Monat: April 2017

Little Big Stars – Kinderquatsch mit Thomas

Neutwitterer Thomas Gottschalk (@herbstblond) ist mit einer Show zurück. Little Big Stars heißt das Format, und wie der Name schon andeutet, beschäftigt sich die Show mit Kindern und ihren Talenten. Es handelt sich um keine Casting Show oder ein Wettbewerb unter den Kindern. Die Kinder zeigen, was sie können und lassen die Zuschauer staunen. Das Format ist eine Adaption der Show „Little Big Shots“ aus den USA, das von Moderatorin Ellen DeGeneres und Komiker Steve Harvey gemeinsam für NBC entwickelt wurde und schon in die zweite Staffel ging. In den USA hat Gottschalk das Format gesehen und war begeistert, sodass er das Angebot, die Show zu moderieren, annahm. Ihn reizte der improvisierende Teil der Show, den er in seinem Ausflug zu „Deutschland sucht den Superstar“ vermisst hatte.

Die Show beginnt mal wieder mit einer Zusammenfassung, der besten Szenen. Jetzt kann man eigentlich schon abschalten. Das ist auch so ein neuer Trend, dass man den Zuschauer spoilert.

Schönes Studio. Gottschalk moderiert souverän und lustig wie immer. Er kann gut mit den Kindern umgehen. Warum hat sich Sat. 1 den Cutter vom Supertalent geholt? Eingespieltes Klatschen, eingespielte Lacher, die Publikumsreaktion passt nicht zum Gezeigten, sehr schnelle Schnitte, Standing Ovations vom Publikum bei jedem Kind und auch so manche Reaktion von Gottschalk wirkt falsch reingeschnitten. Man könnte echt meinen, dass Gottschalk jetzt das Supertalent Kids moderiert. Immerhin bleibt uns Dieter Bohlen erspart und das Studio ist ganz schön.

Ach ja, die Kinder. Den Begriff Talent kann man sehr weit dehnen. Zum einen gab es ein norwegisches Mädchen, die mit ihrer Stimme jeden DSDS Kandidaten zehn Kilometer hinter ihn lies und einen Jungen, der Pi aufsagen konnte. Auf der anderen Seite gab es einen sechs jährigen Jungen, der Insekten kochte und eine Cheerleading Gruppe.

Sat. 1 zeigt drei Ausgaben der von Little Big Stars immer sonntags. Ob das so gut ist, eine Show gegen den heiligen Tatort zu senden, werden die Quoten zeigen.

Clever abgestaubt – das Trödelquiz

Das Regal müsste mal wieder clever abgestaubt werden. Das hat sich das ZDF auch gedacht und ein weiteres Trödelformat ins Programm genommen. Genauer hat ZDFneo mit „clever abgestaubt“ ein neues Format. Es ist kein reines Trödelformat. Das ZDF dachte sich, man könne Trödel und ein Quiz kombinieren und daraus eine Show machen. Moderiert wird von Steven Gätjen.

Wie kombiniert man also Trödel und Quiz? Man lässt die Kandidaten den Wert von Trödel bzw. antiken Gegenständen raten. Drei Kandidatenpaare treten gegeneinander an. Durch Beantworten von Fragen können sich die Gegenstände gesichert werden. In den folgenden Runden kann aus der Sammlung der anderen beiden Teams „geklaut“ werden. Gewonnen hat das Team, dass am Ende die höchst geschätzte Sammlung sich erspielt hat. Das Siegerteam erhält am Ende Geld in Höhe des teuersten Stücks.

Lead-in bildet mit „Bares für Rares“ Wiederholungen eine gute Einstimmung in das Thema. Hat man die Folge gesehen, kann man einschätzen, dass alte Füller von Pelikan auch mal 1000 Euro wert sind.

Bei clever abgestaubt gibt es Gegenstände im Wert von 0 bis 3000 Euro. Die Kandidaten dürfen die Gegenstände am Anfang in Ruhe begutachten. Ein Gutachter kommentiert das, was aber überflüssig ist, weil es weder inhaltlich hilft oder lustig ist. Bei den Fragen handelt es sich um allgemeine Fragen und keine trödelspezifischen Fragen, wodurch das Zuschauer auch mitraten kann.

Steven Gätjen moderiert das in seiner ruhigen und witzigen Art, aber viel hat er nicht zu tun, wenn er die Fragen vorliest. Man hat das Gefühl, dass er erst mal durch alle Format geschleust wird, aber bisher passt nur das Kinoformat zu ihm.

Das Studio ist etwas lieblos gestaltet, wenn man die ZDF Studios der anderen Trödelformate vom ZDF kennt. Das Studio sehr leer und für nur wenige Personen und keine Aktion verläuft sich die Größe.

ZDFneo hat zunächst 20 Folgen produziert und zeigt diese montags bis freitags um 19:30 Uhr.

Kerners Köche kochen wieder

Kerners Köche kochen wieder für die Zuschauer. Und noch eine Kochshow bzw. wieder eine Kochshow. Wobei es nicht mehr so viele davon gibt und der Trend zum Trödeln geht.

Kerner kocht also wieder im ZDF bzw. lässt kochen. Das haben sie schon mal gesehen? Ja, das gab es schon mal 2005 bis 2008. Fünf Fernsehköche kochten wöchentlich im Fernsehen. Der Beginn des Kochshowtrends (der Neuzeit). Später übernahm die Sendung Markus Lanz und hoffentlich geht „Böhmi brutzelt“ bald in Serie. Damals wurde ein 5-Gänge-Menü zubereitet. Die Köche probierten das Essen der anderen und gaben Essensproben ins Publikum. Bei Lanz blieb das Format zunächst gleich. Am Ende passte man das Konzept leicht an, sodass die Gewinner aus der Küchenschlacht ebenfalls ein Gericht beisteuerten oder sie saßen als Probierer im Publikum.

Fünf Jahre nach der Absetzung der Sendung 2012 wird wieder gekocht. Kerner übernimmt wieder. Doch einige Sachen sind neu. Der Sendeplatz z. B. so wurde früher am späten Freitagabend gekocht und jetzt am Samstagnachmittag auf dem Sendeplatz von „Lafer! Lichter! Lecker!“. Das Studio wurde modernisiert und ist nicht mehr die Kulisse von Kerners/Lanz’ Talkshow. Die Köche haben endlich mehr Platz und sind sich nicht mehr selbst im Weg.

Die kürzere Sendezeit lässt nur noch Platz für vier Köche und Gerichte. Die größte Veränderung ist ein Bewertungssystem, mit dem sich die Köche gegenseitig verdeckt bewerten und Punkte verteilen. Früher war es eine gemütliche Runde, die zusammen gekocht hat, jeder Koch hat das Essen des anderen probiert und seine Meinung gesagt und nun artet es wieder in einem Wettbewerb mit einem Sieger aus. Meines Erachtens überflüssig. Das gemeinsame Probieren und Kritisieren war damals sehr angenehm. Die Köche sagten ihre Meinung, die nicht immer positiv war, und damit hat das gereicht.

Ob der Sendeplatz für Kerners Köche günstig ist, wird sich zeigen. Die 12 geplanten Folgen laufen bis in den Sommer rein. Ob die Zuschauer am Samstagnachmittag bei schönem Wetter nicht etwas besseres zu tun haben und lieber etwas unternehmen? Immerhin liefen auf dem Sendeplatz sonst Wiederholungen und das ZDF probiert es mit neuen Folgen.

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