Die Kultshow Fort Boyard ist zurück

Fort Boyard ist eine Festung, die vor der französischen Atlantikküste liegt. Im Jahre 1801 begann man mit dem Bau des Forts unter Napoleon. Nach Schwierigkeiten beim Errichten des Fundaments wurden die Bauarbeiten erst im Jahre 1837 wieder aufgenommen. Die endgültige Fertigstellung dauerte bis 1857.

Als Verteidigungsanlage beherbergte das Fort Batterien zur Verteidigung, die von 250 Soldaten bedient wurden.

Moment, ich bin hier nicht auf einem Geschichtsblog.

Seit 1990 ist das Fort Schauplatz für die Spielshow Fort Boyard, deren Adaption es in 33 Ländern gibt. In Deutschland startete das Format zum ersten Mal im Dezember 1990. Bisher wurden vier Staffeln produziert. Die erste Staffel lief 1990/1991 in Sat. 1. Damals noch ohne Promibeteiligung, was sich ab der zweiten Staffel änderte. Die zweite und dritte Staffel lief 2000 bis 2002 bei Pro Sieben im Vorabendprogramm. Nach erneuter jahrelanger Pause folgte 2011 eine weitere Neuauflage bei Kabel 1.

Nachdem man in der dritten Auflage (2011) in Duellen mit je 3 Spielern angetreten ist, kehrt man in der aktuellen Staffel zum Teammodell zurück. Fünf Prominente treten zusammen an, um Geld zu erspielen.

Bei den Prominenten Kandidaten handelt es sich wie immer, um die übliche Z-Prominenz, die in sämtlichen anderen Formaten zu sehen ist.

Die Spiele sind alle schnell hintereinander geschnitten, sodass man sich nicht so viel Gerede anhören muss. Allerdings sind die Spiele viel zu kurz und nicht sehr anspruchsvoll. Wenn man da an „Global Gladiators“ bei ProSieben denkt, sind die Spiele ein Witz. Das heiß nicht, dass die Spiele so anspruchsvoll sein müssen, aber Kindergeburtstagsspiele erzeugen keine Spannung. Hinzu kommt noch die Kürze der Spiele, die selten länger als eine Minute sind oder nur aus einem Durchgang bestehen. Nach einer hat man gefühlt 30 Spiele durch. Danach erfolgt dann der Dangeraum, der zu weiteren Spielen führt. Diesmal können die Kandidaten sich keine Schlüssel erspielen, sondern Hinweise. Die Spiele sind jetzt herausforderner und dauern auch länger.

Im Finale wird ein Lösungswort gesucht. Das Wort löst den Goldregen aus. Jetzt müssen die Goldmünzen nur noch in Sicherheit gebracht werden bis die Tiger kommen.

So richtig Spannung kommt nicht auf. Gut ist die Schnelligkeit des Ablaufs der Show. Es wird nicht viel geredet, sondern gespielt, wenn auch nur sehr kurz.

Sat. 1 zeigt vier Ausgaben. Moderation: Matthias Killing

Denn sie wissen nicht, was passiert

Denn sie wissen nicht, was passiert – Die Jauch-Gottschalk-Schöneberger-Show. Sperriger ging der Name nicht? Gerade in heutigen Social Media Zeiten weiß jeder, dass zu Shows getwittert wird und man einen Hashtag etablieren muss. 29 Buchstaben hat der offizielle Hashtag zur Sendung, den auch RTL bei Twitter nutzt. Auch die Kurzfassung mit den Anfangsbuchstaben der Wörter ist lang und unverständlich, weil Menschen nicht wissen, was sich dahinter verbirgt.

Nun zur Show.

Nachdem bei „Die 2“ nur Thomas Gottschalk und Günther Jauch gegen Kandidaten aus dem Publikum antraten, brauchte RTL noch eine neue Show, in dem auch Barbara Schöneberger mehr als nur die Rolle der Moderation übernimmt. Moderation ist ein gutes Stichwort. Denn diese steht vor Beginn der Show noch nicht fest. Die Drei erfahren es erst in der Sendung, wer von ihnen die Rolle übernimmt und wer die beiden Kandidaten sind. Die Entscheidung wird ihnen von einem sprechenden Hut übermittelt und dauert Ewigkeiten. Noch länger wird die Zeit, wenn man es als Zuschauer schon weiß, weil in den Programmhinweisen, die bei RTL zur Sendung laufen, schon zu sehen ist, dass Günther Jauch diese Rolle übernimmt.

