frage beantworten mit drei Antwortmöglichkeiten, ist nicht schwer, vor allem, weil das Rateteam kein Nachteil bekommt und dann eben nur falsch liegt und der Kandidat 500 Euro bekommt. Beim klassischen Genial daneben hatte das Rateteam noch Ehrgeiz. Jetzt herrscht nur Langeweile. Auch das Finale bringt keine Spannung. Das Rateteam stellt jetzt Behauptungen auf und die Finalisten müssen sich für eine der beiden Behauptungen entscheiden. Wer einen Fehler macht fliegt raus.

Ich liebe das klassische Format. Ich habe keine Folge verpasst und ständig bei Youtube nach neuen Folgen geguckt. Nun habe ich ein anderes Format, was ohne Kreativität und Humor auskommt. Hoffentlich schadet das Format nicht der klassischen Ausgabe, wenn die Quoten im Keller sind (also nach der ersten Woche).

Das neue Programm ist da

Seit einigen Jahren gibt es nun schon die Screen Force Days, an denen die einzelnen Sender ihre neue Fernsehsaison präsentieren. Die letzten zwei Tage war es wieder so weit. Am Mittwoch stellten die Mediengruppe RTL Deutschland, Sky Media, Dicovery und Visoon Video Impact ihre Programme vor. Am Donnerstag folgten dann ProSiebenSat.1, Servus RV, Disney, Sport1 und die ARD ihr Programm vor.

Mittwoch 20.06.2018

RTL

RTL schickt eine neue tägliche Serie in den Ring. Die Serie “Freundinnen – Jetzt erst recht“ soll täglich um 17 Uhr laufen. Senderchef Frank Hoffmann beschreibt die Serie als: “Wie Sex and the City – mit weniger Sex und mit noch weniger City.”. Ich weiß ja nicht, ob das dann noch spannend ist. Des Weiteren springt RTL auf den Trödel- und Gründertrend auf und will diesen in der Daytime zeigen. In der Primetime setzt RTL auf deutsche Serien, wie “Der Lehrer“, “Sankt Maik“ und die neue Serie „Die Klempnerin“.

Im Showbereich bleibt sich RTL treu und setzt auf “DSDS“ und “Big Bounce“ sowie der neuen Show von Sylvies Meis “Sylvies Dessous Models”

Vox

Nach dem Erfolg von “Der Club der roten Bänder“ wirft Vox die neue Eigenproduktion “Milk & Honey“ mittwochs auf den Sender. Sendergesicht Guido Maria Kretschmer bekommt ein eigenes Primetimeformat. “Guidos Masterclass“ wird ab Herbst auf dem Sender laufen. Etwas Neues probiert Vox mit Koch Roland Trettl und Comedian Michael Mittermeier, die ein „Publikum für Menschen [sind], die noch nie Publikum hatten“.

Sky Media

Kennen Sie noch X-Factor? 2010 bis 2012 lief dieses Musikcastingformat bei Vox. Jetzt ist es zurück bei Sky. Moderiert wird die Show von Charlotte Würdig. In der Jury sitzen ihr Mann Sido, Thomas Anders, Sängerin Jennifer Weist und der amerikanische Sänger Lions Head. Weiter setzt Sky auf Sport und insbesondere Fußball. Im Serienbereich wird “Das Boot“ in diesem Jahr zu sehen sein.

Discovery

Im Discovery-Free-TV-Kanal TLC wird Veronica Ferres die deutsche Adaption von “Married with Secrets” präsentieren.

RTL2

RTL2 setzt seine Sozialreportagen fort. Bleibt aber auch beim typischen RTL2 Programm mit einer neuen Staffel “Love Island”

RIP Viva

Jetzt wird es traurig. Der Musiksender meiner Jugend, neben MTV, wird zum 1.1.2019 eingestellt. Comedy Central wird dann zum Fulltime-Sender.

Donnerstag 21.06. 2018

ProSieben

Plötzlich stehen Joko und Klaas in einer Weihnachtskulisse.

