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Skaliert Das Ding des Jahres?

Ladies and gentlemen,
Please put your patschehands together,
For the sensationel, supersack of German television, STEFAN RAAHAB!
Oh mein Gott, es gibt ihn wirklich!
Er ging nach Amerika, und sagte: „Wenn ich es dort schaffe, komm‘ ich nie mehr nach Deutschland zurück!“
Und heute Abend ist er wieder HIER, RAAHAB!“

Aber nur als Produzent. Hauptsache ein bisschen Raab. Hoffentlich gibt es keinen Duschkopf. Vielleicht sind wir doch von ein paar Löwen umgeben. Joko würde ich eher einer Giraffe zuordnen.

Zurück zum Thema.

Die Show ist anders als „Die Höhle der Löwen“. Das Konzept zu kopieren, wäre auch zu einfach gewesen. Was ist anders? Eine Menge. Es gibt sechs Shows. Fünf davon sind die Vorrunden- und die letzte dann die Finalshow. In jeder dieser Vorrundenshows treten jeweils acht Erfinder gegeneinander an. Die Jury testet die Ideen, der Erfinder. Nach zwei Erfindungen stimmt das erste Mal das Publikum ab und entscheidet, welcher der Kandidaten weiterkommt. Dabei kann es sein, dass nur eine von zwei guten Erfindungen weiterkommt und in der nächsten Runde eine Erfindung, die schlechter ist weiterkommt. Lieber dann eine Entscheidung am Ende der jeweiligen Show. In jeder Show wird dann ein „Gewinner“ vom Publikum im Studium gewählt, der dann ins Finale einzieht. Im Finale können dann auch die Zuschauer an den Bildschirmen per Telefonvoting abstimmen und „Das Ding des Jahres“ wählen.

Die Löwen oh Pardon die Jury besteht aus Joko „ich investiere in alles, was mir vor die Füße kommt“ Winterscheidt, Lena „irgendwann mal was mit Models und jetzt will sie nur ins Fernsehen“ Gercke und dem einzigen unbekannten Hans-Jürgen Moog, dem Chefeinkäufer von Rewe. Moderiert werden die Shows von Janin Ullmann und der Gewinner bekommt einen Webedeal im Wert von 2,5 Millionen Euro. Also muss hier nicht um die Gunst der Löwen und die Anteile an der eigenen Firma gefeilscht werden.

Die Einspielfilme sind etwas kürzer als in der Höhle der Löwen, aber trotzdem mit unwichtigen Details gefüllt, die es nicht braucht. Die Produktvorstellungen wirken genauso aufgesagt, wie bei der Höhle. Es handelt sich aber auch um Personen, die so was nicht alltäglich machen.

Die Präsentationen wirken auf der großen Bühne etwas verloren. Da hilft auch nicht die Häuserkulisse im Hintergrund. Selbst die Jurysessel wirken wie ein Fremdkörper, weil sie einfach so auf der Bühne stehen. Auch das Publikum braucht die Sendung nicht. Das Klatschen wird teilweise einfach reingeschnitten, da denkt man schnell an „Little Big Stars“ mit Thomas Gottschalk.

Das gesamte BWL-Gerede fehlt komplett. Ab und zu wird mal nach dem Verkaufspreis und Produktionskosten gefragt, aber einen Businessplan oder die Unternehmensbewertung sucht man vergeblich. Das macht die Show in meinen DHDL-verwöhnten Augen ein bisschen langweilig. Gerade das Businessgerede macht mir in der Höhle Spaß, wenn mal wieder ein paar Erfinder unrealistische Vorstellungen haben und man darüber bei Twitter lästern kann. Bei „Das Ding des Jahres“ sind es nur Produktvorstellungen und Jokos Lache, die man ständig hört. Die beiden anderen Jurymitglieder halten sich eher zurück. Dabei würde die Einschätzung der Verkaufsfähigkeit eines Produktes von Herrn Moog mich viel mehr interessieren.

