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Start Up – Ein Löwe ist ausgebrochen

Dieser Text wurde nicht von der Praktikantin von Maschmeyer geschrieben.

Nach der „Höhle der Löwen“ und „Das Ding“ steigt jetzt auch Sat. 1 in die Gründershows mit Start Up ein. Die ersten Minuten sind eigentlich nur eine Maschmeyerwerbesendung. Nach neun Minuten Vorstellungsvideos geht es dann auch mal los. Erster Pitch und zwischendurch noch der zweite Pitch und ein Vorstellungsvideo. Dann noch die Meinungen der „Jury“. Wieder ein neuer Pitch. Es geht hin und her. Gefühlt werden 200 Produktideen in einer Stunde vorgestellt. Dabei sind die Produkte eigentlich egal. Carsten Maschmeyer interessiert sich nur für die Menschen und beurteilt diese, ob als Gründer geschaffen sind.

Neben Carsten Maschmeyer gibt es noch eine Art Jury, die mitentscheiden, aber total irrelevant sind, weil sie kaum was sagen. Matthew Mockridge hat noch den größten Redeanteil, weil er das Quiz für die Werbung ansagen darf. Ansonsten kommt von den Dreien kaum etwas. Matthew Mockridge tritt als Betreuer der Kandidaten auf und kümmert sich im Verlauf der Staffel um die Kandidaten. Wie viele Mockrigdes gibt es eigentlich? Bei Sat. 1 gibt es zurzeit kein Format ohne einen Mockridge. Lea Lange, selbst Gründerin, soll beraten. Klaus Schieble ist die rechte Hand von Maschmeyer.

Der Schnitt ist grauenhaft. Man kann sich nicht auf ein Produkt einlassen, weil ständig hin und her gesprungen wird. Dazu noch Schnitte ins Publikum, die unpassend zu dem wirken, was man gerade im Pitch gesehen hat. Der Schnitt wirkt nicht authentisch.

Nachdem die Kandidaten, die in der engeren Wahl sind, ausgesucht worden sind, müssen diese Aufgaben erledigen, wie z. B. am Sony Center in Berlin die Passanten von ihrem Produkt überzeugen. Später kommen noch teambildende Aufgaben hinzu, bei denen man schon in der Vorschau sieht, dass es zu Streit unter den Kandidaten kommt.

Fazit:

Als DHDL-Liebhaberin ist das Format nichts für mich. Mich interessieren die Produkte, die Präsentation und wie absurd die Forderungen der Gründer an die Löwen ist. Das alles bekomme ich bei Start Up nicht. Mich interessieren nicht die Gründer, sondern die Produkte und die stehen in der Show nicht im Mittelpunkt. Auch die Länge der Sendung ist viel zu lang. Man orientiert sich da an die „Höhle der Löwen“, aber drei Stunden sind zu lang, vor allem wenn man nach einer Stunde mit den Pitchs durch ist.

Late Night Berlin aus Berlin mit Klaas Heufer-Umlauf

Ist es schon wieder Zeit für eine neue Late Night Show? Klaas Heufer-Umlauf versucht es mit Late Night Berlin. Deutschland ist kein Late Night Land, dennoch gab es immer wieder versuche. Der Großvater der Late Night in Deutschland ist Harald Schmidt. 1995 kopierte er von David Lettermann und der Tonight Show einzelne Elemente. Nach und nach entwickelte er eigene Elemente und war jahrelang das Nonplusultra der Late Night Show, obwohl Stefan Raab mit TV-Total die besseren Quoten einfuhr. Über Jahre waren dies die beiden einzigen Late Night Formate im deutschen Fernsehen, die den amerikanischen Late Nights ähnelten (bei Schmidt mehr, als bei Raab).

Ich habe wieder die Pierre M. Krause Show vergessen. Die gibt es auch noch und sendet seit gefühlt Jahrzehnten in der Sparte im Nachtprogramm. Jan Böhmermann mit seinem Neo Magazin Royale bestimmte die letzten Jahre das Genre, aber nun gibt es eine neue Show mit einem alten Hasen.

