Schlagwort: bernhard hoecker

Mord mit Ansage – Schillerstraße 2.0

Die Schillerstraße ist zurück. Sat. 1 nennt es Mord mit Ansage.

Nach Genial daneben, was mein Lieblingsformat ist, ist nun auch die Schillerstraße, mein zweites Lieblingsformat, zurück.

Naja, so richtig ist die Schillerstraße nicht zurück. Es gibt keine Cordula, keine feste Wohnung und nicht mal ein Bernhard, der nebenan eine Bar hat oder in der vollkommen neuen Besetzung mit Jürgen Vogel als Nachmieter von Cordula Stratmann.

Diesmal ist die Szenerie anders. In jeder Folge passiert ein Mord, der dann durch die Protagonisten aufgeklärt werden soll. Es gibt weiter Ansagen von einem Spielleiter, die der Angesprochene ausführen muss. Die Ansagen macht nach Maike Tatzig und Georg Uecker nun Bill Mockridge. Lindenstraße trifft also Schillerstraße.

Die Protagonisten wechseln von Folge zu Folge, wie es auch schon in der Schillerstraße war und was der Sendung eine gelungene Abwechslung gab, weil die Personen untereinander unterschiedlich spielen und selbst eine Geschichte aufgebaut haben, welche auch in späteren Folgen immer wieder aufgenommen wurde. Mal sehen, wie sich dabei „Mord mit Ansage“ entwickelt, da es hier eine abgeschlossene Handlung gibt.

Einige Personen von damals sind heute noch dabei. Martin Klempnow und Oliver Pocher, die beide in der Zeit von Jürgen Vogel einen festen Platz im Ensemble.

Das Setting wird von Anfang an schon sehr festgesteckt und die „Schauspieler“ spielen nicht sich selbst, sondern wirklich Rollen, die sie im Laufe der Sendung bekommen. Die Ansagen kommen sehr schnell hintereinander, sodass die Darsteller kaum improvisieren können neben den Ansagen. Zwischendurch erklärt mir Bill Mockridge auch noch die Handlung, die ich gerade gesehen habe. Dazu noch sechs Darsteller, die alle in einer Stunde untergebracht werden müssen und dann auch noch die eigentliche Handlung, dass ein Mord, der erst nach rund einer halben Stunde passiert, aufgeklärt werden muss. Alles ist sehr hektisch. Es gibt kaum Platz für die wirkliche Improvisation, die das Lustigste an der Schillerstraße damals war.

Martin Klempnow rettet die Sendung ein wenig, weil er sehr gut improvisieren kann, was er schon damals in der Ära von Jürgen Vogel zeigte.

Das ist im Übrigen nicht die erste Nachfolge der Schillerstraße. Auch RTL versuchte sich am Improvisationsgenre. „Hotel Zuhause: Bitte stören!“ lief für kurze Zeit im Jahre 2014. In diesem Format wurde ein gesamtes Haus bespielt, was zu langen Strecken während des Spiels führte.

Für eine Improvisationssendung ist wenig improvisiert. Alles wird durch Ansagen vorgegeben. Kaya Yanar muss zu dem auch noch alle seien früheren Rollen spielen, was man mittlerweile auch schon zum Hals raushängt.

Bares für Rares im XXL Format

Das Erfolgsformat Bares für Rares beim ZDF hat es in das Abendprogramm geschafft. Trödelmärkte sind beliebte Orte und so wurde es Zeit, dass diese auch ins Fernsehen kommen. Das erste eines solchen Formates in Deutschland ist Kunst und Krempel vom Bayrischen Rundfunk, dass seit 1985 läuft. Kunst und Krempel ist eine Adaption des britischen Formates „Antiques Roadshow“, die seit 1979 läuft. Man sieht also, dass das Format Trödel schon länger ein Thema ist. Seit Mitte der 2000er trat das Thema wieder mehr in den Vordergrund. Beim WDR gab es den Trödel-King und ein paar Jahre später feierte RTL2 mit dem Trödeltrupp Erfolge.

Bares für Rares

Screenshot ZDF

Die Menschen entmüllten ihre Keller, Dachböden und Garagen während die Kamera und nette Trödelexperten ihnen dabei halfen. 2013 sprang dann das ZDF auf den Trödelmarkt mit auf. Schon nach kurzer Zeit war Bares für Rares das erfolgreichste Format im Nachmittagsprogramm. In den letzten Monaten versuchte das ZDF weitere Trödelformate zu etablieren, wie „Clever abgestaubt“ und „kaputt und … zugenäht!“.  Das erfolgreichste bleibt aber „Bares für Rares“ mit Horst Lichter. Nach diesem Erfolg, sieben Staffeln und über 450 Ausgaben hat es das Format in das Abendprogramm geschafft.