Jauch ist von der Entscheidung nicht begeistert, weil er gerne vorbereitet in eine Show geht. Zur Hilfe steht ihm noch sein langjähriger Mitarbeiter Thorsten Schorn, der in der Kommentatorenkabine sitzt und die Moderationskarten und Requisiten per Seilbahn an Jauch weiterleitet. Was ungefähr alle 2 Minuten stattfindet und schon nach dem ersten Mal nicht mehr lustig ist.

Die verbleibenden Schöneberger und Gottschalk treten jetzt als Team gegen ein weiteres Promipaar an. In diesem Fall gegen das Tatort-Duo Jan Josef Liefers und Axel Prahl. Die beiden Teams spielen für je einen Zuschauer, der vor der Sendung im Foyer des Studios ausgesucht wurde. Da Jauch keine Ahnung von den Spielen, die gespielt werden sollen, hat und Thorsten Schorn die Spiele auch nicht erklärt, übernimmt diese Aufgabe kleine Kinder in einer MAZ. Es stellt sich nur die Frage: WARUM? Ich verstehe diesen Trend nicht. Nur weil es eine Familiensendung sein soll, müssen da keine Kinder mitmachen. Die Spiele kann der Jauch auch von seinen Moderationskarten ablesen.

Die Spiele sind eine Mischung aus aussortierten Schlag den Raab Spielen und Wetten dass…? Wetten. Ähnlich wie bei Schlag den Star/Raab/Henssler ziehen sich die Spiele und langweilen schnell. Es gibt zehn Spiele und das Finale. Das Finalspiel wurde bereits in drei anderen Showformaten gespielt. Ein Ballon muss mithilfe von Stangen zum Platzen gebracht werden. Bei wem der Ballon platzt, hat verloren. Nach 40 Minuten ist der Ballon noch nicht geplatzt und somit gewinnt keiner das Finale. Die Zuschauer teilen sich nun den Gewinn von 50.000 Euro. Natürlich hat die Show die Länge einer Samstagabendshow, auch wenn zwei Stunden statt fast 4 Stunden ausgereicht hätten, weil es einfach langweilig ist.

Denn sie wissen nicht, was passiert – Die Jauch-Gottschalk-Schöneberger-Show trifft die Show genau. Niemand weiß in dieser Show was passiert. Selbst bei RTL bin ich mir da nicht so sicher. Dennoch kommt bei der Show keine Spontanität auf, wie man sich vielleicht erwartet.

Insgesamt gibt es 4 Ausgaben von Denn sie wissen nicht, was passiert.

Genial daneben jetzt täglich, also fast

Das Erfolgsformat Sat. 1 „Genial daneben“ feiert seinen Einstieg in den Vorabend und das fast täglich. Acht Jahre lang war Genial daneben in der Versenkung verschwunden. Im März 2017 kehrte es dann endlich zurück. Hugo Egon Balder und Hella von Sinnen waren auch wieder an Bord. Nur Bernhard Hoëcker stand nicht mehr zur Verfügung. Er wurde durch Wigald Boning ersetzt. Die Neuauflage ist gelungen, weil sie kaum Änderungen mit sich brachte. Hier noch mal meine Kritik von damals.

Nun will Sat. 1 etwas anders machen und dachte sich, dass so ein erfolgreiches Format weitergedacht werden muss und die Probleme im Vorabend lösen können. Die anderen Sender zeigen schließlich auch Quizshows am Vorabend. Nun ist Genial daneben kein klassisches Quiz, sondern eher eine Ratesendung.

Die wochentägliche Sendung unterscheidet sich von der klassischen Sendung.

Diesmal sind die Fragensteller direkt im Studio. Es gibt drei Antwortmöglichkeiten und bei einer falschen Antwort qualifiziert sich der Kandidat für die Finalrunde, in der die Kandidaten selbst Fragen beantworten müssen und die Chance auf 5.000 Euro haben.