Ein weiteres Manko ist die Länge der Show. Drei Stunden geht die Sendung. Durch die viele Werbung ist die Netto-Zeit sicherlich nur eine Stunde, aber nach einer Stunde schaltet man geistig einfach ab. Hinzu kommt, dass Pro Sieben die Show nicht nur am Freitag zeigt, sondern auch noch den morgigen Samstag reserviert hat.

Man merkt, dass es eine Raab TV produzierte Sendung ist. Kleine Details, wie das Glöckchen bei den Entscheidungen, kennt man aus „Schlag den Raab“ und auch bei der Machart, merkt man Raabs Hand.

Schlag den Ra.. äh Schlag den Henssler

Er ging nach Amerika und sagte: „Wenn ich es dort schaffe, komm‘ ich nie mehr nach Deutschland zurück!“
Und heute Abend ist er wieder HIER, RAAAB!“

Oh.

Schlag den Henssler

Screenshot Schlag den Henssler

Das erfolgreichste Samstagabendshowkonzept nach „Wetten dass…?“ ist zurück. OK, es war nie wirklich weg. Schlag den … ist zurück. Seit 2006 läuft die Show. Es gab 54 Ausgaben mit Stefan Raab. Ab 2009 gab es den Ableger „Schlag den Star“, der ähnlich funktionierte, aber nicht live war und es weniger Geld gab. Nachdem Rücktritt von Raab wurde „Schlag den Star“ umkonzipiert. Es traten jetzt nicht mehr Normalos gegen Promis an, sondern zwei Promis gegeneinander an. Außerdem war die Show live. Nun ist man wieder beim alten Konzept und konnte Stefan Henssler als Dauergegner gewinnen, der nun wieder gegen Normalos antritt.

Neu ist die Anzahl an Auswahlkandidaten. Waren es früher fünf Personen, sind es jetzt nur noch drei. Diesmal ist auch keine Frau als Auswahlkandidatin dabei. Neu ist auch die Gewinnsumme, die sich halbiert hat. Es sind nur noch 250.000 Euro. Gewinnt Steffen Henssler, erhöht sich der Jackpot. Moderiert wird von Elton und kommentiert von Elmar Paulke. Beide haben den Job schon während „Schlag den Star“ gemacht. Wie immer werden 15 Spiele gespielt.

Man merkt, dass Steffen Henssler oft „Schlag den Raab“ gesehen hat. Er nimmt sich der „raabschen“ Attitüde an und fragt bei Spielen ständig nach. Der Ehrgeiz ist da, aber er wirkt dabei in vielen Situationen unsympathisch. Auch bei Twitter kommt Henssler nicht gut weg. Viele hätten sich jemand anderes gewünscht, wobei die Wahl schwierig ist, weil die Person langfristig an die Show gebunden werden soll und der Ehrgeiz groß sein muss. Niemand will jemanden sehen, der den Kandidaten das Geld quasi schenkt.

Bei der Werbeplatzierung muss Pro Sieben nachjustieren bzw. nicht jeden Trend mitmachen. Bereits beim zweiten Spiel wurde während des Spiels Werbung gemacht. Diese Cliffhanger sollen das Publikum zum Dranbleiben zwingen, aber es ist einfach nur nervig. Später zeigte man dann noch einen Musikact nach der Werbung und spielte dann erst weiter. Oder man nutzte eine Umzugspause nicht für eine Werbepause, sondern ließ Elton die neuen Schlag den Henssler-Spiele vorstellen, ging dann zum Spiel und schob einen richtigen Werbeblock ein.

Fazit:

„Schlag den Raab“ hat sich bei einigen Spielen auch gezogen und man konnte zwischendurch auch mal ein Stündchen schlafen, aber bei dem Kandidaten kam überhaupt keine Spannung auf, weil der Kandidat sehr ruhig war. Gefühlt gab es sehr wenige körperliche Spiele. Vielleicht, weil man Steffen Henssler noch schonen wollte, der sich beim Training verletzt hatte und weshalb die Sendung verschoben wurde. Die Spiele waren teilweise sehr langatmig, weil es zu viele Durchgänge gab. Teilweise hätte ein Durchgang gereicht oder man musste sieben Punkte erreichen, wo auch fünf gereicht hätten. Das hat die gesamte Show in die Länge gezogen.

