Gottschalk wechselt zurzeit zwischen den Sendern hin und her. Heute ist er bei RTL und darf zum zweiten Mal mit seinem Format Mensch Gottschalk am Sonntagabend ran. Die erste Ausgabe lief letztes Jahr im Juni.

Thema der Show sind Themen, die Menschen bewegen, also „Menschen, Bilder, Emotionen“, RTLs Jahresrückblick im Juni. Diesmal ist es noch früher.

Den ersten Promobesuch macht David Hasselhoff, der den neuen Baywatch Film promotet. Zwei schöne Frauen dazu und schon ist die Promo perfekt.

Es erfolgt ein Wahlwerbespot der SPD getarnt als Gespräch mit Sigmar Gabriel. Danach sitzt Caroline Beil im Studio und redet über Beziehungen, mit großem Altersunterschied. Bewegende Themen. Nicht wirklich. Es ist mehr eine abgespeckte Version von „Menschen, Bilder, Emotionen“ und statt Jauch sitzt Gottschalk als Moderator auf dem Sofa.

Wir hängen zu viel am Smartphone. Dazu hat man sich Die Lochis für die junge Generation und Janine Kunze, als Mutter von drei Kindern sowie einen Experten eingeladen. Wirklich tiefgründig kann man das Thema in fünf Minuten nicht diskutieren, weil dann Adel Tawil auftreten muss. Auf einmal tanzen Menschen in bunten Klamotten durchs Studio. Bin ich noch bei Mensch Gottschalk oder träume ich?

Danach folgt ein ernstes Thema mit einer kleinen „Außenwette“. Der Sachverständiger wettet, dass er in ein paar Minuten in ein Haus, der Zuschauer aus dem Saal einbrechen kann. Danach folgt eine richtige Außenwette. Gottschalk wettet mit Mick Schuhmacher, dem Sohn von Michael Schuhmacher, dass er mit dem Auto schneller von Cannes nach Monaco fahren kann, als Mick mit dem Schnellboot. Er verliert natürlich.

Danach wird thematisch mal wieder gesprungen. Carolin Kebekus wird zum Thema Unterschied zwischen Männer und Frauen in der Gesellschaft befragt. Ihre sehr guten Ansichten zu dem Thema werden durch überflüssige Einspielfilme nicht wirklich unterstützt. Man merkt, dass sie viel lieber über ein Hilfsprojekt sprechen möchte, dass sie unterstützt, doch Gottschalk wirkt sie ab, weil die nächsten Gäste hinter der Bühne warten.

Um kurz vor 11 Uhr wird dann noch das schwierige Thema des bedingunglosen Grundeinkommens mit Sarah Wagenknecht diskutiert.

Helene Fischer war natürlich auch da. Zurzeit ist sie in jeder Show, die nicht bei Drei von der Bildfläche verschwunden ist. Damit man mehr Zeit mit ihr hat, muss die Gästin vorher schon nach einer Minute wieder gehen. Die Fans rasten aus. Das Pfeifkonzert vom DFB-Pokal wird kurz angesprochen, dann noch ein Spiel und am Ende singt sie.

Die Show wirkt sehr zusammengewürfelt. Die Show soll zeigen, was die Menschen bewegt, aber so richtige Themen dazu haben sie nicht. Im letzten Jahr waren die Themen emotionaler. Damals wurde über die Anschläge in Paris gesprochen oder mit Menschen, die während des Hochwassers im Süden, vor dem Nichts stehen. Diesmal gibt es keine normalen Menschen, die von ihrem Schicksal erzählen können, weil man diesmal auf eine Show mit Prominenten gesetzt hat.

Auch die Länge von Mensch Gottschalk ist zu lang. Offizielles Ende ist 23:30 Uhr, sehr spät für den Sonntagabend. Am Samstag sind solche Zeiten normal, aber für einen Sonntag ist es für die arbeitende Bevölkerung zu spät.