Monat: März 2018

Start Up – Ein Löwe ist ausgebrochen

Dieser Text wurde nicht von der Praktikantin von Maschmeyer geschrieben.

Nach der „Höhle der Löwen“ und „Das Ding“ steigt jetzt auch Sat. 1 in die Gründershows mit Start Up ein. Die ersten Minuten sind eigentlich nur eine Maschmeyerwerbesendung. Nach neun Minuten Vorstellungsvideos geht es dann auch mal los. Erster Pitch und zwischendurch noch der zweite Pitch und ein Vorstellungsvideo. Dann noch die Meinungen der „Jury“. Wieder ein neuer Pitch. Es geht hin und her. Gefühlt werden 200 Produktideen in einer Stunde vorgestellt. Dabei sind die Produkte eigentlich egal. Carsten Maschmeyer interessiert sich nur für die Menschen und beurteilt diese, ob als Gründer geschaffen sind.

Neben Carsten Maschmeyer gibt es noch eine Art Jury, die mitentscheiden, aber total irrelevant sind, weil sie kaum was sagen. Matthew Mockridge hat noch den größten Redeanteil, weil er das Quiz für die Werbung ansagen darf. Ansonsten kommt von den Dreien kaum etwas. Matthew Mockridge tritt als Betreuer der Kandidaten auf und kümmert sich im Verlauf der Staffel um die Kandidaten. Wie viele Mockrigdes gibt es eigentlich? Bei Sat. 1 gibt es zurzeit kein Format ohne einen Mockridge. Lea Lange, selbst Gründerin, soll beraten. Klaus Schieble ist die rechte Hand von Maschmeyer.

Der Schnitt ist grauenhaft. Man kann sich nicht auf ein Produkt einlassen, weil ständig hin und her gesprungen wird. Dazu noch Schnitte ins Publikum, die unpassend zu dem wirken, was man gerade im Pitch gesehen hat. Der Schnitt wirkt nicht authentisch.

Nachdem die Kandidaten, die in der engeren Wahl sind, ausgesucht worden sind, müssen diese Aufgaben erledigen, wie z. B. am Sony Center in Berlin die Passanten von ihrem Produkt überzeugen. Später kommen noch teambildende Aufgaben hinzu, bei denen man schon in der Vorschau sieht, dass es zu Streit unter den Kandidaten kommt.

Fazit:

Als DHDL-Liebhaberin ist das Format nichts für mich. Mich interessieren die Produkte, die Präsentation und wie absurd die Forderungen der Gründer an die Löwen ist. Das alles bekomme ich bei Start Up nicht. Mich interessieren nicht die Gründer, sondern die Produkte und die stehen in der Show nicht im Mittelpunkt. Auch die Länge der Sendung ist viel zu lang. Man orientiert sich da an die “Höhle der Löwen”, aber drei Stunden sind zu lang, vor allem wenn man nach einer Stunde mit den Pitchs durch ist.

Late Night Berlin aus Berlin mit Klaas Heufer-Umlauf

Ist es schon wieder Zeit für eine neue Late Night Show? Klaas Heufer-Umlauf versucht es mit Late Night Berlin. Deutschland ist kein Late Night Land, dennoch gab es immer wieder versuche. Der Großvater der Late Night in Deutschland ist Harald Schmidt. 1995 kopierte er von David Lettermann und der Tonight Show einzelne Elemente. Nach und nach entwickelte er eigene Elemente und war jahrelang das Nonplusultra der Late Night Show, obwohl Stefan Raab mit TV-Total die besseren Quoten einfuhr. Über Jahre waren dies die beiden einzigen Late Night Formate im deutschen Fernsehen, die den amerikanischen Late Nights ähnelten (bei Schmidt mehr, als bei Raab).

Ich habe wieder die Pierre M. Krause Show vergessen. Die gibt es auch noch und sendet seit gefühlt Jahrzehnten in der Sparte im Nachtprogramm. Jan Böhmermann mit seinem Neo Magazin Royale bestimmte die letzten Jahre das Genre, aber nun gibt es eine neue Show mit einem alten Hasen.

Klaas Heufer-Umlauf hat endlich seine eigene Show und diesmal sogar ohne Joko. Bei Circus Halli Galli hatte sich dieser Wunsch immer schon angedeutet. Klaas machte ein kleines Stand-up an seinem Schreibtisch. Den Schreibtisch hat er nun wieder, aber kein Sofa, auf dem sein Lebensabschnittsgefährte Joko Winterscheidt sitzt. Diesmal ist es ein Sessel für die Gäste, die er sich Woche für Woche einlädt.