Senderchef Daniel Rosemann kündigt ein neues ProSieben an.

Der Simpsonsdienstag wird umgebaut. Die Simpsons rücken in den Hintergrund. Der Sender setzt an dem Abend auf Factual Entertainment und Shows, wie unter anderem einer Show mit Jochen Schweitzer, in der er einen Geschäftsführer für sein Unternehmen castet. Außerdem wird es eine neue Gameshow “Maya Challenge” geben.

Auch der Donnerstag verändert sich. Hier setzt man zukünftig auf Shows, wie “Schlag den Star“, “Master of Dance“ und natürlich “Germanys next Topmodel“.

Weiter geht es mit den Shows am Samstag. Hier hat sich ProSieben etwas Neues “ausgedacht“ und zeigt “Time Battle“ und die ProSieben Wintergames.

Am Sonntag liegt der Fokus auf neue Hollywood-Ware.

Sat. 1

Sat. 1 Daytime wird in künftig aus Real Life Formaten und „innovativen Talkshows“ bestehen. Die Baustelle Vorabend soll durch die „Live-info-Show“ “Endlich Feierabend“ einleiten. Danach folgt dann der tägliche “Genial daneben“ Ableger.

Auch bei den Serien hat Sat. 1 neue Sachen in der Tasche. “Alles oder nichts“ spielt mit Dramatik und Romantik. Weitere neue Serien sind “Der Bulle und das Biest“ und “Die Läusemutter“, die 2019 auf den Sender kommen. Auch im Crime-Bereich wird es etwas Neues geben.

Sat. 1 Fun Freitag wird weiter ausgebaut. Bülent Ceylan wechselt von RTL zu Sat. 1 und präsentiert dort die neue Show “Game of Games“. Auch Martina Hill bekommt ihre eigene Show. Außerdem gibt es eine weitere Staffel “Mord mit Ansage“ und Hugo Egon Balder präsentiert eine Promi-Zeitreise-Show mit dem Namen “Was für ein Jahr“.

ARD

Auf prominenten Sendeplatz zeigt die ARD die ersten drei Folgen der preisgekrönten Serie “Babylon Berlin“ auf dem “Tatort“ Sendeplatz. Die Serie gibt es schon seit Längerem bei Netflix.

Jetzt wurde auch bekannt, dass das nächste Spin-off von “In aller Freundschaft“ ab November immer donnerstags im Vorabend zu sehen sein wird und die “Krankenschwestern“ heißt.

Fazit:

Es stehen einige neue Sachen im Programm, aber der richtige Knaller, wie im letzten Jahr (Raabrückkehr), blieb aus. ProSieben setzt weiter auf Joko und Klaas, will aber mehr frisches Programm zeigen. Auch Sat. 1 bleibt sich mit dem Funfreitag treu. Der Trend geht zur deutschen Serie.

Volle Kanne live nach neun

Jahrelang hatte das ZDF den Sendeplatz nach dem „Morgenmagazin“ quasi für sich allein. Ingo Nommsen und Co saßen bei „Volle Kanne“ am Frühstückstisch und plauderten mit einem prominenten Gast über alles Mögliche. Zwischendurch noch Servicethemen rund ums Leben.

Jetzt will die ARD auch so etwas haben und startete heute ihr neues Vormittagsmagazin Live nach neun. 45 Minuten live statt Wiederholungen von „Sturm der Liebe“ und Ähnlichem. Inhaltlich macht man es anders als das ZDF und berichtet über Dinge, die bewegen, und zeigt Menschen aus dem Leben. Moderiert wird das Magazin von Schauspielerin, Sängerin und Moderatorin Isabel Varell und KiKa- Moderator Tim Schreder. Man versucht durch die Moderatorenkombination die jüngere und ältere Generation abzubilden.

