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Skaliert Das Ding des Jahres?

Ladies and gentlemen,
Please put your patschehands together,
For the sensationel, supersack of German television, STEFAN RAAHAB!
Oh mein Gott, es gibt ihn wirklich!
Er ging nach Amerika, und sagte: „Wenn ich es dort schaffe, komm‘ ich nie mehr nach Deutschland zurück!“
Und heute Abend ist er wieder HIER, RAAHAB!“

Aber nur als Produzent. Hauptsache ein bisschen Raab. Hoffentlich gibt es keinen Duschkopf. Vielleicht sind wir doch von ein paar Löwen umgeben. Joko würde ich eher einer Giraffe zuordnen.

Zurück zum Thema.

Die Show ist anders als „Die Höhle der Löwen“. Das Konzept zu kopieren, wäre auch zu einfach gewesen. Was ist anders? Eine Menge. Es gibt sechs Shows. Fünf davon sind die Vorrunden- und die letzte dann die Finalshow. In jeder dieser Vorrundenshows treten jeweils acht Erfinder gegeneinander an. Die Jury testet die Ideen, der Erfinder. Nach zwei Erfindungen stimmt das erste Mal das Publikum ab und entscheidet, welcher der Kandidaten weiterkommt. Dabei kann es sein, dass nur eine von zwei guten Erfindungen weiterkommt und in der nächsten Runde eine Erfindung, die schlechter ist weiterkommt. Lieber dann eine Entscheidung am Ende der jeweiligen Show. In jeder Show wird dann ein „Gewinner“ vom Publikum im Studium gewählt, der dann ins Finale einzieht. Im Finale können dann auch die Zuschauer an den Bildschirmen per Telefonvoting abstimmen und „Das Ding des Jahres“ wählen.

Die Löwen oh Pardon die Jury besteht aus Joko „ich investiere in alles, was mir vor die Füße kommt“ Winterscheidt, Lena „irgendwann mal was mit Models und jetzt will sie nur ins Fernsehen“ Gercke und dem einzigen unbekannten Hans-Jürgen Moog, dem Chefeinkäufer von Rewe. Moderiert werden die Shows von Janin Ullmann und der Gewinner bekommt einen Webedeal im Wert von 2,5 Millionen Euro. Also muss hier nicht um die Gunst der Löwen und die Anteile an der eigenen Firma gefeilscht werden.

Die Einspielfilme sind etwas kürzer als in der Höhle der Löwen, aber trotzdem mit unwichtigen Details gefüllt, die es nicht braucht. Die Produktvorstellungen wirken genauso aufgesagt, wie bei der Höhle. Es handelt sich aber auch um Personen, die so was nicht alltäglich machen.

Die Präsentationen wirken auf der großen Bühne etwas verloren. Da hilft auch nicht die Häuserkulisse im Hintergrund. Selbst die Jurysessel wirken wie ein Fremdkörper, weil sie einfach so auf der Bühne stehen. Auch das Publikum braucht die Sendung nicht. Das Klatschen wird teilweise einfach reingeschnitten, da denkt man schnell an „Little Big Stars“ mit Thomas Gottschalk.

Das gesamte BWL-Gerede fehlt komplett. Ab und zu wird mal nach dem Verkaufspreis und Produktionskosten gefragt, aber einen Businessplan oder die Unternehmensbewertung sucht man vergeblich. Das macht die Show in meinen DHDL-verwöhnten Augen ein bisschen langweilig. Gerade das Businessgerede macht mir in der Höhle Spaß, wenn mal wieder ein paar Erfinder unrealistische Vorstellungen haben und man darüber bei Twitter lästern kann. Bei „Das Ding des Jahres“ sind es nur Produktvorstellungen und Jokos Lache, die man ständig hört. Die beiden anderen Jurymitglieder halten sich eher zurück. Dabei würde die Einschätzung der Verkaufsfähigkeit eines Produktes von Herrn Moog mich viel mehr interessieren.

Ein weiteres Manko ist die Länge der Show. Drei Stunden geht die Sendung. Durch die viele Werbung ist die Netto-Zeit sicherlich nur eine Stunde, aber nach einer Stunde schaltet man geistig einfach ab. Hinzu kommt, dass Pro Sieben die Show nicht nur am Freitag zeigt, sondern auch noch den morgigen Samstag reserviert hat.