Klaas Heufer-Umlauf hat endlich seine eigene Show und diesmal sogar ohne Joko. Bei Circus Halli Galli hatte sich dieser Wunsch immer schon angedeutet. Klaas machte ein kleines Stand-up an seinem Schreibtisch. Den Schreibtisch hat er nun wieder, aber kein Sofa, auf dem sein Lebensabschnittsgefährte Joko Winterscheidt sitzt. Diesmal ist es ein Sessel für die Gäste, die er sich Woche für Woche einlädt.

Jetzt zur Show. Das selbstkritische Stand-up dauert und dauert und dauert. Das Problem, was Stand-ups heute haben, ist das Internet, wo schon jeder dieser Gags über ein Thema gemacht wurde. Es gibt im Übrigen eine Band und einen Bandleader. Der Bandleader ist Redaktionsleiter Jakob Lund und übernimmt die Funktion des Sidekicks. Dazu hat er das rote Elton-Gedächtnis-Sakko an.

Das Stand-up läuft immer noch, auch wenn Klaas sich mittlerweile gesetzt hat. Das Hauptthema des Stand-up besteht aus Politik. An der Lautstärke, der Zuschauerlacher, kann man hören, dass es nicht unbedingt das Zielgruppenthema ist. Die Gags zu „Promi Undercoverboss“ kommen schon mehr beim Publikum an. Der erste Einspieler erinnert doch stark an „Halli Galli“ Einspieler, wo Betrunkene eine Szene nacherzählen. Der Anspruch bei Late Night Berlin hat sich aber erhöht, sodass keine Betrunkene erzählen und das Thema die Koalitionsverhandlungen sind. Nach der Werbung versucht man sich im Zusammenspiel zwischen Klaas und Sidekick, was noch nicht ganz so funktioniert, was aber der Aufregung und der neuen Situation geschuldet ist. Es muss sich alles einspielen.

Die erste Ausgabe war solide. Man muss der Show Zeit geben, damit sich alles einspielt und vielleicht noch an ein paar Schrauben gedreht werden.

Mord mit Ansage – Schillerstraße 2.0

Die Schillerstraße ist zurück. Sat. 1 nennt es Mord mit Ansage.

Nach Genial daneben, was mein Lieblingsformat ist, ist nun auch die Schillerstraße, mein zweites Lieblingsformat, zurück.

Naja, so richtig ist die Schillerstraße nicht zurück. Es gibt keine Cordula, keine feste Wohnung und nicht mal ein Bernhard, der nebenan eine Bar hat oder in der vollkommen neuen Besetzung mit Jürgen Vogel als Nachmieter von Cordula Stratmann.

Diesmal ist die Szenerie anders. In jeder Folge passiert ein Mord, der dann durch die Protagonisten aufgeklärt werden soll. Es gibt weiter Ansagen von einem Spielleiter, die der Angesprochene ausführen muss. Die Ansagen macht nach Maike Tatzig und Georg Uecker nun Bill Mockridge. Lindenstraße trifft also Schillerstraße.

Die Protagonisten wechseln von Folge zu Folge, wie es auch schon in der Schillerstraße war und was der Sendung eine gelungene Abwechslung gab, weil die Personen untereinander unterschiedlich spielen und selbst eine Geschichte aufgebaut haben, welche auch in späteren Folgen immer wieder aufgenommen wurde. Mal sehen, wie sich dabei „Mord mit Ansage“ entwickelt, da es hier eine abgeschlossene Handlung gibt.

Einige Personen von damals sind heute noch dabei. Martin Klempnow und Oliver Pocher, die beide in der Zeit von Jürgen Vogel einen festen Platz im Ensemble.

Das Setting wird von Anfang an schon sehr festgesteckt und die „Schauspieler“ spielen nicht sich selbst, sondern wirklich Rollen, die sie im Laufe der Sendung bekommen. Die Ansagen kommen sehr schnell hintereinander, sodass die Darsteller kaum improvisieren können neben den Ansagen. Zwischendurch erklärt mir Bill Mockridge auch noch die Handlung, die ich gerade gesehen habe. Dazu noch sechs Darsteller, die alle in einer Stunde untergebracht werden müssen und dann auch noch die eigentliche Handlung, dass ein Mord, der erst nach rund einer halben Stunde passiert, aufgeklärt werden muss. Alles ist sehr hektisch. Es gibt kaum Platz für die wirkliche Improvisation, die das Lustigste an der Schillerstraße damals war.