Der Termin für die zweite Ausgabe Schlag den Henssler ist der 4. November 2017.

Ein Mann, eine Wahl und eine Wahlsendung

Wir stehen kurz vor der Bundestagswahl. Alle Parteien werben um die Stimmen der Wähler. Auf den Fernsehsendern laufen Wahlwerbespots und Wahlsendungen, die den Wählern die Parteiprogramme näher bringen sollen. Pro Sieben hat sich in diesem Jahr und auch schon in der Vergangenheit auf die Fahne geschrieben, vor allem die jungen Wähler abzuholen. Bei der diesjährigen Wahl gibt es drei Millionen Erstwählerinnen und Erstwähler. Pro Sieben versuchte es vor vier Jahren bereits mit Stefan Raab und seinem Format „Absolute Mehrheit“ und dem Format „Task Force Berlin“ politische Themen näher zu bringen. Auch schon 2009 sendete man mit der „TV Total Bundestagswahl 2009“ solch ein Format. In diesem Jahr ist Klaas Heufer-Umlauf an der Reihe. Schon bei der letzten Wahl setzte er sich ein. In einer spezial Ausgabe von „Circus Halli Galli“ lud man sich Peer Steinbrück (dem damaligen SPD Kanzlerkandidaten) in die Sendung ein und befragte ihn nach seinen Zielen.

Klaas Heufer-Umlauf ist bekennender SPD Anhänger und trotzdem schlüpft er bei Ein Mann, eine Wahl in unterschiedliche Positionen und befragt Politiker. Dabei schlüpft er in die Positionen links, liberal und konservativ.

Zu Beginn wird eine WG simuliert, in der Klaas mit sich selbst wohnt. Kurz noch Olli Schulz anrufen, weil man eigentlich Martin Schulz wollte und schon geht es mit dem Interview los. Ein paar kurze Fragen und schon wechselt Klaas die Rolle von liberal in links. Martin Schulz bekommt den Wandel von Klaas nicht mit. Nach dem Interview mit Martin Schulz ändert man die Strategie. Von da an wird der jeweilige Politiker vom jeweiligen Klaas interviewt. Dadurch bekommen die Interviews mehr Tiefe. Die kurzen Einspieler mit den drei Klaas’ sind überflüssig. Wir haben es schon zu Beginn begriffen, dass es Klaas dreimal gibt.

Am Ende hat das Politikformat die gleichen Probleme, wie andere Politiksendungen. Wer sich für Politik interessiert, guckt die Sendung und wer sich dafür nicht interessiert, wird mit dieser Sendung auch nicht zum Politikinteressierten.

Es gibt zwei Ausgaben von Ein Mann, eine Wahl. Die nächste Ausgabe läuft nächste Woche.

Was ist in der letzten Woche passiert?

Ich hatte schon fast gedacht, dass in dieser Woche nicht viel passiert und dann kamen doch noch einige Meldungen zusammen.

MTV ist zurück im Free-TV

Die Älteren erinnern sich vielleicht noch an MTV und die ganz Alten an Musikvideos auf MTV. Seit 1981 gibt es MTV. Damals revolutionierte der Sender die Musik. Von da an wurde das Musikvideo zur besten Werbeform für die Bands. Das erste Video, was 1981 lief, war passenderweise Video Killed the Radio Star von „The Buggles“. Es breitete sich über die Erde aus und wurde zu einer sehr bekannten Marke.

Anfang der 2000er änderte sich die Musikindustrie und damit änderte sich auch MTV. Das Programm wurde verändert und die Musikformate immer mehr verdrängt und setzte auf Realityformate aus den USA.

Vor sieben Jahren verschwand MTV Germany aus dem Free-TV. Im Oktober 2015 wurde es dann vollkommen eingestellt und man zeigte das Schweizer MTV. Seit März 2017 ist der Sender kostenlos über die Internetseite im Livestream empfangbar. Nun kam die Meldung, dass es bald auch wieder im Free-TV zurückkehren soll.