Man stellte Horst Lichter Steven Gätjen zur Seite und transportierte die Produktion ins Schloss Ehreshoven. Das Konzept bleibt ähnlich der Nachmittagssendung. Personen können ihre Gegenstände einem Experten aus dem Expertenteam vorstellen. Dieser bewertet den Gegenstand und gibt auch einen Wert des Gegenstandes an. Liegt der gewünschte Preis, des potenziellen Verkäufers und des Experten in der Nähe des Verkäufers oder drüber, bekommt der Verkäufer die Händlerkarte. Mit dieser Karte kann er zu den Händlern und seinen Gegenstand verkaufen. In der Abendshow hat man das Ganze ein bisschen aufgebauscht, sodass man statt fünf sieben Händler hat. Außerdem sind neben Normalos auch Prominente, die Gegenstände von sich anbieten. Mit dabei sind Boris Becker, Bernhard Hoëcker, Thomas Hermans sowie Rosi Mittermaier und ihr Mann Christian Neureuther.

In schöner Kulisse werden im Schlosshof die Experten befragt. Im Hintergrund die Rentnerausflugsgruppe. Nach dem Experten geht es ins Schloss zu Steven Gätjen, der dort noch mal die potenziellen Verkäufer sowie die Familien befragt. Die Familien dürfen dann über einen Monitor die Verhandlungen im Saal sehen.

Die Prominenten hätte es nicht gebraucht, vor allem, wenn es Prominente sind, wie Boris Becker, die ihr Gesicht in jeder Show in die Kamera halten. Auch die Rolle von Steven Gätjen ist irgendwie überflüssig. Er interviewt nur kurz die Verkäufer und das war es dann auch. In der Nachmittagsausgabe funktioniert es auch ohne Moderation.

Fazit:

Eine längere Ausgabe von Bares für Rares ist schon gut, aber es braucht nicht diese Kulisse, die Prominenten, den größeren Händlertisch und auch nicht Steven Gätjen. Bei einigen Objekten der Prominenten gab es eine höhere Summe, weil sie unterschrieben wurden und das Geld einem guten Zweck zu gute kam.

Es wurden zwei Folgen produziert. Die zweite Ausgabe zeigt das ZDF am 13. Juli.

Genial daneben ist zurück im Fernsehen

Genial daneben ist wieder da. Acht Jahre lief die Show, bis sie 2011 eingestellt wurde. Über 400 Folgen, Tausende Fragen wurden beantwortet und Zehntausende Fragen eingeschickt. Endlich ist Genial daneben wieder zurück. Endlich mal eine gute Entscheidung von Sat. 1.

Die Entscheidung kam überraschend. Zunächst zeigte RTLplus Interesse an dem Format. ProSiebenSat.1 Media besitzt aber noch die Ausstrahlungsrechte für Österreich und die Schweiz. Im Zuge dessen kam Sat. 1 selbst auf die Idee einer Neuauflage und setzte diese schnell um.

Jetzt ist Genial daneben wieder da. Mit Hugo Egon Balder und mit Frau von Sinnen. Bernhard Hoëcker kann durch diverse andere Verpflichtungen u. a. bei der ARD (Wer weiß denn sowas?) nicht mitmachen. Seinen Platz nimmt Wigald Boning ein.

Das Konzept ist einfach und doch genial (nicht daneben). Die Zuschauer können Fragen einschicken und bekommen bei einer nicht beantworteten Frage 500 Euro. Hinzu kommen die Akteure. Balder als Moderator, der den ein oder anderen alten Witz zum Besten gegeben hat oder gegen das Rateteam gestichelt hat.

Das Rateteam hat wieder zwei feste Mitglieder. Zum einen Hella von Sinnen, die in ihrer mittlerweile Jahrzehnte alten „Fernsehehe“ mit Hugo Egon Balder einige Formate zusammen moderiert haben und sich wirklich manchmal wie ein Ehepaar benehmen. Und neu im festen Team ist Wigald Boning, der die Position von Bernhard Hoëcker übernimmt. Boning passt sehr gut in die Runde. Er ist wie Hoëcker ein Klugscheißer und war in den alten Folgen des Öfteren zu Gast. Die anderen Mitglieder des Rateteams wechseln wie gewohnt durch. Ein bisschen fehlt Hoecker doch. Boning ist ruhiger und hält sich zurück. Vielleicht wird Hoëcker in der nächsten Staffel als Gast eingeladen.

Die Intromusik ist völlig anders. Ganz anders. Sie haben nicht einmal probiert die alte Musik zu modernisieren. Das Studio hat mehr Zuschauer, die nicht mehr auf der Treppe sitzen müssen, wie in den alten Folgen. Das Design insgesamt wurde modernisiert. Man blieb den Farben aber treu. Das Studio erinnert an das Studio aus den ersten Folgen.

Leider erfolgte ein Fehler in der Sendung. Die zweite Frage „Was ist ein Paarungshelfer?“ gab es bereits. In Folge 350 wurde diese von jemanden aus dem Publikum gestellt. Auch diesmal war es jemand aus dem Publikum, der die Frage stellte. Da hätte man besser recherchieren müssen.

Das alte Ratefeeling kommt wieder auf. Fast alles ist wie früher. Nach dem Fragestellen wird noch min. einmal nachgefragt. Hoëcker fehlt ein bisschen, aber die Show ist noch immer unterhaltsam. Das Konzept ist zeitlos.

© 2018 Die Fernschauerin

Theme von Anders NorénHoch ↑