Das Thema der ersten Woche ist „Neuanfang“, weil es zum neuen Magazin passt. Zum Sendungskonzept zählt die Zuschauerbeteiligung. Man will die Geschichten der Zuschauer hören und aufarbeiten. So wird in der ersten Sendung, passend zum Wochenthema, ein Handyvideo von einer Frau gezeigt, die seit einer Woche im Berufsleben steht. Wen auch immer das interessieren soll. Die weiteren Themen sind die „Üblichen“ Themen solcher Sendungen. Vom Abstieg des HSV am Wochenende wechselt man zum Wetter, wo eine Meteorologin die Unwetter vom Wochenende erklärt und schaltet dann zu den Bundesjugendspielen von Grundschülern, weil man das früher auch nicht mochte. Ich erwarte in den nächsten Ausgaben dann Themen, wie „Warum es im Sommer warm ist“ oder „Warum man den Matheunterricht gehasst hat“.

Boulevard gibt es natürlich auch. Im Einspieler dafür wechselt man von einem freizügigen Kleid zu Stefanie Hertel, die bei einer MDR-Veranstaltung einen Kuchen nach dem Rezept von ihrer verstorbenen Mutter bekommen hat. Weiter geht es zur Geburt von Anne-Marie Carpendale, die ihr erstes Kind bekommen hat und dem 20. Todestag von Frank Sinatra. Es plätschert alles so vor sich hin.

Wer den Beitrag über die Bundesjugendspiele schon langweilig fand, wird bei dem Beitrag zum Mopsrennen fast sediert.

Als Letztes wird dann noch der Eurovision Song Contest aufgegriffen und es wird zu einer Frau vor Ort „geschaltet“. Geschaltet kann man nicht sagen. Es wird ein Tablet abgefilmt, obwohl man zwei große Monitore im Studio hat. Ja, es soll alles nicht so starr wirken und man will verschiedene Medien einbringen, aber man muss es auch nicht übertreiben.

Die sonstige Starre von solchen Sendungen will man scheinbar auch durch die Kameraführung aufheben. So filmt man viel mit einer Handkamera, die aber so sehr wackelt, dass ich mich an alte MTV und Viva Zeiten zurückerinnere. Selbst die Kameras mit Stativ zeigen kein festes Bild. Während sie im On sind, wird mal der Zoom oder Bildausschnitt geändert.

Auch die Moderation versucht die Starre aufzuheben. Die Sendung wirkt sehr frei gestaltet. Die Themen stehen fest, aber die Moderationen dazu sind frei und improvisiert. Da wird dann auch schon mal eine kurze private Geschichte erzählt. Die Abstimmung unter den beiden Moderatoren ist noch schwierig bzw. merkt man Isabell Varell die Erfahrung an. Tim Schreder fällt sehr oft Isabell Varell ins Wort oder will noch unbedingt die Geschichte erklären. Vielleicht ist es auch nur die Aufregung der ersten Sendung gewesen.

Positiv kann man noch sagen, dass das Studio nicht nur aus dem IKEA-Sortiment stammt. Warum eine Badewanne und ein Fahrrad im Studio stehen, erschließt sich mir allerdings noch nicht.

Fazit:

Die Themen wirken wie in einer langjährigen Sendung, die schon über alles berichtet hat und keine Themen mehr findet. In einer ersten Sendung schon so schwache Themen haben, deutet auf nichts Gutes hin, wenn das Sommerloch richtig zugeschlagen hat.

Technisch fehlen noch kleine Abstimmungen, was man in der ersten Sendung verschmerzen kann, wenn ein Bumper zu früh abgefahren wird.

Start Up – Ein Löwe ist ausgebrochen

Dieser Text wurde nicht von der Praktikantin von Maschmeyer geschrieben.

Nach der „Höhle der Löwen“ und „Das Ding“ steigt jetzt auch Sat. 1 in die Gründershows mit Start Up ein. Die ersten Minuten sind eigentlich nur eine Maschmeyerwerbesendung. Nach neun Minuten Vorstellungsvideos geht es dann auch mal los. Erster Pitch und zwischendurch noch der zweite Pitch und ein Vorstellungsvideo. Dann noch die Meinungen der „Jury“. Wieder ein neuer Pitch. Es geht hin und her. Gefühlt werden 200 Produktideen in einer Stunde vorgestellt. Dabei sind die Produkte eigentlich egal. Carsten Maschmeyer interessiert sich nur für die Menschen und beurteilt diese, ob als Gründer geschaffen sind.