Das Rateteam druckst also genauso wie bei anderen Quizshows rum und wägt ab, welche Antwort die Richtige ist. Bei der klassischen Form mussten sie alles raten und erst mal das Themengebiet finden. Dennoch wird in die Antworten irgendwas hineininterpretiert, aber das Spannende fehlt.

Es ist nicht mehr Genial daneben. Es ist eine Quizshow mit den Protagonisten von Genial daneben. Die Kreativität, was das Format ausgemacht hat, fehlt. Eine Frage beantworten mit drei Antwortmöglichkeiten, ist nicht schwer, vor allem, weil das Rateteam kein Nachteil bekommt und dann eben nur falsch liegt und der Kandidat 500 Euro bekommt. Beim klassischen Genial daneben hatte das Rateteam noch Ehrgeiz. Jetzt herrscht nur Langeweile. Auch das Finale bringt keine Spannung. Das Rateteam stellt jetzt Behauptungen auf und die Finalisten müssen sich für eine der beiden Behauptungen entscheiden. Wer einen Fehler macht fliegt raus.

Ich liebe das klassische Format. Ich habe keine Folge verpasst und ständig bei Youtube nach neuen Folgen geguckt. Nun habe ich ein anderes Format, was ohne Kreativität und Humor auskommt. Hoffentlich schadet das Format nicht der klassischen Ausgabe, wenn die Quoten im Keller sind (also nach der ersten Woche).

Das neue Programm ist da

Seit einigen Jahren gibt es nun schon die Screen Force Days, an denen die einzelnen Sender ihre neue Fernsehsaison präsentieren. Die letzten zwei Tage war es wieder so weit. Am Mittwoch stellten die Mediengruppe RTL Deutschland, Sky Media, Dicovery und Visoon Video Impact ihre Programme vor. Am Donnerstag folgten dann ProSiebenSat.1, Servus RV, Disney, Sport1 und die ARD ihr Programm vor.

Mittwoch 20.06.2018

RTL

RTL schickt eine neue tägliche Serie in den Ring. Die Serie “Freundinnen – Jetzt erst recht“ soll täglich um 17 Uhr laufen. Senderchef Frank Hoffmann beschreibt die Serie als: “Wie Sex and the City – mit weniger Sex und mit noch weniger City.”. Ich weiß ja nicht, ob das dann noch spannend ist. Des Weiteren springt RTL auf den Trödel- und Gründertrend auf und will diesen in der Daytime zeigen. In der Primetime setzt RTL auf deutsche Serien, wie “Der Lehrer“, “Sankt Maik“ und die neue Serie „Die Klempnerin“.

Im Showbereich bleibt sich RTL treu und setzt auf “DSDS“ und “Big Bounce“ sowie der neuen Show von Sylvies Meis “Sylvies Dessous Models”

Vox

Nach dem Erfolg von “Der Club der roten Bänder“ wirft Vox die neue Eigenproduktion “Milk & Honey“ mittwochs auf den Sender. Sendergesicht Guido Maria Kretschmer bekommt ein eigenes Primetimeformat. “Guidos Masterclass“ wird ab Herbst auf dem Sender laufen. Etwas Neues probiert Vox mit Koch Roland Trettl und Comedian Michael Mittermeier, die ein „Publikum für Menschen [sind], die noch nie Publikum hatten“.

Sky Media

Kennen Sie noch X-Factor? 2010 bis 2012 lief dieses Musikcastingformat bei Vox. Jetzt ist es zurück bei Sky. Moderiert wird die Show von Charlotte Würdig. In der Jury sitzen ihr Mann Sido, Thomas Anders, Sängerin Jennifer Weist und der amerikanische Sänger Lions Head. Weiter setzt Sky auf Sport und insbesondere Fußball. Im Serienbereich wird “Das Boot“ in diesem Jahr zu sehen sein.

Discovery

Im Discovery-Free-TV-Kanal TLC wird Veronica Ferres die deutsche Adaption von “Married with Secrets” präsentieren.

RTL2

RTL2 setzt seine Sozialreportagen fort. Bleibt aber auch beim typischen RTL2 Programm mit einer neuen Staffel “Love Island”

RIP Viva

Jetzt wird es traurig. Der Musiksender meiner Jugend, neben MTV, wird zum 1.1.2019 eingestellt. Comedy Central wird dann zum Fulltime-Sender.