Martin Klempnow rettet die Sendung ein wenig, weil er sehr gut improvisieren kann, was er schon damals in der Ära von Jürgen Vogel zeigte.

Das ist im Übrigen nicht die erste Nachfolge der Schillerstraße. Auch RTL versuchte sich am Improvisationsgenre. „Hotel Zuhause: Bitte stören!“ lief für kurze Zeit im Jahre 2014. In diesem Format wurde ein gesamtes Haus bespielt, was zu langen Strecken während des Spiels führte.

Für eine Improvisationssendung ist wenig improvisiert. Alles wird durch Ansagen vorgegeben. Kaya Yanar muss zu dem auch noch alle seien früheren Rollen spielen, was man mittlerweile auch schon zum Hals raushängt.

Skaliert Das Ding des Jahres?

Ladies and gentlemen,
Please put your patschehands together,
For the sensationel, supersack of German television, STEFAN RAAHAB!
Oh mein Gott, es gibt ihn wirklich!
Er ging nach Amerika, und sagte: „Wenn ich es dort schaffe, komm‘ ich nie mehr nach Deutschland zurück!“
Und heute Abend ist er wieder HIER, RAAHAB!“

Aber nur als Produzent. Hauptsache ein bisschen Raab. Hoffentlich gibt es keinen Duschkopf. Vielleicht sind wir doch von ein paar Löwen umgeben. Joko würde ich eher einer Giraffe zuordnen.

Zurück zum Thema.

Die Show ist anders als „Die Höhle der Löwen“. Das Konzept zu kopieren, wäre auch zu einfach gewesen. Was ist anders? Eine Menge. Es gibt sechs Shows. Fünf davon sind die Vorrunden- und die letzte dann die Finalshow. In jeder dieser Vorrundenshows treten jeweils acht Erfinder gegeneinander an. Die Jury testet die Ideen, der Erfinder. Nach zwei Erfindungen stimmt das erste Mal das Publikum ab und entscheidet, welcher der Kandidaten weiterkommt. Dabei kann es sein, dass nur eine von zwei guten Erfindungen weiterkommt und in der nächsten Runde eine Erfindung, die schlechter ist weiterkommt. Lieber dann eine Entscheidung am Ende der jeweiligen Show. In jeder Show wird dann ein „Gewinner“ vom Publikum im Studium gewählt, der dann ins Finale einzieht. Im Finale können dann auch die Zuschauer an den Bildschirmen per Telefonvoting abstimmen und „Das Ding des Jahres“ wählen.

Die Löwen oh Pardon die Jury besteht aus Joko „ich investiere in alles, was mir vor die Füße kommt“ Winterscheidt, Lena „irgendwann mal was mit Models und jetzt will sie nur ins Fernsehen“ Gercke und dem einzigen unbekannten Hans-Jürgen Moog, dem Chefeinkäufer von Rewe. Moderiert werden die Shows von Janin Ullmann und der Gewinner bekommt einen Webedeal im Wert von 2,5 Millionen Euro. Also muss hier nicht um die Gunst der Löwen und die Anteile an der eigenen Firma gefeilscht werden.

Die Einspielfilme sind etwas kürzer als in der Höhle der Löwen, aber trotzdem mit unwichtigen Details gefüllt, die es nicht braucht. Die Produktvorstellungen wirken genauso aufgesagt, wie bei der Höhle. Es handelt sich aber auch um Personen, die so was nicht alltäglich machen.

Die Präsentationen wirken auf der großen Bühne etwas verloren. Da hilft auch nicht die Häuserkulisse im Hintergrund. Selbst die Jurysessel wirken wie ein Fremdkörper, weil sie einfach so auf der Bühne stehen. Auch das Publikum braucht die Sendung nicht. Das Klatschen wird teilweise einfach reingeschnitten, da denkt man schnell an „Little Big Stars“ mit Thomas Gottschalk.