Neben Carsten Maschmeyer gibt es noch eine Art Jury, die mitentscheiden, aber total irrelevant sind, weil sie kaum was sagen. Matthew Mockridge hat noch den größten Redeanteil, weil er das Quiz für die Werbung ansagen darf. Ansonsten kommt von den Dreien kaum etwas. Matthew Mockridge tritt als Betreuer der Kandidaten auf und kümmert sich im Verlauf der Staffel um die Kandidaten. Wie viele Mockrigdes gibt es eigentlich? Bei Sat. 1 gibt es zurzeit kein Format ohne einen Mockridge. Lea Lange, selbst Gründerin, soll beraten. Klaus Schieble ist die rechte Hand von Maschmeyer.

Der Schnitt ist grauenhaft. Man kann sich nicht auf ein Produkt einlassen, weil ständig hin und her gesprungen wird. Dazu noch Schnitte ins Publikum, die unpassend zu dem wirken, was man gerade im Pitch gesehen hat. Der Schnitt wirkt nicht authentisch.

Nachdem die Kandidaten, die in der engeren Wahl sind, ausgesucht worden sind, müssen diese Aufgaben erledigen, wie z. B. am Sony Center in Berlin die Passanten von ihrem Produkt überzeugen. Später kommen noch teambildende Aufgaben hinzu, bei denen man schon in der Vorschau sieht, dass es zu Streit unter den Kandidaten kommt.

Fazit:

Als DHDL-Liebhaberin ist das Format nichts für mich. Mich interessieren die Produkte, die Präsentation und wie absurd die Forderungen der Gründer an die Löwen ist. Das alles bekomme ich bei Start Up nicht. Mich interessieren nicht die Gründer, sondern die Produkte und die stehen in der Show nicht im Mittelpunkt. Auch die Länge der Sendung ist viel zu lang. Man orientiert sich da an die “Höhle der Löwen”, aber drei Stunden sind zu lang, vor allem wenn man nach einer Stunde mit den Pitchs durch ist.

Late Night Berlin aus Berlin mit Klaas Heufer-Umlauf

Ist es schon wieder Zeit für eine neue Late Night Show? Klaas Heufer-Umlauf versucht es mit Late Night Berlin. Deutschland ist kein Late Night Land, dennoch gab es immer wieder versuche. Der Großvater der Late Night in Deutschland ist Harald Schmidt. 1995 kopierte er von David Lettermann und der Tonight Show einzelne Elemente. Nach und nach entwickelte er eigene Elemente und war jahrelang das Nonplusultra der Late Night Show, obwohl Stefan Raab mit TV-Total die besseren Quoten einfuhr. Über Jahre waren dies die beiden einzigen Late Night Formate im deutschen Fernsehen, die den amerikanischen Late Nights ähnelten (bei Schmidt mehr, als bei Raab).

Ich habe wieder die Pierre M. Krause Show vergessen. Die gibt es auch noch und sendet seit gefühlt Jahrzehnten in der Sparte im Nachtprogramm. Jan Böhmermann mit seinem Neo Magazin Royale bestimmte die letzten Jahre das Genre, aber nun gibt es eine neue Show mit einem alten Hasen.

Klaas Heufer-Umlauf hat endlich seine eigene Show und diesmal sogar ohne Joko. Bei Circus Halli Galli hatte sich dieser Wunsch immer schon angedeutet. Klaas machte ein kleines Stand-up an seinem Schreibtisch. Den Schreibtisch hat er nun wieder, aber kein Sofa, auf dem sein Lebensabschnittsgefährte Joko Winterscheidt sitzt. Diesmal ist es ein Sessel für die Gäste, die er sich Woche für Woche einlädt.