Man merkt, dass es eine Raab TV produzierte Sendung ist. Kleine Details, wie das Glöckchen bei den Entscheidungen, kennt man aus „Schlag den Raab“ und auch bei der Machart, merkt man Raabs Hand.

Der Bundesvision Dance Contest oder Deutschland tanzt

Es ist wieder so weit. Stefan Raab präsentiert den jährlichen Bundesvision Song Contest mit 16 Musikern und Bands aus allen Bundesländern Deutschlands. In Anlehnung auf den Eurovision Song Contest rief Raab 2005 die Veranstaltung ins Programm. Es sollte auch unbekannten Musikern die Möglichkeit geben, sich der großen Öffentlichkeit zu präsentieren. Auch in diesem Jahr stehen auf der Künstlerliste neben bekannten Musikern auch unbekannte Musiker und Bands. Am Ende entscheiden die einzelnen Bundesländer mit ihren Zuschauern, wer den Abend gewinnt.

Du ähm … die singen da heute nicht. Das ist eine Tanzshow und der Raab macht auch nicht mit.

Oh, und ich habe mich schon auf die Schaltungen in die Radiostationen der einzelnen Sender gefreut, wenn diese wieder versuchen mit zehn Personen Stimmung zu verbreiten.

Dann kommentiere ich eben eine weitere Tanzshow im deutschen Fernsehen.

Das Prinzip des Bundesvision Song Contest ist bei Deutschland tanzt ähnlich. Es treten aus jedem Bundesland jeweils ein Prominenter bzw. ein Paar an. Auch hier kennt man die Prominenten mehr oder weniger.

Es wird drei Shows geben. In Show eins tanzen alle 16 Bundesländer. Die Zuschauer wählen dann nach dem klassischen ESC Schema mit maximal 12 Punkten ihre 12 Kandidaten für das Halbfinale in der nächsten Woche. Nächste Woche wird das Teilnehmerfeld durch das Voting halbiert und die Gewinner ziehen ins Finale ein.

Moderiert wird von Lena Gercke. Backstagereporter ist Ingmar Stadelmann. Die Jury, bestehend aus der Expertin Nikeata Thompson, die man schon in der Jury von Got to dance gesehen hat und Roman Frieling Profitänzer. Beide kommentiere ihre Bewertung ohne Jurypult vom Kommentatorenplatz. Hätte man auch einfach ein Jurypult hinstellen können.

Ingmar Stadelmann befragt nach dem Tanzen die Tänzer. Dabei fällt der ein oder andere Witz, was sehr ein bisschen mehr Unterhaltung in die Sendung bringt. Lena Gercke ist auch da. Man bemerkte sie kaum.

Vor jedem Tanz gibt es natürlich einen minutenlangen Einspieler, weil es ohne Einspieler nichts mehr im deutschen Fernsehen geht. Wie soll man sonst die Person bewerten? Durch den Tanz vielleicht? Es gibt vor jedem Tanz einen Einspieler. Danach tanzt der Prominente kurz. Die Einspieler sind fast 3 Minuten lang und getanzt werden 90 Sekunden. Die Tanzart ist breit gefächert und reicht von Standardtanz, Ausdruckstanz zu modernen Hip-Hop.

Bei der Auswahl der Prominenten hat man keine vollkommenen Bewegungslegastheniker gewählt, sodass alle irgendwas auf die Bühne brachten, ohne sich großartig zu blamieren. Friedrich Lichtenstein tanzte weniger, aber machte aus seinem Auftritt eine Performance mit guter Musik.

Viel Beifall bekam die gehörlose Schauspielerin Kassandra Wedel, die die Musik nicht hören konnte, dafür aber den Beat spürte.

Nachdem alle getanzt haben, gibt es  die Schnelldurchläufe und die Kombinationstafel mit den Zahlen, wie man für seinen Tänzer wählt. Dann wurde in die einzelnen Bundesländer geschaltet. Dort waren wieder einige komische Gestalten. Also das Übliche.

Braucht es wirklich noch zwei weitere Shows? Bei 16 Bundesländern mit jeweils einem Einspieler, dem Tanz und der Nachbesprechung zieht sich die Sendung. Kürzere Einspieler hätten der Sendung gut getan. Man hätte es ruhig den Bundesvision Dance Contest nennen können. Nächste Woche sind es dann nur noch 12 Tänzer und die Länge der Show wird noch ein bisschen gestreckt.

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