Donnerstag 21.06. 2018

ProSieben

Plötzlich stehen Joko und Klaas in einer Weihnachtskulisse.

Senderchef Daniel Rosemann kündigt ein neues ProSieben an.

Der Simpsonsdienstag wird umgebaut. Die Simpsons rücken in den Hintergrund. Der Sender setzt an dem Abend auf Factual Entertainment und Shows, wie unter anderem einer Show mit Jochen Schweitzer, in der er einen Geschäftsführer für sein Unternehmen castet. Außerdem wird es eine neue Gameshow “Maya Challenge” geben.

Auch der Donnerstag verändert sich. Hier setzt man zukünftig auf Shows, wie “Schlag den Star“, “Master of Dance“ und natürlich “Germanys next Topmodel“.

Weiter geht es mit den Shows am Samstag. Hier hat sich ProSieben etwas Neues “ausgedacht“ und zeigt “Time Battle“ und die ProSieben Wintergames.

Am Sonntag liegt der Fokus auf neue Hollywood-Ware.

Sat. 1

Sat. 1 Daytime wird in künftig aus Real Life Formaten und „innovativen Talkshows“ bestehen. Die Baustelle Vorabend soll durch die „Live-info-Show“ “Endlich Feierabend“ einleiten. Danach folgt dann der tägliche “Genial daneben“ Ableger.

Auch bei den Serien hat Sat. 1 neue Sachen in der Tasche. “Alles oder nichts“ spielt mit Dramatik und Romantik. Weitere neue Serien sind “Der Bulle und das Biest“ und “Die Läusemutter“, die 2019 auf den Sender kommen. Auch im Crime-Bereich wird es etwas Neues geben.

Sat. 1 Fun Freitag wird weiter ausgebaut. Bülent Ceylan wechselt von RTL zu Sat. 1 und präsentiert dort die neue Show “Game of Games“. Auch Martina Hill bekommt ihre eigene Show. Außerdem gibt es eine weitere Staffel “Mord mit Ansage“ und Hugo Egon Balder präsentiert eine Promi-Zeitreise-Show mit dem Namen “Was für ein Jahr“.

ARD

Auf prominenten Sendeplatz zeigt die ARD die ersten drei Folgen der preisgekrönten Serie “Babylon Berlin“ auf dem “Tatort“ Sendeplatz. Die Serie gibt es schon seit Längerem bei Netflix.

Jetzt wurde auch bekannt, dass das nächste Spin-off von “In aller Freundschaft“ ab November immer donnerstags im Vorabend zu sehen sein wird und die “Krankenschwestern“ heißt.

Fazit:

Es stehen einige neue Sachen im Programm, aber der richtige Knaller, wie im letzten Jahr (Raabrückkehr), blieb aus. ProSieben setzt weiter auf Joko und Klaas, will aber mehr frisches Programm zeigen. Auch Sat. 1 bleibt sich mit dem Funfreitag treu. Der Trend geht zur deutschen Serie.

Volle Kanne live nach neun

Jahrelang hatte das ZDF den Sendeplatz nach dem „Morgenmagazin“ quasi für sich allein. Ingo Nommsen und Co saßen bei „Volle Kanne“ am Frühstückstisch und plauderten mit einem prominenten Gast über alles Mögliche. Zwischendurch noch Servicethemen rund ums Leben.

Jetzt will die ARD auch so etwas haben und startete heute ihr neues Vormittagsmagazin Live nach neun. 45 Minuten live statt Wiederholungen von „Sturm der Liebe“ und Ähnlichem. Inhaltlich macht man es anders als das ZDF und berichtet über Dinge, die bewegen, und zeigt Menschen aus dem Leben. Moderiert wird das Magazin von Schauspielerin, Sängerin und Moderatorin Isabel Varell und KiKa- Moderator Tim Schreder. Man versucht durch die Moderatorenkombination die jüngere und ältere Generation abzubilden.