Das gesamte BWL-Gerede fehlt komplett. Ab und zu wird mal nach dem Verkaufspreis und Produktionskosten gefragt, aber einen Businessplan oder die Unternehmensbewertung sucht man vergeblich. Das macht die Show in meinen DHDL-verwöhnten Augen ein bisschen langweilig. Gerade das Businessgerede macht mir in der Höhle Spaß, wenn mal wieder ein paar Erfinder unrealistische Vorstellungen haben und man darüber bei Twitter lästern kann. Bei „Das Ding des Jahres“ sind es nur Produktvorstellungen und Jokos Lache, die man ständig hört. Die beiden anderen Jurymitglieder halten sich eher zurück. Dabei würde die Einschätzung der Verkaufsfähigkeit eines Produktes von Herrn Moog mich viel mehr interessieren.

Ein weiteres Manko ist die Länge der Show. Drei Stunden geht die Sendung. Durch die viele Werbung ist die Netto-Zeit sicherlich nur eine Stunde, aber nach einer Stunde schaltet man geistig einfach ab. Hinzu kommt, dass Pro Sieben die Show nicht nur am Freitag zeigt, sondern auch noch den morgigen Samstag reserviert hat.

Man merkt, dass es eine Raab TV produzierte Sendung ist. Kleine Details, wie das Glöckchen bei den Entscheidungen, kennt man aus „Schlag den Raab“ und auch bei der Machart, merkt man Raabs Hand.

Big Bounce oder Takeshi’s Ninja Bounce?

Big Bounce, eine Show mit Trampoline? Ist das die korrekte Pluralform von „Trampolin“? Man könnte an dieser Stelle auch einen Witz mit Trumpolin machen. Ist seine Frau nicht Polin? Ich schweife ab. Plural von „Trampolin“ ist „Trampoline“.

Kommen wir zur Show. Als ich hörte, dass man eine Show mit Trampoline macht, war ich verunsichert. Was wollen die da machen? Wollen die das ähnlich die olympischen Wettkämpfe machen, die ich ein paar Mal sogar gesehen habe? Oder hüpfen die den Abend über einfach auf den Dingern rum?

Nein, sie zeigen Hunderte von Vorstellungsfilmen. Da merkt sich doch kein Zuschauer etwas von, wenn der Kandidat nach einer Minuten wieder weg ist und der nächste Einspieler kommt. 400 Kandidaten wurden ausgewählt, die gegeneinander den Parcours bewältigen müssen. Wer am schnellsten ist, kommt weiter. Zwischendurch wird ein bisschen gehüpft und auch gerannt. Das war’s auch schon, was man schreiben kann. Nach 5 Minuten hat man alles gesehen, auch wenn sich der Parcours zwischendurch mal ändert, aber die hüpfen da nur umher und das ist nicht sehr spannend. Opdenhövel, der das zusammen mit Wolff-Christopf Fuss moderiert macht das in Ninja-Warrior-Manier und überhaupt ist das Ninja-Warrior in ein bisschen einfacher. Bei Big Bounce ist man immerhin nicht gleich raus, wenn man mal irgendwo herunterfällt, aber muss schneller sein als sein Gegner.

Ach ja, Runden gibt es auch noch. In der zweiten Runde müssen die Kandidaten sich auch noch Licht-, Zahlen- und Farbkombinationen merken und in der dritten Runde werden die Entfernungen zwischen den Trampolinen weiter. Die Kandidaten sind bunt gemischt. Man hat allerdings darauf geachtet, dass Frauen gegen Frauen, Kinder gegen Kinder und bei den Männern auch ähnliche Typen antreten.

Irgendwann gewinnt einer 100.00 Euro, wenn er nicht vorher eingeschlafen ist. Bei Ninja-Warrior war der Parcours härter und nicht jeder hat ihn geschafft und auch da war die Spannung bei mir nach einer Stunde raus. Ob RTL das gewusst hat und die Show deshalb auf einen Freitag und nicht auf einen Samstag gelegt hat?

Beginner gegen Gewinner gegen Langeweile

Beginner gegen Gewinner mit Joko ohne Klaas. Nicht noch ein Artikel, in dem es nur um die Trennung von Joko und Klaas geht. Okay, bleiben wir bei der Show.