Alles neu macht der Oktober bei ZDFneo

Im Herbst trägt man die Farbe grelb. Das ist eine Mischung aus Gelb und Grün und die neue Farbe für ZDFneo. Außerdem entschied man sich dazu sich vom Hauptsender abzuheben und das „neo“ mehr in den Vordergrund zurücken. Ab Oktober soll das neue Logo und die Farben dann auf dem Sender zu sehen sein.

Kurz vor Veröffentlichung kam noch eine Meldung rein.

Die für den 2. September angesetzte erste „Schlag den Henssler“ Ausgabe muss wegen eines Muskelfaserriss’ verschoben werden. Henssler zog sich die Verletzung beim Training zu. Zu beginn der Woche startete die Werbekampagne zum Raab und Star Nachfolger. Neuer Sendetermin ist der 30. September.

Jetzt noch das Geburtstagskind des Tages:

Harald Schmidt wird heute (18.08.2017) 60 Jahre alt. Glückwunsch

 

Kritik und Anregungen sind erwünscht.

Ich wünsche euch eine schöne Woche.

Circus Halli Galli schließt die Pforten

Circus Halli Galli endet heute. Ja, das ist noch ein Text darüber. Viele Texte wurden schon geschrieben und ich schreibe auch noch einen darüber, aber die Beiden haben mich gefühlt seit zehn Jahren begleitet. Das klingt jetzt so, als würde die Beiden für immer von der Bildfläche verschwinden.

Nach acht Jahren endet MTV Home, neoParadise und Circus Halli Galli. Von MTV zu ZDFneo endet die Reise nun bei ProSieben. Ganz ist die Reise noch nicht zu Ende. Die Abendformate von Joko und Klaas gehen weiter, nur Circus Halli Galli endet nach neun Staffeln. Die Ankündigung des Endes liegt schon ein bisschen zurück, deshalb hatte sie Zeit sich zu verabschieden, was sie meiner Meinung nach auch getan haben. In der letzten Staffel drehten sie noch mal richtig auf. Scheinbar mit der Prämisse „Was soll ProSieben schon machen?“, es ist die letzte Staffel. Sie erfüllten sich noch einige Wünsche, alte Rubriken kamen noch einmal vor, Liveshows usw.

Circus Halli Galli

Screenshot Circus Halli Galli

Die letzten zwei Jahre habe ich die Sendung nur noch sporadisch geguckt, weil sie sich in meinen Augen nicht mehr so viel Mühe geben haben und nur noch die Rubriken wiederholten, die mir nicht zusagten. „Bei Anruf Udo“ und das ewig Hingehalte von „Aushalten nicht lachen“ ist bei der x-ten Wiederholung nicht mehr lustig gewesen. Zwischendurch kam mal „was mit Saufen“ aber es fehlte an Tiefe, die nur noch manchmal aufblitzte. Bei MTVHome und neoParadise versuchte man sich zumindest an einer gewissen Tiefe mit Aktionen, wie „Stehen, damit es weitergeht“. Bei Circus Halli Galli war es oft nur der „Haudrauf“ Humor. Dennoch war es eine Spielwiese, auf der sich die Produktion hätte austoben können, was sie leider in den letzten Staffeln nicht genutzt haben. Deshalb ist es gut, dass die Beiden jetzt aufhören (vielleicht schon ein Jahr zu spät).

Die letzte Staffel endete emotional schon in der vorletzten Folge mit einem „Rock am Ring“ Spezial. Es wurde noch einmal „Angels“ von Robbie Williams gesungen, wie schon 2010 in einem „Wenn ich du wäre XXL“. Olli Schulz tauchte ein letztes Mal auf.

Die gesamte letzte Staffel war gut. Es gab einige Liveshows mit Livewerbung. Man hatte das Gefühl, dass sich das Team noch mal reinlegt und ein gutes Ende zeigen will, was in den 2-4 Staffeln davor nicht mehr der Fall war. Es war die Luft raus. Matthias Schweighöfer war in jeder zweiten Ausgabe als „Gast“. Die beiden gingen kaum noch raus und ließen die anderen mal machen.

Trotzdem ist es schade, dass damit eine Ära endet. Ein Lichtblick zwischen den zahlreichen „The Big Bang Theory“ Wiederholungen. Wie schon bei TV Total mit Stefan Raab, hätte die Show neue Impulse benötigt, aber man sah sie und freute sich, dass sie noch laufen. Ohne TV Total und ohne Circus Halli Galli fehlt dann doch etwas im Fernsehen.