Jetzt zur Show. Das selbstkritische Stand-up dauert und dauert und dauert. Das Problem, was Stand-ups heute haben, ist das Internet, wo schon jeder dieser Gags über ein Thema gemacht wurde. Es gibt im Übrigen eine Band und einen Bandleader. Der Bandleader ist Redaktionsleiter Jakob Lund und übernimmt die Funktion des Sidekicks. Dazu hat er das rote Elton-Gedächtnis-Sakko an.

Das Stand-up läuft immer noch, auch wenn Klaas sich mittlerweile gesetzt hat. Das Hauptthema des Stand-up besteht aus Politik. An der Lautstärke, der Zuschauerlacher, kann man hören, dass es nicht unbedingt das Zielgruppenthema ist. Die Gags zu „Promi Undercoverboss“ kommen schon mehr beim Publikum an. Der erste Einspieler erinnert doch stark an „Halli Galli“ Einspieler, wo Betrunkene eine Szene nacherzählen. Der Anspruch bei Late Night Berlin hat sich aber erhöht, sodass keine Betrunkene erzählen und das Thema die Koalitionsverhandlungen sind. Nach der Werbung versucht man sich im Zusammenspiel zwischen Klaas und Sidekick, was noch nicht ganz so funktioniert, was aber der Aufregung und der neuen Situation geschuldet ist. Es muss sich alles einspielen.

Die erste Ausgabe war solide. Man muss der Show Zeit geben, damit sich alles einspielt und vielleicht noch an ein paar Schrauben gedreht werden.

Mord mit Ansage – Schillerstraße 2.0

Die Schillerstraße ist zurück. Sat. 1 nennt es Mord mit Ansage.

Nach Genial daneben, was mein Lieblingsformat ist, ist nun auch die Schillerstraße, mein zweites Lieblingsformat, zurück.

Naja, so richtig ist die Schillerstraße nicht zurück. Es gibt keine Cordula, keine feste Wohnung und nicht mal ein Bernhard, der nebenan eine Bar hat oder in der vollkommen neuen Besetzung mit Jürgen Vogel als Nachmieter von Cordula Stratmann.

Diesmal ist die Szenerie anders. In jeder Folge passiert ein Mord, der dann durch die Protagonisten aufgeklärt werden soll. Es gibt weiter Ansagen von einem Spielleiter, die der Angesprochene ausführen muss. Die Ansagen macht nach Maike Tatzig und Georg Uecker nun Bill Mockridge. Lindenstraße trifft also Schillerstraße.

Die Protagonisten wechseln von Folge zu Folge, wie es auch schon in der Schillerstraße war und was der Sendung eine gelungene Abwechslung gab, weil die Personen untereinander unterschiedlich spielen und selbst eine Geschichte aufgebaut haben, welche auch in späteren Folgen immer wieder aufgenommen wurde. Mal sehen, wie sich dabei „Mord mit Ansage“ entwickelt, da es hier eine abgeschlossene Handlung gibt.

Einige Personen von damals sind heute noch dabei. Martin Klempnow und Oliver Pocher, die beide in der Zeit von Jürgen Vogel einen festen Platz im Ensemble.

Das Setting wird von Anfang an schon sehr festgesteckt und die „Schauspieler“ spielen nicht sich selbst, sondern wirklich Rollen, die sie im Laufe der Sendung bekommen. Die Ansagen kommen sehr schnell hintereinander, sodass die Darsteller kaum improvisieren können neben den Ansagen. Zwischendurch erklärt mir Bill Mockridge auch noch die Handlung, die ich gerade gesehen habe. Dazu noch sechs Darsteller, die alle in einer Stunde untergebracht werden müssen und dann auch noch die eigentliche Handlung, dass ein Mord, der erst nach rund einer halben Stunde passiert, aufgeklärt werden muss. Alles ist sehr hektisch. Es gibt kaum Platz für die wirkliche Improvisation, die das Lustigste an der Schillerstraße damals war.