Die Idee von „Beginner gegen Gewinner“ stammt aus „Die beste Show der Welt“. In der dritten Ausgabe der besten Show hieß die Urshow noch „Dabei sein ist teuer“. Damals (ey, dass war im Februar dieses Jahres) trat der Kandidat gegen einen Profi Schwimmer und Leichtathlet an. Er musste sich von seinem Budget von 5000 Euro ein Handicap für den Profi kaufen und dann gegen ihn antreten. Die Show hatte damals eine Quote von 79%.

Nun bekam die Show aus der Show einen Platz am Samstagabend. Das ist nach „My Idiot Friend“ die zweite Auskopplung aus der besten Show der Welt. Das Konzept ist gleich geblieben. Ein Hobbysportler tritt gegen einen Profi an. Normalerweise ist man chancenlos gegen einen Profisportler in seiner Disziplin, aber ist dieser gehandicapt, sieht das schon anders aus. Kann Tischtennisprofi Timo Boll auch mit einer Bratpfanne gewinnen? Oder die Leichtathletin Ruth Spelmeyer in einem Barockkleid rennen?

Joko hat für die Show eine Menge Profis organisiert. Mit dabei sind Ex-Formel-1-Fahrer Nico Hülkenberg, die Fußballer Arne Friedrich und Timo Hildebrand. Die Jury, die Geld auf die Kandidaten setzen, besteht aus Elyas M’Barek, Nico Rossberg und Matthias Opdenhövel.

Zu Beginn zieht sich die Show ein bisschen. Erst 20:43 Uhr geht es endlich los. Vorher werden erst die Kandidaten, die drei Weisen (Opdenhövel, M’Barek und Rosberg) und Kommentator Elmar Paulke vorgestellt. Dann noch ein typischer 8-Minuten-Werbeblock, der ungewöhnlich früh kam und dann erst das erste Duell.

Und schon ist das erste Spiel vorbei. Nach nur vier Minuten. Nach zehn Minuten dann schon wieder Werbung. Man merkt schnell, dass in der Show gerne geredet wird. Es entsteht viel Redezeit. Erst gibt es eine kleine Vorstellungs-MAZ, dann noch die Kontrahenten begrüßt, die drei Weisen tauschen sich auch noch aus und nicht vergessen sollte man die Anmoderationen der Werbung. Die ersten Duelle vielen sehr kurz aus und so waren die schon nach 4 bzw. 5 Minuten beendet. Erst beim Tischtennis kam ein bisschen Spannung auf, weil das Duell über drei Sätze ging.

Die einzelnen Duelle dauern ca. 20 Minuten, wenn man sie im Ganzen betrachtet, also von der Vorstellung der Kandidaten, Auswahl des Handicaps und dem eigentlichen Duell. Die meisten, der Duelle sind per se Sportarten, die nicht sehr lang dauern. Ein 400-Meter-Lauf dauert nur ca. eine Minute und dafür dann 20 Minuten einzuplanen, langweilt sehr schnell. Auch die drei Weisen sind irgendwie überflüssig. Bei jedem Duell wetten sie eine bestimmte Geldsumme auf den Kandidaten. Das Geld kommt bei einem Gewinn des Beginners in den Jackpot, der am Ende von einem Kandidaten gewonnen werden kann. Warum nicht eine feste Summe? Die Drei dienen der Zeitüberbrückung, weil man fast vier Stunden füllen muss.

Eine Kürzung der Show auf 90 Minuten würde ihr gut tun, aber das deutsche Fernsehen hat sich darauf eingespielt, dass eine Samstagabendshow vier Stunden lang dauert. In 90 Minuten müsste man auf das viele Gerede verzichten und es käme ein bisschen Spannung auf. Die Duelle wären dann immer noch zu kurz, aber es würde sich nicht so ziehen und man könnte alles schnell hintereinander schneiden. In der jetzigen Form merkt man, dass es eine Aufzeichnung ist und sehr viel geschnitten wurde, weil die Drehs länger dauerten. Bei einem Außendreh sieht man besonders schön, dass der Dreh sehr lang gedauert hat. Beim 400-Meter-Lauf ist es zu Beginn noch hell und im eigentlichen Lauf ist es bereits dunkel.