Das Thema der ersten Woche ist „Neuanfang“, weil es zum neuen Magazin passt. Zum Sendungskonzept zählt die Zuschauerbeteiligung. Man will die Geschichten der Zuschauer hören und aufarbeiten. So wird in der ersten Sendung, passend zum Wochenthema, ein Handyvideo von einer Frau gezeigt, die seit einer Woche im Berufsleben steht. Wen auch immer das interessieren soll. Die weiteren Themen sind die „Üblichen“ Themen solcher Sendungen. Vom Abstieg des HSV am Wochenende wechselt man zum Wetter, wo eine Meteorologin die Unwetter vom Wochenende erklärt und schaltet dann zu den Bundesjugendspielen von Grundschülern, weil man das früher auch nicht mochte. Ich erwarte in den nächsten Ausgaben dann Themen, wie „Warum es im Sommer warm ist“ oder „Warum man den Matheunterricht gehasst hat“.

Boulevard gibt es natürlich auch. Im Einspieler dafür wechselt man von einem freizügigen Kleid zu Stefanie Hertel, die bei einer MDR-Veranstaltung einen Kuchen nach dem Rezept von ihrer verstorbenen Mutter bekommen hat. Weiter geht es zur Geburt von Anne-Marie Carpendale, die ihr erstes Kind bekommen hat und dem 20. Todestag von Frank Sinatra. Es plätschert alles so vor sich hin.

Wer den Beitrag über die Bundesjugendspiele schon langweilig fand, wird bei dem Beitrag zum Mopsrennen fast sediert.

Als Letztes wird dann noch der Eurovision Song Contest aufgegriffen und es wird zu einer Frau vor Ort „geschaltet“. Geschaltet kann man nicht sagen. Es wird ein Tablet abgefilmt, obwohl man zwei große Monitore im Studio hat. Ja, es soll alles nicht so starr wirken und man will verschiedene Medien einbringen, aber man muss es auch nicht übertreiben.

Die sonstige Starre von solchen Sendungen will man scheinbar auch durch die Kameraführung aufheben. So filmt man viel mit einer Handkamera, die aber so sehr wackelt, dass ich mich an alte MTV und Viva Zeiten zurückerinnere. Selbst die Kameras mit Stativ zeigen kein festes Bild. Während sie im On sind, wird mal der Zoom oder Bildausschnitt geändert.

Auch die Moderation versucht die Starre aufzuheben. Die Sendung wirkt sehr frei gestaltet. Die Themen stehen fest, aber die Moderationen dazu sind frei und improvisiert. Da wird dann auch schon mal eine kurze private Geschichte erzählt. Die Abstimmung unter den beiden Moderatoren ist noch schwierig bzw. merkt man Isabell Varell die Erfahrung an. Tim Schreder fällt sehr oft Isabell Varell ins Wort oder will noch unbedingt die Geschichte erklären. Vielleicht ist es auch nur die Aufregung der ersten Sendung gewesen.

Positiv kann man noch sagen, dass das Studio nicht nur aus dem IKEA-Sortiment stammt. Warum eine Badewanne und ein Fahrrad im Studio stehen, erschließt sich mir allerdings noch nicht.

Fazit:

Die Themen wirken wie in einer langjährigen Sendung, die schon über alles berichtet hat und keine Themen mehr findet. In einer ersten Sendung schon so schwache Themen haben, deutet auf nichts Gutes hin, wenn das Sommerloch richtig zugeschlagen hat.

Technisch fehlen noch kleine Abstimmungen, was man in der ersten Sendung verschmerzen kann, wenn ein Bumper zu früh abgefahren wird.

Start Up – Ein Löwe ist ausgebrochen

Dieser Text wurde nicht von der Praktikantin von Maschmeyer geschrieben.

Nach der „Höhle der Löwen“ und „Das Ding“ steigt jetzt auch Sat. 1 in die Gründershows mit Start Up ein. Die ersten Minuten sind eigentlich nur eine Maschmeyerwerbesendung. Nach neun Minuten Vorstellungsvideos geht es dann auch mal los. Erster Pitch und zwischendurch noch der zweite Pitch und ein Vorstellungsvideo. Dann noch die Meinungen der „Jury“. Wieder ein neuer Pitch. Es geht hin und her. Gefühlt werden 200 Produktideen in einer Stunde vorgestellt. Dabei sind die Produkte eigentlich egal. Carsten Maschmeyer interessiert sich nur für die Menschen und beurteilt diese, ob als Gründer geschaffen sind.

