Kurz nachdem bekannt wurde, dass RTL RTLplus wieder aufleben lassen will und dort TV Klassiker zeigen will, wurde auch bekannt, dass sie die 90er Jahre Klassiker Familienduell, Jeopardy, Ruck Zuck und das Glücksrad zeigen wollen. Nicht die alten Folgen, sondern neue Produktionen. Die Freude war groß. Sind die meisten mit den Shows aufgewachsen und kennen bis heute einige seltsame Antworten. Die Ernüchterung kam, als RTL die Moderatoren der Shows bekannt gab. So wird Jeopardy von Joachim Llambi moderiert. Inka Bause übernimmt das Familienduell, Jan Hahn das Glücksrad und Ruck Zuck wird von Oliver Geissen moderiert. Also die üblichen RTL Nasen und nicht die Originalmoderatoren, die zumindest bei Ruck Zuck mit Jochen Bendel und das Familienduell mit Werner Schulze Erdel noch gut ins Bild gepasst hätten.

Zunächst zeigt RTLplus nur Jeopardy und Familienduell. Die beiden anderen Shows folgen im Oktober. Überraschenderweise werden die Shows nicht als eine große Show aufgezogen, sondern im Vorabend für je 30 Minuten gezeigt. Es kommen je Show zwei Folgen beginnend mit Was ist Jeopardy?.

Jeopardy wurde von 1994 bis 1998 von Frank Elstner moderiert. Davor hieß die Sendung Riskant! und wurde von Hans-Jürgen Bäumler moderiert. Der Kandidat musste aus verschiedenen Themenfeldern und Schwierigkeitsstufen wählen und in Frageform antworten.

Die Wartemelodie ist fast die alte. Puh, schon die erste Hürde geschafft. Die Kandidaten sind normale Menschen und schon geht es los. Es wird ein sehr schnelles Tempo vorgelegt. Die Kategorien der Fragerunde werden genannt und es geht los. Nach der ersten Raterunde folgen eine kurze Vorstellungs- und Smalltalkrunde und dann geht es auch schon weiter mit der nächsten Wand. Llambi führt souverän durch die Sendung. Zack ist die erste halbe Stunde und damit die Sendung vorbei. Lambi verabschiedet sich und schon startet die neue Folge. Die Doppelprogrammierung wirkt ein bisschen fehl, weil Llambi sich verabschiedet kurz danach wieder da ist.

Man ist sehr nah an der alten Sendung geblieben. Man hat es wirklich geschafft ein altes Format zu modernisieren ohne es zu zerstören.

Auch das Familienduell wurde entstaubt

Das Prinzip ist einfach. Im Vorfeld werden 100 Menschen gefragt und die Kandidaten müssen die Top-Antwort herausfinden. Die Kandidaten sind zwei Familien bestehend aus fünf Mitgliedern. Hat ein Kandidat die Runde auf seine Seite geholt, müssen die Familienmitglieder nun die restlichen Antworten finden. Über vier Runden wird gespielt. Danach kommt das Finale in dem ein Familienmitglied fünf Fragen gestellt werden, die es in ein paar Sekunden beantworten muss. Auch hier werden wieder die Top-Antworten gesucht. Die Familie mit den meisten Punkten gewinnt 3.000 Euro und tritt in der nächsten Folge gegen eine neue Familie an. Schafft eine Familie fünf Mal das Finale zu erreichen, wird um eine Summe von 30.000 Euro gespielt.

Auch hier hat man sich dem alten Sounddesign bedient, was an die guten alten Zeiten erinnert. Der X-Sound wurde aber leider erneuert. Der Spielablauf ist der von früher, nur das Studio wurde modernisiert. Inka Bause trägt keine Tennissocken.

Sie führt gut durch die Sendung. Die Gespräche könnten ein bisschen gehaltvoller sein als zwei Schwestern zu fragen, ob sie sich früher gestritten haben.