Bei den Außendrehs verstehe ich es, dass es Aufzeichnungen sind, weil die Infrastruktur einfach nicht gegeben ist und man lange Wege zurücklegen muss. Die Studioduelle könnte man auch live zeigen. Bei Schlag den Raab kann man seit Jahren sehen, dass man ein Studio schnell umbauen kann. Bei den Außenmoderatorinnen wechselte man zwischen Jeannine Michaelsen und Janin Ullmann. Wahrscheinlich hatte eine der Beiden an einem Drehtag keine Zeit. Anders kann ich mir nicht vorstellen, warum man zwei verschiedene Moderatorinnen nimmt.

Joko moderiert die Show sehr gut. Manchmal fehlt ihm ein Anspielpartner. Diesmal ist er auch vorbereit und nicht wie in früheren Produktionen, die er oft spontan moderierte und ihm Klaas wieder auf den Punkt bringen musste. Zwischendurch motiviert er auch die Kandidaten, wenn sie zurückliegen. Am Schluss tritt er selbst in einem Duell gegen Formel-1-Fahrer Nico Hülkenberg an. Er fährt mit ihm ein Rennen. Joko im Rennwagen und Hülkenberg im überladenen Kleintransporter. Joko fühlt sich in der Sendung wohl. Vielleicht liegt es auch an den Freunden, die er sich als Gäste oder Moderatoren gewählt hat.

Sehr ansprechend sind das Studiodesign und die Einspieler. Schöne Bilder kann die Produktionsfirma Florida TV einfach, wie man in früheren Produktionen bereits gesehen hat.

Fazit:

Eigentlich klingt das Konzept von Beginner gegen Gewinner gut und auch bei „Die beste Show der Welt“ hat mir das Format gefallen, aber die Umsetzung auf eine vierstündige Samstagabendsendung funktioniert so, wie es gemacht wurde, nicht richtig. Die Show macht zu oft Werbung. Man ist ja von „Schlag den …“ viel Werbung gewohnt, aber die Sendung übertrifft das alles. Außerdem wird sehr viel geredet und die Duelle sind zu kurz.

Mal sehen, was die Quoten zu Beginner gegen Gewinner sagen.

 

Der Preis ist heiß, aber nicht überbieten

Endlich werden wieder Preise geraten und komische Spiele gespielt. Hach, die 90er. Der Preis ist wieder heiß bei RTLplus. Im Zuge der Neuauflagen von alten Spieleshows ist nun Der Preis ist heiß an der Reihe. Vorher hatte es schon Jeopardy, Familenduell, Ruck Zuck und Glücksrad zurückgeschafft. In Zeiten von Preisvergleichsportalen kann man nun wieder am späten Nachmittag Preise raten. Von 1989 bis 1997 lief die Spieleshow bei RTL bzw. RTLplus. Das Original „The Price is Right“ stammt aus den USA und läuft dort seit 1956. In Deutschland liefen 1873 Folgen über acht Jahre. Moderiert wurde es von Harry Wijnvoord mit Walter Freiwald als Produktpräsentator.

Die Show besteht aus drei Runden. In der ersten Runde werden Kandidaten aus dem völlig überdrehten Publikum gewählt, die dann den Preis eines Produktes möglichst genau schätzen müssen. In der zweiten Runde können die Gewinner um höhere Preise spielen. Dort werden die legendären Spiele, wie der „Kraxlhuber“, „Plinko“ und „Lauf und Tausch“ gespielt.

Die letzte Runde beginnt dann mit „Das Rad“, das jede Sendung ehrfürchtig angekündigt wird. Wer den höchsten Betrag erdreht, kommt ins Finale. Im Finale muss der Gewinner wieder die Preise von verschiedenen Produkten raten und auch hier galt: „Nicht überbieten!“

Hach, die 90er.

Wie sieht es jetzt aus?

Der Aufbau der Show ist der 90er-Show treu geblieben.

Die Moderation hat gewechselt. Es übernehmen Wolfram Kons und Thorsten Schorn, der für die Produktpräsentation zuständig ist. Wolfram Kons moderiert mit dem nötigen Spaß und auch die Kommentare von Thorsten Schorn hat immer einen lustigen Spruch auf den Lippen, wie man es bei „Shopping Queen“ gewohnt ist.

Die Sendung dauert jetzt 50 Minuten, statt 30 Minuten, was der Show gut tut. Die Show ist gut geschnitten und besteht nicht nur aus Geschnipsel, das schnell hintereinander geschnitten wurde.

