Monat: Mai 2017

Mensch Gottschalk – Das bewegt Deutschland

Gottschalk wechselt zurzeit zwischen den Sendern hin und her. Heute ist er bei RTL und darf zum zweiten Mal mit seinem Format Mensch Gottschalk am Sonntagabend ran. Die erste Ausgabe lief letztes Jahr im Juni.

Thema der Show sind Themen, die Menschen bewegen, also „Menschen, Bilder, Emotionen“, RTLs Jahresrückblick im Juni. Diesmal ist es noch früher.

Den ersten Promobesuch macht David Hasselhoff, der den neuen Baywatch Film promotet. Zwei schöne Frauen dazu und schon ist die Promo perfekt.

Es erfolgt ein Wahlwerbespot der SPD getarnt als Gespräch mit Sigmar Gabriel. Danach sitzt Caroline Beil im Studio und redet über Beziehungen, mit großem Altersunterschied. Bewegende Themen. Nicht wirklich. Es ist mehr eine abgespeckte Version von „Menschen, Bilder, Emotionen“ und statt Jauch sitzt Gottschalk als Moderator auf dem Sofa.

Wir hängen zu viel am Smartphone. Dazu hat man sich Die Lochis für die junge Generation und Janine Kunze, als Mutter von drei Kindern sowie einen Experten eingeladen. Wirklich tiefgründig kann man das Thema in fünf Minuten nicht diskutieren, weil dann Adel Tawil auftreten muss. Auf einmal tanzen Menschen in bunten Klamotten durchs Studio. Bin ich noch bei Mensch Gottschalk oder träume ich?

Danach folgt ein ernstes Thema mit einer kleinen „Außenwette“. Der Sachverständiger wettet, dass er in ein paar Minuten in ein Haus, der Zuschauer aus dem Saal einbrechen kann. Danach folgt eine richtige Außenwette. Gottschalk wettet mit Mick Schuhmacher, dem Sohn von Michael Schuhmacher, dass er mit dem Auto schneller von Cannes nach Monaco fahren kann, als Mick mit dem Schnellboot. Er verliert natürlich.

Danach wird thematisch mal wieder gesprungen. Carolin Kebekus wird zum Thema Unterschied zwischen Männer und Frauen in der Gesellschaft befragt. Ihre sehr guten Ansichten zu dem Thema werden durch überflüssige Einspielfilme nicht wirklich unterstützt. Man merkt, dass sie viel lieber über ein Hilfsprojekt sprechen möchte, dass sie unterstützt, doch Gottschalk wirkt sie ab, weil die nächsten Gäste hinter der Bühne warten.

Um kurz vor 11 Uhr wird dann noch das schwierige Thema des bedingunglosen Grundeinkommens mit Sarah Wagenknecht diskutiert.

Helene Fischer war natürlich auch da. Zurzeit ist sie in jeder Show, die nicht bei Drei von der Bildfläche verschwunden ist. Damit man mehr Zeit mit ihr hat, muss die Gästin vorher schon nach einer Minute wieder gehen. Die Fans rasten aus. Das Pfeifkonzert vom DFB-Pokal wird kurz angesprochen, dann noch ein Spiel und am Ende singt sie.

Die Show wirkt sehr zusammengewürfelt. Die Show soll zeigen, was die Menschen bewegt, aber so richtige Themen dazu haben sie nicht. Im letzten Jahr waren die Themen emotionaler. Damals wurde über die Anschläge in Paris gesprochen oder mit Menschen, die während des Hochwassers im Süden, vor dem Nichts stehen. Diesmal gibt es keine normalen Menschen, die von ihrem Schicksal erzählen können, weil man diesmal auf eine Show mit Prominenten gesetzt hat.

Auch die Länge von Mensch Gottschalk ist zu lang. Offizielles Ende ist 23:30 Uhr, sehr spät für den Sonntagabend. Am Samstag sind solche Zeiten normal, aber für einen Sonntag ist es für die arbeitende Bevölkerung zu spät.

It’s Showtime oder Supertalent?

It’s Showtime! Das Battle der Besten, die neue Show bei Sat. 1. Ist es nicht noch ein bisschen früh für die neue Supertalent Staffel? Ups, falscher Sender. It’s Showtime ist ähnlich dem Supertalent nur ohne Daniel Hartwich. Moderiert wird von Wayne Carpendale und seiner Frau Annemarie. Und auch hier gibt es eine Jury, die aus drei Leuten besteht. Bei Sat. 1 sind das Michelle Hunziker, Michael „Bully“ Herbig und Sasha. Wie auch beim Supertalent können Menschen ihre Talente darstellen und werden von der Jury bewertet. Nur Dieter Bohlen fehlt. Es treten die üblich Verdächtigen an. Es gibt also Tänzer, Sänger, Artisten, Magier und Comedians, die in unterschiedlichen Kategorien antreten.

Ein bisschen anders ist dann doch. In den Kategorie treten drei Talente gegeneinander an. Die Jury bewertet diese und das Studiopublikum darf am Ende über den jeweiligen  Gewinner der Kategorie abstimmen. Die Artists kommen aus der ganzen Welt. Leider sind die Kategorien teilweise nicht so gut eingeteilt. So gibt es die Kategorie “Oldie but Goldie”, wo zunächst eine 66-Jährige Dame Poledance macht und dann folgt eine ältere Tanztruppe gegen die Dame an. Die Performance, der Herren war gut gemacht, aber nicht außergewöhlich, was bei der Dame schon mehr “Talent” benötigte. Der Dritte in der Kategorie war wieder in Artist.

Immerhin hält man sich mit den Einspielfilmen zurück und stellt die Kandidaten nur kurz vor. Der ein oder andere Schicksalsschlag ist dann doch dabei, aber man fokussiert es nicht, sondern bleibt beim Wesentlichen.

Die Talente hat man alle schon mal irgendwo gesehen. Nach so vielen Jahren Supertalent und Deutschland sucht den Superstar ist es schwierig noch etwas Neues, Einzigartiges und Frisches zu finden, was begeistert.

Nach dem Schnittdebakel von „Little Big Stars“ hat Sat. 1 diesmal dazugelernt und den Schnitt nicht dem Vorbild „Supertalent“ angepasst. Der Schnitt, die Lichtstimmung und auch die Bühne sind schön gestaltet. Dennoch passt der ein oder andere Schnitt nicht zum Bild, aber das ist in anderen Shows auch nicht anders.

Sat. 1 zeigt sechs Folgen von It’s Showtime! Das Battle der Besten jeweils am Sonntagabend.

Von dem Konzept am Sonntagabend eine Samstagabendshow zu zeigen, bin ich noch nicht überzeugt. Man versuchte es schon mit den The Voice Formaten, aber irgendwie ist mir am Sonntagabend nicht nach Show. Auch die Länge spricht nicht für ein Showformat. Die erste Ausgabe geht bis halb 12. Eine Zeit, wo viele schon schlafen, weil sie nächsten Tag früh zur Arbeit müssen. Am Samstagabend kann man hingegen schon mal länger wach bleiben. Wahrscheinlich will man nur der Samstagabendshowkonkurrenz entgehen, die bei RTL oder auch die öffentlich-rechtlichen Sender laufen. Dann sollte man vielleicht die Showlänge anpassen und nur bis 22:30 Uhr senden.

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