Trotzdem darf man gespannt sein, wie sich die verbleibenden Formate der Beiden bei ProSieben entwickeln und welche Neuen dazu kommen.

Die letzte Sedung

Die Sendung beginnt dem Rückblick, den sie schon bei der Ankündigung des Endes veröffentlicht haben. Im Publikum sitzen viele Wegbegleiter. Oma Violetta ist in Form eines Bildes da, weil es ihr gesundheitlich nicht so gut geht. Danach kommt mal wieder was mit saufen in Form eines Beitrages, indem Partygänger erzählen, wie sie sich die letzte Sendung vorstellen. An der Stelle merkt man wieder, dass die Show über dem Zenit ist. Der typische Haudrauf Humor. Danach treten Casper und Cro auf. Endlich wird es emotional als Palina die Bühne betritt. Alle Drei erzählen von den Anfängen, wie sie sich gefunden haben. Das sind die Momente in der Show, die es dann doch noch zu einer angemessenen finale Folge machten.

Mit einer rührenden Rede und einer wahnsinns Sequenz, in der alle Mitarbeiter und Wegbereiter mit der MTV Home Musik zu sehen sind, verabschieden sich Joko und Klaas von ihrer Show.

Danke, Circus Halli Galli.

PS: Natürlich war Schweighöfer auch in der letzten Show.

Samstag und nichts im Fernsehen

Wieder so ein langweiliger Samstag. Jetzt eine schöne Samstagabendshow, Twitter und die Langeweile wäre weggeblasen. Es kommt aber einfach nichts im Fernsehen. Kein „Wetten dass…?“ oder „Schlag den Raab“. Nur die 14. Staffel „Deutschland sucht den Superstar“, was seit der dritten Staffel nicht mehr spannend oder unterhaltend ist. Die ARD versucht es mit „Wer weiß denn so was XXL“, das ZDF zeigt einen Krimi, Sat. 1 die tausendste Wiederholung eines Films und Pro Sieben zeigt Fotos. Spannend. Nicht wirklich. Früher (das hört sich jetzt sehr alt an) war der Samstag der Fernsehtag. Es lief ein guter Film oder Samstagabendshows. Heute wechselt sich bei RTL „DSDS“ und das „Supertalent“ ab. Bei Pro Sieben sieht man ab und zu mal „Schlag den Star“, wo sich langweilige Promis duellieren oder es duellieren sich Joko und Klaas. Bei Sat. 1 weiß ich schon lange nicht mehr was sie eigentlich sein wollen oder wo die Reise hingehen soll. Und die öffentlich-rechtlichen Sender? Ab und zu mal ein Versuch einer Abendsendung oder es wird doch wieder ein Krimi oder ein Mehrteiler gezeigt.

Man könnte meinen, dass wir schon im Sommerloch angekommen sind, oder hängen wir noch in den Weihnachts-/Winterferien? Für das Sommerloch ist es noch ein bisschen früh. Es sind schließlich Minusgrade draußen. Die Winterpause sollte doch auch schon zu Ende sein oder werden die Zeiträume immer weiter ausgedehnt? Nein, es sind die Formate, die zurzeit gezeigt werden, mich aber nicht interessieren. Der Januar ist der klassische RTL-Monat. Die neue Staffel „Ich bin ein Star – holt mich hier raus“, „DSDS“, der „Bachelor“ und alles interessiert mich nicht und hat es auch noch nie.

Es kommt nichts im Fernsehen.

