Monat: Juni 2017

Circus Halli Galli schließt die Pforten

Circus Halli Galli endet heute. Ja, das ist noch ein Text darüber. Viele Texte wurden schon geschrieben und ich schreibe auch noch einen darüber, aber die Beiden haben mich gefühlt seit zehn Jahren begleitet. Das klingt jetzt so, als würde die Beiden für immer von der Bildfläche verschwinden.

Nach acht Jahren endet MTV Home, neoParadise und Circus Halli Galli. Von MTV zu ZDFneo endet die Reise nun bei ProSieben. Ganz ist die Reise noch nicht zu Ende. Die Abendformate von Joko und Klaas gehen weiter, nur Circus Halli Galli endet nach neun Staffeln. Die Ankündigung des Endes liegt schon ein bisschen zurück, deshalb hatte sie Zeit sich zu verabschieden, was sie meiner Meinung nach auch getan haben. In der letzten Staffel drehten sie noch mal richtig auf. Scheinbar mit der Prämisse „Was soll ProSieben schon machen?“, es ist die letzte Staffel. Sie erfüllten sich noch einige Wünsche, alte Rubriken kamen noch einmal vor, Liveshows usw.

Circus Halli Galli

Screenshot Circus Halli Galli

Die letzten zwei Jahre habe ich die Sendung nur noch sporadisch geguckt, weil sie sich in meinen Augen nicht mehr so viel Mühe geben haben und nur noch die Rubriken wiederholten, die mir nicht zusagten. „Bei Anruf Udo“ und das ewig Hingehalte von „Aushalten nicht lachen“ ist bei der x-ten Wiederholung nicht mehr lustig gewesen. Zwischendurch kam mal „was mit Saufen“ aber es fehlte an Tiefe, die nur noch manchmal aufblitzte. Bei MTVHome und neoParadise versuchte man sich zumindest an einer gewissen Tiefe mit Aktionen, wie „Stehen, damit es weitergeht“. Bei Circus Halli Galli war es oft nur der „Haudrauf“ Humor. Dennoch war es eine Spielwiese, auf der sich die Produktion hätte austoben können, was sie leider in den letzten Staffeln nicht genutzt haben. Deshalb ist es gut, dass die Beiden jetzt aufhören (vielleicht schon ein Jahr zu spät).

Die letzte Staffel endete emotional schon in der vorletzten Folge mit einem „Rock am Ring“ Spezial. Es wurde noch einmal „Angels“ von Robbie Williams gesungen, wie schon 2010 in einem „Wenn ich du wäre XXL“. Olli Schulz tauchte ein letztes Mal auf.

Die gesamte letzte Staffel war gut. Es gab einige Liveshows mit Livewerbung. Man hatte das Gefühl, dass sich das Team noch mal reinlegt und ein gutes Ende zeigen will, was in den 2-4 Staffeln davor nicht mehr der Fall war. Es war die Luft raus. Matthias Schweighöfer war in jeder zweiten Ausgabe als „Gast“. Die beiden gingen kaum noch raus und ließen die anderen mal machen.

Trotzdem ist es schade, dass damit eine Ära endet. Ein Lichtblick zwischen den zahlreichen „The Big Bang Theory“ Wiederholungen. Wie schon bei TV Total mit Stefan Raab, hätte die Show neue Impulse benötigt, aber man sah sie und freute sich, dass sie noch laufen. Ohne TV Total und ohne Circus Halli Galli fehlt dann doch etwas im Fernsehen.

Trotzdem darf man gespannt sein, wie sich die verbleibenden Formate der Beiden bei ProSieben entwickeln und welche Neuen dazu kommen.

Die letzte Sedung

Die Sendung beginnt dem Rückblick, den sie schon bei der Ankündigung des Endes veröffentlicht haben. Im Publikum sitzen viele Wegbegleiter. Oma Violetta ist in Form eines Bildes da, weil es ihr gesundheitlich nicht so gut geht. Danach kommt mal wieder was mit saufen in Form eines Beitrages, indem Partygänger erzählen, wie sie sich die letzte Sendung vorstellen. An der Stelle merkt man wieder, dass die Show über dem Zenit ist. Der typische Haudrauf Humor. Danach treten Casper und Cro auf. Endlich wird es emotional als Palina die Bühne betritt. Alle Drei erzählen von den Anfängen, wie sie sich gefunden haben. Das sind die Momente in der Show, die es dann doch noch zu einer angemessenen finale Folge machten.

Mit einer rührenden Rede und einer wahnsinns Sequenz, in der alle Mitarbeiter und Wegbereiter mit der MTV Home Musik zu sehen sind, verabschieden sich Joko und Klaas von ihrer Show.

Danke, Circus Halli Galli.

PS: Natürlich war Schweighöfer auch in der letzten Show.

Bares für Rares im XXL Format

Das Erfolgsformat Bares für Rares beim ZDF hat es in das Abendprogramm geschafft. Trödelmärkte sind beliebte Orte und so wurde es Zeit, dass diese auch ins Fernsehen kommen. Das erste eines solchen Formates in Deutschland ist Kunst und Krempel vom Bayrischen Rundfunk, dass seit 1985 läuft. Kunst und Krempel ist eine Adaption des britischen Formates „Antiques Roadshow“, die seit 1979 läuft. Man sieht also, dass das Format Trödel schon länger ein Thema ist. Seit Mitte der 2000er trat das Thema wieder mehr in den Vordergrund. Beim WDR gab es den Trödel-King und ein paar Jahre später feierte RTL2 mit dem Trödeltrupp Erfolge.