Neben Carsten Maschmeyer gibt es noch eine Art Jury, die mitentscheiden, aber total irrelevant sind, weil sie kaum was sagen. Matthew Mockridge hat noch den größten Redeanteil, weil er das Quiz für die Werbung ansagen darf. Ansonsten kommt von den Dreien kaum etwas. Matthew Mockridge tritt als Betreuer der Kandidaten auf und kümmert sich im Verlauf der Staffel um die Kandidaten. Wie viele Mockrigdes gibt es eigentlich? Bei Sat. 1 gibt es zurzeit kein Format ohne einen Mockridge. Lea Lange, selbst Gründerin, soll beraten. Klaus Schieble ist die rechte Hand von Maschmeyer.

Der Schnitt ist grauenhaft. Man kann sich nicht auf ein Produkt einlassen, weil ständig hin und her gesprungen wird. Dazu noch Schnitte ins Publikum, die unpassend zu dem wirken, was man gerade im Pitch gesehen hat. Der Schnitt wirkt nicht authentisch.

Nachdem die Kandidaten, die in der engeren Wahl sind, ausgesucht worden sind, müssen diese Aufgaben erledigen, wie z. B. am Sony Center in Berlin die Passanten von ihrem Produkt überzeugen. Später kommen noch teambildende Aufgaben hinzu, bei denen man schon in der Vorschau sieht, dass es zu Streit unter den Kandidaten kommt.

Fazit:

Als DHDL-Liebhaberin ist das Format nichts für mich. Mich interessieren die Produkte, die Präsentation und wie absurd die Forderungen der Gründer an die Löwen ist. Das alles bekomme ich bei Start Up nicht. Mich interessieren nicht die Gründer, sondern die Produkte und die stehen in der Show nicht im Mittelpunkt. Auch die Länge der Sendung ist viel zu lang. Man orientiert sich da an die “Höhle der Löwen”, aber drei Stunden sind zu lang, vor allem wenn man nach einer Stunde mit den Pitchs durch ist.

Late Night Berlin aus Berlin mit Klaas Heufer-Umlauf

Ist es schon wieder Zeit für eine neue Late Night Show? Klaas Heufer-Umlauf versucht es mit Late Night Berlin. Deutschland ist kein Late Night Land, dennoch gab es immer wieder versuche. Der Großvater der Late Night in Deutschland ist Harald Schmidt. 1995 kopierte er von David Lettermann und der Tonight Show einzelne Elemente. Nach und nach entwickelte er eigene Elemente und war jahrelang das Nonplusultra der Late Night Show, obwohl Stefan Raab mit TV-Total die besseren Quoten einfuhr. Über Jahre waren dies die beiden einzigen Late Night Formate im deutschen Fernsehen, die den amerikanischen Late Nights ähnelten (bei Schmidt mehr, als bei Raab).

Ich habe wieder die Pierre M. Krause Show vergessen. Die gibt es auch noch und sendet seit gefühlt Jahrzehnten in der Sparte im Nachtprogramm. Jan Böhmermann mit seinem Neo Magazin Royale bestimmte die letzten Jahre das Genre, aber nun gibt es eine neue Show mit einem alten Hasen.

Klaas Heufer-Umlauf hat endlich seine eigene Show und diesmal sogar ohne Joko. Bei Circus Halli Galli hatte sich dieser Wunsch immer schon angedeutet. Klaas machte ein kleines Stand-up an seinem Schreibtisch. Den Schreibtisch hat er nun wieder, aber kein Sofa, auf dem sein Lebensabschnittsgefährte Joko Winterscheidt sitzt. Diesmal ist es ein Sessel für die Gäste, die er sich Woche für Woche einlädt.

Jetzt zur Show. Das selbstkritische Stand-up dauert und dauert und dauert. Das Problem, was Stand-ups heute haben, ist das Internet, wo schon jeder dieser Gags über ein Thema gemacht wurde. Es gibt im Übrigen eine Band und einen Bandleader. Der Bandleader ist Redaktionsleiter Jakob Lund und übernimmt die Funktion des Sidekicks. Dazu hat er das rote Elton-Gedächtnis-Sakko an.