Jetzt zur Show. Das selbstkritische Stand-up dauert und dauert und dauert. Das Problem, was Stand-ups heute haben, ist das Internet, wo schon jeder dieser Gags über ein Thema gemacht wurde. Es gibt im Übrigen eine Band und einen Bandleader. Der Bandleader ist Redaktionsleiter Jakob Lund und übernimmt die Funktion des Sidekicks. Dazu hat er das rote Elton-Gedächtnis-Sakko an.

Das Stand-up läuft immer noch, auch wenn Klaas sich mittlerweile gesetzt hat. Das Hauptthema des Stand-up besteht aus Politik. An der Lautstärke, der Zuschauerlacher, kann man hören, dass es nicht unbedingt das Zielgruppenthema ist. Die Gags zu „Promi Undercoverboss“ kommen schon mehr beim Publikum an. Der erste Einspieler erinnert doch stark an „Halli Galli“ Einspieler, wo Betrunkene eine Szene nacherzählen. Der Anspruch bei Late Night Berlin hat sich aber erhöht, sodass keine Betrunkene erzählen und das Thema die Koalitionsverhandlungen sind. Nach der Werbung versucht man sich im Zusammenspiel zwischen Klaas und Sidekick, was noch nicht ganz so funktioniert, was aber der Aufregung und der neuen Situation geschuldet ist. Es muss sich alles einspielen.

Die erste Ausgabe war solide. Man muss der Show Zeit geben, damit sich alles einspielt und vielleicht noch an ein paar Schrauben gedreht werden.

Mord mit Ansage – Schillerstraße 2.0

Die Schillerstraße ist zurück. Sat. 1 nennt es Mord mit Ansage.

Nach Genial daneben, was mein Lieblingsformat ist, ist nun auch die Schillerstraße, mein zweites Lieblingsformat, zurück.

Naja, so richtig ist die Schillerstraße nicht zurück. Es gibt keine Cordula, keine feste Wohnung und nicht mal ein Bernhard, der nebenan eine Bar hat oder in der vollkommen neuen Besetzung mit Jürgen Vogel als Nachmieter von Cordula Stratmann.

Diesmal ist die Szenerie anders. In jeder Folge passiert ein Mord, der dann durch die Protagonisten aufgeklärt werden soll. Es gibt weiter Ansagen von einem Spielleiter, die der Angesprochene ausführen muss. Die Ansagen macht nach Maike Tatzig und Georg Uecker nun Bill Mockridge. Lindenstraße trifft also Schillerstraße.

Die Protagonisten wechseln von Folge zu Folge, wie es auch schon in der Schillerstraße war und was der Sendung eine gelungene Abwechslung gab, weil die Personen untereinander unterschiedlich spielen und selbst eine Geschichte aufgebaut haben, welche auch in späteren Folgen immer wieder aufgenommen wurde. Mal sehen, wie sich dabei „Mord mit Ansage“ entwickelt, da es hier eine abgeschlossene Handlung gibt.

Einige Personen von damals sind heute noch dabei. Martin Klempnow und Oliver Pocher, die beide in der Zeit von Jürgen Vogel einen festen Platz im Ensemble.

Das Setting wird von Anfang an schon sehr festgesteckt und die „Schauspieler“ spielen nicht sich selbst, sondern wirklich Rollen, die sie im Laufe der Sendung bekommen. Die Ansagen kommen sehr schnell hintereinander, sodass die Darsteller kaum improvisieren können neben den Ansagen. Zwischendurch erklärt mir Bill Mockridge auch noch die Handlung, die ich gerade gesehen habe. Dazu noch sechs Darsteller, die alle in einer Stunde untergebracht werden müssen und dann auch noch die eigentliche Handlung, dass ein Mord, der erst nach rund einer halben Stunde passiert, aufgeklärt werden muss. Alles ist sehr hektisch. Es gibt kaum Platz für die wirkliche Improvisation, die das Lustigste an der Schillerstraße damals war.

Martin Klempnow rettet die Sendung ein wenig, weil er sehr gut improvisieren kann, was er schon damals in der Ära von Jürgen Vogel zeigte.

Das ist im Übrigen nicht die erste Nachfolge der Schillerstraße. Auch RTL versuchte sich am Improvisationsgenre. „Hotel Zuhause: Bitte stören!“ lief für kurze Zeit im Jahre 2014. In diesem Format wurde ein gesamtes Haus bespielt, was zu langen Strecken während des Spiels führte.

Für eine Improvisationssendung ist wenig improvisiert. Alles wird durch Ansagen vorgegeben. Kaya Yanar muss zu dem auch noch alle seien früheren Rollen spielen, was man mittlerweile auch schon zum Hals raushängt.

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