Die Titelmusik und Sounddesign wurde etwas überarbeitet, versetzt ein dennoch in die 90er zurück.

Die Show macht Spaß, auch wenn es wie immer überdreht ist. Der Preis ist heiß, aber nicht überbieten kommt täglich um 17:45 Uhr. Das Studio eignet sich auch sehr gut für eine Neuauflage von „Geh aufs Ganze!“.

Schlag den Ra.. äh Schlag den Henssler

Er ging nach Amerika und sagte: „Wenn ich es dort schaffe, komm‘ ich nie mehr nach Deutschland zurück!“
Und heute Abend ist er wieder HIER, RAAAB!“

Oh.

Schlag den Henssler

Screenshot Schlag den Henssler

Das erfolgreichste Samstagabendshowkonzept nach „Wetten dass…?“ ist zurück. OK, es war nie wirklich weg. Schlag den … ist zurück. Seit 2006 läuft die Show. Es gab 54 Ausgaben mit Stefan Raab. Ab 2009 gab es den Ableger „Schlag den Star“, der ähnlich funktionierte, aber nicht live war und es weniger Geld gab. Nachdem Rücktritt von Raab wurde „Schlag den Star“ umkonzipiert. Es traten jetzt nicht mehr Normalos gegen Promis an, sondern zwei Promis gegeneinander an. Außerdem war die Show live. Nun ist man wieder beim alten Konzept und konnte Stefan Henssler als Dauergegner gewinnen, der nun wieder gegen Normalos antritt.

Neu ist die Anzahl an Auswahlkandidaten. Waren es früher fünf Personen, sind es jetzt nur noch drei. Diesmal ist auch keine Frau als Auswahlkandidatin dabei. Neu ist auch die Gewinnsumme, die sich halbiert hat. Es sind nur noch 250.000 Euro. Gewinnt Steffen Henssler, erhöht sich der Jackpot. Moderiert wird von Elton und kommentiert von Elmar Paulke. Beide haben den Job schon während „Schlag den Star“ gemacht. Wie immer werden 15 Spiele gespielt.

Man merkt, dass Steffen Henssler oft „Schlag den Raab“ gesehen hat. Er nimmt sich der „raabschen“ Attitüde an und fragt bei Spielen ständig nach. Der Ehrgeiz ist da, aber er wirkt dabei in vielen Situationen unsympathisch. Auch bei Twitter kommt Henssler nicht gut weg. Viele hätten sich jemand anderes gewünscht, wobei die Wahl schwierig ist, weil die Person langfristig an die Show gebunden werden soll und der Ehrgeiz groß sein muss. Niemand will jemanden sehen, der den Kandidaten das Geld quasi schenkt.

Bei der Werbeplatzierung muss Pro Sieben nachjustieren bzw. nicht jeden Trend mitmachen. Bereits beim zweiten Spiel wurde während des Spiels Werbung gemacht. Diese Cliffhanger sollen das Publikum zum Dranbleiben zwingen, aber es ist einfach nur nervig. Später zeigte man dann noch einen Musikact nach der Werbung und spielte dann erst weiter. Oder man nutzte eine Umzugspause nicht für eine Werbepause, sondern ließ Elton die neuen Schlag den Henssler-Spiele vorstellen, ging dann zum Spiel und schob einen richtigen Werbeblock ein.

Fazit:

„Schlag den Raab“ hat sich bei einigen Spielen auch gezogen und man konnte zwischendurch auch mal ein Stündchen schlafen, aber bei dem Kandidaten kam überhaupt keine Spannung auf, weil der Kandidat sehr ruhig war. Gefühlt gab es sehr wenige körperliche Spiele. Vielleicht, weil man Steffen Henssler noch schonen wollte, der sich beim Training verletzt hatte und weshalb die Sendung verschoben wurde. Die Spiele waren teilweise sehr langatmig, weil es zu viele Durchgänge gab. Teilweise hätte ein Durchgang gereicht oder man musste sieben Punkte erreichen, wo auch fünf gereicht hätten. Das hat die gesamte Show in die Länge gezogen.

Der Termin für die zweite Ausgabe Schlag den Henssler ist der 4. November 2017.

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