4 geben alles, die neue Samstagabendshow im ZDF. Der nächste Versuch des ZDFs eine Familienshow an den Zuschauer zu bringen.

Ich gebe jeder Show eine Chance und gucke sie bis zum Ende, aber hier habe ich das nicht geschafft. Die heile Welt, die Kinder und alles war einfach etwas drüber.

Das ZDF sucht immer noch nach einem Wetten dass Ersatz für den Samstagabend. Es soll eine Show für die ganze Familie sein, was auf dem Lerchenberg bedeutet, dass die ganze Familie mitspielen muss. Beim letzten Versuch mit „Das Spiel beginnt“, waren die Kinder Hauptakteure der Sendung. Diesmal ist es die gesamte Familie, die gegen zwei andere Familien antreten. Es gibt jeweils eine Familie aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die um 100.000 Euro kämpfen.

Das Konzept gab es schon einmal zu beginn der 70er Jahre mit „Wünsch Dir was“, dass von Dietmar Schönherr moderiert wurde. Damals traten die Familien in Wissens- und Aktionsspiele gegeneinander an. Daran hat sich nichts geändert. Die Familien müssen verschiedene Aufgaben lösen. Dafür mussten die Väter sogar bis nach Bangkok um dort ein Tuk Tuk zufahren. Gelenkt wurden sie dort durch die Familie daheim. Oder man spielte Grimassenraten im Studio oder ein Fragespiel, bei dem die Familien auf einem Sofa saßen, das sich bei jeder falschen Frage neigte, bis alle herruntergefallen sind. Oder man wirft Müllbeutel in einen Korb. Zwischendurch immer mal wieder ein Einspieler, bei dem Personen auf der Straße zum Thema Familie befragt wurden. Alle Antworten sind natürlich positiv. Die Schleimspur zieht langsam ihre Bahnen.

Zwischen den Einspielern kommen noch Einspieler von den Aufgaben der Familien. Vielleicht wurde das Studio nur stundenweise angemeldet und hatte somit weniger Drehzeit dort. Sie könnten die Zeit noch etwas kürzen, wenn sie die Regeln, der einzelnen Spiele, nicht so lang und breit erklären würden.

Moderiert wird 4 geben alles von Steven Gätjen. Mittlerweile habe ich schon Mitleid mit ihm. Bei Pro Sieben konnte er Schlag den Raab machen, was ihm offensichtlich Spaß gemacht hat. Beim ZDF sieht es immer so aus, dass ihm alle Showformate gegeben werden, aber die Shows passen nicht zu ihm.

Ich bin schon froh, dass er jetzt zumindest ein Kinoformat bekommen hat und so ein Teilbereich seiner Kompetenz im Fernsehen ausleben kann, wenn auch nur am Programmrand.

Am Ende stimmt das Studiopublikum mit Emotionsarmbändern über die Sieger ab, wenn sie nicht eingeschlafen sind.

Müssen immer Kinder in einer Familienshow dabei sein?

Ziehen Kinder im Fernsehen überhaupt noch? Mich schreckt das eher ab. Wenn Kinder im Spiel sind, werden die Regeln schon mal ein bisschen gedehnt, weil das Kind am Ende nicht traurig ist. Das macht das Spiel einfach langweilig. Bei „Das Spiel beginnt“, hat das ZDF schon eine Sendung, in der Kinder gegen Erwachsene (in dem Fall Prominente) gegeneinander antreten. Jetzt gibt es noch ein Format, wo die Kinder im Vordergrund stehen. Gut, bei dem Format ist, dass nicht nur die Kinder gegen die Kinder spielen, sondern der beste der Familie gegen den anderen besten der Familie. So kann es sein, dass auch die Erwachsenen gegen die Kinder spielen.

Vielleicht bin ich einfach nicht die Zielgruppe. Aber sollte eine Samstagabendsendung nicht alle Leute ansprechen und nicht nur Familien mit Kindern? Ich bin gespannt auf die Quoten von 4 geben alles.