Mir fehlt „Wetten dass…?“ und vor allem fehlt Stefan Raab. Mir fehlen die Tweets über die Shows. Es ist langweilig. Selbst Netflix und Co. helfen dabei nicht. Samstags will ich die Twittergemeinde lesen und mich über das Gesehene lustig machen. Stattdessen sitze ich auf dem Sofa und lese, was auch schön ist, aber nach zwei Stunden reicht es auch. Ich könnte auch rausgehen, ins Kino, aber wenn man gesundheitlich leicht angeschlagen ist, hat man dazu auch keine Lust. Lieber auf dem Sofa liegen, Fernseher an und bei Twitter über das Fernsehprogramm schreiben. Immerhin habe ich mit dem Schreiben dieses Textes eine halbe Stunde rumbekommen. Vielleicht räume ich jetzt noch meinen Küchenschrank auf oder gehe ich ins Bett? Samstags vor 12 Uhr ins Bett? Das habe ich schon lange nicht mehr gemacht.

Ein Jahr ohne Stefan Raab

Ein Jahr ist mittlerweile vergangen, nach dem sich Stefan Raab verabschiedet hat. Wie die Zeit vergeht.

Die Nachricht darüber, dass Raab zum Ende des Jahres das Fernsehen verlassen wird, traf die Fernsehwelt stark. Tagelang berichteten die Medien. Schnell wurde klar, dass es die Fernsehlandschaft ein großes Stück ärmer macht.

Mir fehlt Stefan Raab. Nicht die tägliche Show, die seit Jahren nicht mehr das war, was sie früher einmal war. Wobei so ein bisschen vermisse ich die Show auch. Es war der Ausklang am Abend. Danach bin ich ins Bett gegangen.

Vielmehr fehlen mir die Shows von und mit ihm und vor allem fehlt mir Schlag den Raab. Das Konzept wurde zwar mit Elton weitergeführt, aber die Kombination, dass sich zwei Prominente gegenseitig duellieren, finde ich langweilig. Es fehlt die Spannung und der Ehrgeiz von Stefan Raab.

Wie sieht es ein Jahr nach dem Abschied von Stefan Raab aus?

Nach dem Abschied von ihm ist die Showlandschaft in Deutschland nicht mehr dasselbe. Es ist eine große Lücke entstanden und bis jetzt hat es keiner der neuen Formate geschafft diese Lücke nur im Ansatz zu füllen, auch wenn die Sender es versuchen.

Pro Sieben selbst probiert es mit neuen Sportshows, wie „Promi Völkerball Meisterschaften“ und demnächst die „Promi-Dart-WM“. Bei „Deutschland tanzt“ ging es auch recht sportlich zu. Der Erfolg der beiden Formate blieb aus. Es gibt aber auch ein paar gute Ideen von Pro Sieben. Mit dem „Auswärtsspiel“ wollten sie die Samstagabendshow auf ein neues Level heben und veranstalteten die Show im Haus einer Familie. Auch Joko und Klaas haben ein paar neue Konzepte ins Spiel gebracht, wie z.B. „Teamwork“ und „Die beste Show der Welt“, wo sie neue Showformate „testen“.

Auch die anderen Sender probieren es mit neuen Shows. Das ZDF probiert einiges aus. Mit Steven Gätjen, der von Pro Sieben zu ZDF gewechselt ist, haben sie einen erfahrenen Showmoderator. Leider bekommt er keine guten Formate. Der ersten Versuche war die 897354 Auflage der „Versteckten Kamera“ oder die Show „I can do that“, in der Promis Showeinlagen vortragen mussten. Das letzte Format mit ihm war „4 geben alles!“.

Die ARD bleibt bei ihren Familienshows, wie „Frag doch mal die Maus“ und „Klein gegen Groß“

RTL bleibt ebenfalls seinen Sendungen treu und zeigt wie immer „Deutschland sucht den Superstar“ und das „Supertalent“. Neues gibt es hier in Form des „Ninja Warrior Germany„.

Es sind viele neue und alte Versuche, um den Showsamstag zu beleben. So richtig funktionieren, tun sie alle nicht. Bei keinem der Formate freue ich mich auf die nächste Ausgabe. Es ist mehr ein „wenn sonst nichts kommt“ gucke ich das.

Raab hat viel für das deutsche Fernsehen getan. Vor einem Jahr gab es die letzten Folgen „TV Total“ und „Schlag den Raab“. Zum Abschied sang Stefan Raab noch einmal „One moment in time“ und verabschiedete sich endgültig von seinen Mitarbeitern und den Zuschauern.