Martin Klempnow rettet die Sendung ein wenig, weil er sehr gut improvisieren kann, was er schon damals in der Ära von Jürgen Vogel zeigte.

Das ist im Übrigen nicht die erste Nachfolge der Schillerstraße. Auch RTL versuchte sich am Improvisationsgenre. „Hotel Zuhause: Bitte stören!“ lief für kurze Zeit im Jahre 2014. In diesem Format wurde ein gesamtes Haus bespielt, was zu langen Strecken während des Spiels führte.

Für eine Improvisationssendung ist wenig improvisiert. Alles wird durch Ansagen vorgegeben. Kaya Yanar muss zu dem auch noch alle seien früheren Rollen spielen, was man mittlerweile auch schon zum Hals raushängt.

Skaliert Das Ding des Jahres?

Ladies and gentlemen,
Please put your patschehands together,
For the sensationel, supersack of German television, STEFAN RAAHAB!
Oh mein Gott, es gibt ihn wirklich!
Er ging nach Amerika, und sagte: “Wenn ich es dort schaffe, komm’ ich nie mehr nach Deutschland zurück!”
Und heute Abend ist er wieder HIER, RAAHAB!”

Aber nur als Produzent. Hauptsache ein bisschen Raab. Hoffentlich gibt es keinen Duschkopf. Vielleicht sind wir doch von ein paar Löwen umgeben. Joko würde ich eher einer Giraffe zuordnen.

Zurück zum Thema.

Die Show ist anders als „Die Höhle der Löwen“. Das Konzept zu kopieren, wäre auch zu einfach gewesen. Was ist anders? Eine Menge. Es gibt sechs Shows. Fünf davon sind die Vorrunden- und die letzte dann die Finalshow. In jeder dieser Vorrundenshows treten jeweils acht Erfinder gegeneinander an. Die Jury testet die Ideen, der Erfinder. Nach zwei Erfindungen stimmt das erste Mal das Publikum ab und entscheidet, welcher der Kandidaten weiterkommt. Dabei kann es sein, dass nur eine von zwei guten Erfindungen weiterkommt und in der nächsten Runde eine Erfindung, die schlechter ist weiterkommt. Lieber dann eine Entscheidung am Ende der jeweiligen Show. In jeder Show wird dann ein „Gewinner“ vom Publikum im Studium gewählt, der dann ins Finale einzieht. Im Finale können dann auch die Zuschauer an den Bildschirmen per Telefonvoting abstimmen und „Das Ding des Jahres“ wählen.

Die Löwen oh Pardon die Jury besteht aus Joko „ich investiere in alles, was mir vor die Füße kommt“ Winterscheidt, Lena „irgendwann mal was mit Models und jetzt will sie nur ins Fernsehen“ Gercke und dem einzigen unbekannten Hans-Jürgen Moog, dem Chefeinkäufer von Rewe. Moderiert werden die Shows von Janin Ullmann und der Gewinner bekommt einen Webedeal im Wert von 2,5 Millionen Euro. Also muss hier nicht um die Gunst der Löwen und die Anteile an der eigenen Firma gefeilscht werden.

Die Einspielfilme sind etwas kürzer als in der Höhle der Löwen, aber trotzdem mit unwichtigen Details gefüllt, die es nicht braucht. Die Produktvorstellungen wirken genauso aufgesagt, wie bei der Höhle. Es handelt sich aber auch um Personen, die so was nicht alltäglich machen.

Die Präsentationen wirken auf der großen Bühne etwas verloren. Da hilft auch nicht die Häuserkulisse im Hintergrund. Selbst die Jurysessel wirken wie ein Fremdkörper, weil sie einfach so auf der Bühne stehen. Auch das Publikum braucht die Sendung nicht. Das Klatschen wird teilweise einfach reingeschnitten, da denkt man schnell an „Little Big Stars“ mit Thomas Gottschalk.