Das Stand-up läuft immer noch, auch wenn Klaas sich mittlerweile gesetzt hat. Das Hauptthema des Stand-up besteht aus Politik. An der Lautstärke, der Zuschauerlacher, kann man hören, dass es nicht unbedingt das Zielgruppenthema ist. Die Gags zu „Promi Undercoverboss“ kommen schon mehr beim Publikum an. Der erste Einspieler erinnert doch stark an „Halli Galli“ Einspieler, wo Betrunkene eine Szene nacherzählen. Der Anspruch bei Late Night Berlin hat sich aber erhöht, sodass keine Betrunkene erzählen und das Thema die Koalitionsverhandlungen sind. Nach der Werbung versucht man sich im Zusammenspiel zwischen Klaas und Sidekick, was noch nicht ganz so funktioniert, was aber der Aufregung und der neuen Situation geschuldet ist. Es muss sich alles einspielen.

Die erste Ausgabe war solide. Man muss der Show Zeit geben, damit sich alles einspielt und vielleicht noch an ein paar Schrauben gedreht werden.

Mord mit Ansage – Schillerstraße 2.0

Die Schillerstraße ist zurück. Sat. 1 nennt es Mord mit Ansage.

Nach Genial daneben, was mein Lieblingsformat ist, ist nun auch die Schillerstraße, mein zweites Lieblingsformat, zurück.

Naja, so richtig ist die Schillerstraße nicht zurück. Es gibt keine Cordula, keine feste Wohnung und nicht mal ein Bernhard, der nebenan eine Bar hat oder in der vollkommen neuen Besetzung mit Jürgen Vogel als Nachmieter von Cordula Stratmann.

Diesmal ist die Szenerie anders. In jeder Folge passiert ein Mord, der dann durch die Protagonisten aufgeklärt werden soll. Es gibt weiter Ansagen von einem Spielleiter, die der Angesprochene ausführen muss. Die Ansagen macht nach Maike Tatzig und Georg Uecker nun Bill Mockridge. Lindenstraße trifft also Schillerstraße.

Die Protagonisten wechseln von Folge zu Folge, wie es auch schon in der Schillerstraße war und was der Sendung eine gelungene Abwechslung gab, weil die Personen untereinander unterschiedlich spielen und selbst eine Geschichte aufgebaut haben, welche auch in späteren Folgen immer wieder aufgenommen wurde. Mal sehen, wie sich dabei „Mord mit Ansage“ entwickelt, da es hier eine abgeschlossene Handlung gibt.

Einige Personen von damals sind heute noch dabei. Martin Klempnow und Oliver Pocher, die beide in der Zeit von Jürgen Vogel einen festen Platz im Ensemble.

Das Setting wird von Anfang an schon sehr festgesteckt und die „Schauspieler“ spielen nicht sich selbst, sondern wirklich Rollen, die sie im Laufe der Sendung bekommen. Die Ansagen kommen sehr schnell hintereinander, sodass die Darsteller kaum improvisieren können neben den Ansagen. Zwischendurch erklärt mir Bill Mockridge auch noch die Handlung, die ich gerade gesehen habe. Dazu noch sechs Darsteller, die alle in einer Stunde untergebracht werden müssen und dann auch noch die eigentliche Handlung, dass ein Mord, der erst nach rund einer halben Stunde passiert, aufgeklärt werden muss. Alles ist sehr hektisch. Es gibt kaum Platz für die wirkliche Improvisation, die das Lustigste an der Schillerstraße damals war.

Martin Klempnow rettet die Sendung ein wenig, weil er sehr gut improvisieren kann, was er schon damals in der Ära von Jürgen Vogel zeigte.

Das ist im Übrigen nicht die erste Nachfolge der Schillerstraße. Auch RTL versuchte sich am Improvisationsgenre. „Hotel Zuhause: Bitte stören!“ lief für kurze Zeit im Jahre 2014. In diesem Format wurde ein gesamtes Haus bespielt, was zu langen Strecken während des Spiels führte.

Für eine Improvisationssendung ist wenig improvisiert. Alles wird durch Ansagen vorgegeben. Kaya Yanar muss zu dem auch noch alle seien früheren Rollen spielen, was man mittlerweile auch schon zum Hals raushängt.

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