 

Der Bundesvision Dance Contest oder Deutschland tanzt

Es ist wieder so weit. Stefan Raab präsentiert den jährlichen Bundesvision Song Contest mit 16 Musikern und Bands aus allen Bundesländern Deutschlands. In Anlehnung auf den Eurovision Song Contest rief Raab 2005 die Veranstaltung ins Programm. Es sollte auch unbekannten Musikern die Möglichkeit geben, sich der großen Öffentlichkeit zu präsentieren. Auch in diesem Jahr stehen auf der Künstlerliste neben bekannten Musikern auch unbekannte Musiker und Bands. Am Ende entscheiden die einzelnen Bundesländer mit ihren Zuschauern, wer den Abend gewinnt.

Du ähm … die singen da heute nicht. Das ist eine Tanzshow und der Raab macht auch nicht mit.

Oh, und ich habe mich schon auf die Schaltungen in die Radiostationen der einzelnen Sender gefreut, wenn diese wieder versuchen mit zehn Personen Stimmung zu verbreiten.

Dann kommentiere ich eben eine weitere Tanzshow im deutschen Fernsehen.

Das Prinzip des Bundesvision Song Contest ist bei Deutschland tanzt ähnlich. Es treten aus jedem Bundesland jeweils ein Prominenter bzw. ein Paar an. Auch hier kennt man die Prominenten mehr oder weniger.

Es wird drei Shows geben. In Show eins tanzen alle 16 Bundesländer. Die Zuschauer wählen dann nach dem klassischen ESC Schema mit maximal 12 Punkten ihre 12 Kandidaten für das Halbfinale in der nächsten Woche. Nächste Woche wird das Teilnehmerfeld durch das Voting halbiert und die Gewinner ziehen ins Finale ein.

Moderiert wird von Lena Gercke. Backstagereporter ist Ingmar Stadelmann. Die Jury, bestehend aus der Expertin Nikeata Thompson, die man schon in der Jury von Got to dance gesehen hat und Roman Frieling Profitänzer. Beide kommentiere ihre Bewertung ohne Jurypult vom Kommentatorenplatz. Hätte man auch einfach ein Jurypult hinstellen können.

Ingmar Stadelmann befragt nach dem Tanzen die Tänzer. Dabei fällt der ein oder andere Witz, was sehr ein bisschen mehr Unterhaltung in die Sendung bringt. Lena Gercke ist auch da. Man bemerkte sie kaum.

Vor jedem Tanz gibt es natürlich einen minutenlangen Einspieler, weil es ohne Einspieler nichts mehr im deutschen Fernsehen geht. Wie soll man sonst die Person bewerten? Durch den Tanz vielleicht? Es gibt vor jedem Tanz einen Einspieler. Danach tanzt der Prominente kurz. Die Einspieler sind fast 3 Minuten lang und getanzt werden 90 Sekunden. Die Tanzart ist breit gefächert und reicht von Standardtanz, Ausdruckstanz zu modernen Hip-Hop.

Bei der Auswahl der Prominenten hat man keine vollkommenen Bewegungslegastheniker gewählt, sodass alle irgendwas auf die Bühne brachten, ohne sich großartig zu blamieren. Friedrich Lichtenstein tanzte weniger, aber machte aus seinem Auftritt eine Performance mit guter Musik.

Viel Beifall bekam die gehörlose Schauspielerin Kassandra Wedel, die die Musik nicht hören konnte, dafür aber den Beat spürte.

Nachdem alle getanzt haben, gibt es  die Schnelldurchläufe und die Kombinationstafel mit den Zahlen, wie man für seinen Tänzer wählt. Dann wurde in die einzelnen Bundesländer geschaltet. Dort waren wieder einige komische Gestalten. Also das Übliche.

Braucht es wirklich noch zwei weitere Shows? Bei 16 Bundesländern mit jeweils einem Einspieler, dem Tanz und der Nachbesprechung zieht sich die Sendung. Kürzere Einspieler hätten der Sendung gut getan. Man hätte es ruhig den Bundesvision Dance Contest nennen können. Nächste Woche sind es dann nur noch 12 Tänzer und die Länge der Show wird noch ein bisschen gestreckt.

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