Das gesamte BWL-Gerede fehlt komplett. Ab und zu wird mal nach dem Verkaufspreis und Produktionskosten gefragt, aber einen Businessplan oder die Unternehmensbewertung sucht man vergeblich. Das macht die Show in meinen DHDL-verwöhnten Augen ein bisschen langweilig. Gerade das Businessgerede macht mir in der Höhle Spaß, wenn mal wieder ein paar Erfinder unrealistische Vorstellungen haben und man darüber bei Twitter lästern kann. Bei „Das Ding des Jahres“ sind es nur Produktvorstellungen und Jokos Lache, die man ständig hört. Die beiden anderen Jurymitglieder halten sich eher zurück. Dabei würde die Einschätzung der Verkaufsfähigkeit eines Produktes von Herrn Moog mich viel mehr interessieren.

Ein weiteres Manko ist die Länge der Show. Drei Stunden geht die Sendung. Durch die viele Werbung ist die Netto-Zeit sicherlich nur eine Stunde, aber nach einer Stunde schaltet man geistig einfach ab. Hinzu kommt, dass Pro Sieben die Show nicht nur am Freitag zeigt, sondern auch noch den morgigen Samstag reserviert hat.

Man merkt, dass es eine Raab TV produzierte Sendung ist. Kleine Details, wie das Glöckchen bei den Entscheidungen, kennt man aus „Schlag den Raab“ und auch bei der Machart, merkt man Raabs Hand.

Big Bounce oder Takeshi’s Ninja Bounce?

Big Bounce, eine Show mit Trampoline? Ist das die korrekte Pluralform von „Trampolin“? Man könnte an dieser Stelle auch einen Witz mit Trumpolin machen. Ist seine Frau nicht Polin? Ich schweife ab. Plural von „Trampolin“ ist „Trampoline“.

Kommen wir zur Show. Als ich hörte, dass man eine Show mit Trampoline macht, war ich verunsichert. Was wollen die da machen? Wollen die das ähnlich die olympischen Wettkämpfe machen, die ich ein paar Mal sogar gesehen habe? Oder hüpfen die den Abend über einfach auf den Dingern rum?

Nein, sie zeigen Hunderte von Vorstellungsfilmen. Da merkt sich doch kein Zuschauer etwas von, wenn der Kandidat nach einer Minuten wieder weg ist und der nächste Einspieler kommt. 400 Kandidaten wurden ausgewählt, die gegeneinander den Parcours bewältigen müssen. Wer am schnellsten ist, kommt weiter. Zwischendurch wird ein bisschen gehüpft und auch gerannt. Das war’s auch schon, was man schreiben kann. Nach 5 Minuten hat man alles gesehen, auch wenn sich der Parcours zwischendurch mal ändert, aber die hüpfen da nur umher und das ist nicht sehr spannend. Opdenhövel, der das zusammen mit Wolff-Christopf Fuss moderiert macht das in Ninja-Warrior-Manier und überhaupt ist das Ninja-Warrior in ein bisschen einfacher. Bei Big Bounce ist man immerhin nicht gleich raus, wenn man mal irgendwo herunterfällt, aber muss schneller sein als sein Gegner.

Ach ja, Runden gibt es auch noch. In der zweiten Runde müssen die Kandidaten sich auch noch Licht-, Zahlen- und Farbkombinationen merken und in der dritten Runde werden die Entfernungen zwischen den Trampolinen weiter. Die Kandidaten sind bunt gemischt. Man hat allerdings darauf geachtet, dass Frauen gegen Frauen, Kinder gegen Kinder und bei den Männern auch ähnliche Typen antreten.

Irgendwann gewinnt einer 100.00 Euro, wenn er nicht vorher eingeschlafen ist. Bei Ninja-Warrior war der Parcours härter und nicht jeder hat ihn geschafft und auch da war die Spannung bei mir nach einer Stunde raus. Ob RTL das gewusst hat und die Show deshalb auf einen Freitag und nicht auf einen Samstag gelegt hat?

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