Bares für Rares

Screenshot ZDF

Die Menschen entmüllten ihre Keller, Dachböden und Garagen während die Kamera und nette Trödelexperten ihnen dabei halfen. 2013 sprang dann das ZDF auf den Trödelmarkt mit auf. Schon nach kurzer Zeit war Bares für Rares das erfolgreichste Format im Nachmittagsprogramm. In den letzten Monaten versuchte das ZDF weitere Trödelformate zu etablieren, wie „Clever abgestaubt“ und „kaputt und … zugenäht!“.  Das erfolgreichste bleibt aber „Bares für Rares“ mit Horst Lichter. Nach diesem Erfolg, sieben Staffeln und über 450 Ausgaben hat es das Format in das Abendprogramm geschafft.

Man stellte Horst Lichter Steven Gätjen zur Seite und transportierte die Produktion ins Schloss Ehreshoven. Das Konzept bleibt ähnlich der Nachmittagssendung. Personen können ihre Gegenstände einem Experten aus dem Expertenteam vorstellen. Dieser bewertet den Gegenstand und gibt auch einen Wert des Gegenstandes an. Liegt der gewünschte Preis, des potenziellen Verkäufers und des Experten in der Nähe des Verkäufers oder drüber, bekommt der Verkäufer die Händlerkarte. Mit dieser Karte kann er zu den Händlern und seinen Gegenstand verkaufen. In der Abendshow hat man das Ganze ein bisschen aufgebauscht, sodass man statt fünf sieben Händler hat. Außerdem sind neben Normalos auch Prominente, die Gegenstände von sich anbieten. Mit dabei sind Boris Becker, Bernhard Hoëcker, Thomas Hermans sowie Rosi Mittermaier und ihr Mann Christian Neureuther.

In schöner Kulisse werden im Schlosshof die Experten befragt. Im Hintergrund die Rentnerausflugsgruppe. Nach dem Experten geht es ins Schloss zu Steven Gätjen, der dort noch mal die potenziellen Verkäufer sowie die Familien befragt. Die Familien dürfen dann über einen Monitor die Verhandlungen im Saal sehen.

Die Prominenten hätte es nicht gebraucht, vor allem, wenn es Prominente sind, wie Boris Becker, die ihr Gesicht in jeder Show in die Kamera halten. Auch die Rolle von Steven Gätjen ist irgendwie überflüssig. Er interviewt nur kurz die Verkäufer und das war es dann auch. In der Nachmittagsausgabe funktioniert es auch ohne Moderation.

Fazit:

Eine längere Ausgabe von Bares für Rares ist schon gut, aber es braucht nicht diese Kulisse, die Prominenten, den größeren Händlertisch und auch nicht Steven Gätjen. Bei einigen Objekten der Prominenten gab es eine höhere Summe, weil sie unterschrieben wurden und das Geld einem guten Zweck zu gute kam.

Es wurden zwei Folgen produziert. Die zweite Ausgabe zeigt das ZDF am 13. Juli.

Global Gladiator Big Brothers

Global Gladiator läutet langsam das Sommerloch im Fernsehen ein. Der Name klingt, wie ein spektakuläreres Reisemagazin. Am Ende ist es aber nur eine Realityshow mit acht Prominenten. Die teilnehmenden Prominenten sind die üblichen Personen, die ihr Gesicht immer in die Kamera halten. Mit dabei sind Oliver Pocher, Lilly Becker, Pietro Lombardi, Larissa Marolt, Ulf Kirsten, Nadine Angerer, Mario Galla und Raúl Richter.

Was passiert in der Show? Die acht Prominenten müssen spektakuläre (hat Markus Lanz den Text geschrieben?) Challenges absolvieren. Die Promis leben der gesamten Zeit in Frachtcontainer, die natürlich videoüberwacht sind. Also das übliche Big Brother Setting. Das Ganze findet in Namibia statt. Die Promis werden in zwei Teams aufgeteilt. Die Teams müssen spektakuläre (schon wieder der Lanz) Aufgaben zu Wasser, zu Land und in der Luft bewältigen. Nach jedem Tag kann das Gewinnerteam einen Prominenten aus dem gegnerischen Team nach Hause schicken. Moderiert wird das Ganze vom ehemaligen joiz-Moderator Maurice Gajda. Elmar Paulke kommentiert überflüssigerweise das Ganze bzw. ist er die Offstimme. Da hätte man sich ruhig jemand anderes suchen können.

Nach einer halben Stunde ist die erste Challange beendet und die Teams sehen das erste Mal ihre Behausung für die nächsten vier Wochen. Ein Transportcontainer ohne Fenster, dafür mit Dreifach-Stockbetten, einen Herd und Spüle. In diesem Transporter werden sie zur nächsten Location transportiert.

Nach einer halben Stunde Spiel folgt eine halbe Stunde lang ein Einblick über das gemeinsame Zusammensein in Big Brother Manier.  Die Wahl der Prominenten ist natürlich so gewählt, dass es schnell zu Streitigkeiten unter den Promis kommt.

Die drei Stunden Sendung verlaufen immer im Wechsel Spiel und Streitigkeiten. Bei den Spielen ist bei einer halben Stunde kaum Abwechslung. Nach und nach sieht man die acht Kandidaten ins Wasserspringen oder sie spielen Polo auf einem Quad. Es wiederholt sich viel. Dazu kommen noch etliche Zeitlupen von den Sprüngen, was das Ganze noch mehr verlängert.

Es gibt aber auch emotionale Augenblicke, wie die Fahrt in das nächste Camp, wo die Teilnehmer Zeit haben sich zu unterhalten. So erzählt Oliver Pocher von seiner Kindheit und Lilly Becker, dass sie eine Waise ist.

Es gibt sechs Folgen von Global Gladiator, die jeweils am Donnerstag um 20:15 Uhr bei Pro Sieben laufen.

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