Monat: Dezember 2016

Tutti Frutti – Noch ein Retroformat

RTL macht weiter mit den Retro-Shows. Diesmal ist es Tutti Frutti. Eine Show, die Anfang der 90er Jahre für Aufsehen sorgte, weil sich Damen in der Sendung fast nackt auszogen. Was viele nicht mehr wissen oder verdrängt haben, es gab auch Spiele und Spielregeln in der Show. Für viele waren diese nebensächlich. Es gab Glück- und Ratespiele, bei denen die Kandidaten Punkte erspielen konnten. Je nach Punkten legten die Damen ihre Kleidungsstücke ab. Moderiert wurde die Sendung damals von Hugo Egon Balder.

Im Zuge der Retrowelle bei RTL wurde das Format „neu aufgelegt“ bei RTL Nitro zu sehen. Die Moderation übernimmt „Geh auf’s Ganze“ Moderator Jörg Draeger. Schauspieler Alexander Wipprecht ist der Co-Moderator. Ihn kennt man aus „Die unwahrscheinlichen Ereignisse im Leben von …“. Er ist außerdem Absolvent der Frank Elstner Master class.

Die Sendung ist eine Mischung aus der ursprünglichen Sendung und ein Rückblick aus den 90er Jahren. Alexander Wipprecht übernimmt den Part des Spiels und Jörg Draeger schaut zurück. Es sind Gäste geladen, die damals mitgemacht haben. Nach dem dritten Rückblick sieht man nichts Neues. Eigentlich nur Brüste. Mehr Inhalt hatte die Sendung damals nicht. Heute hat sich daran nichts geändert. Bei einer fast 2-stündigen Sendung ist das eher langweilig. In den 90er dauerte eine Folge 45 Minuten. Brüste und Spiele ohne Sinn.

Das Studio wirkt wie eine gut ausgeleuchtete Erotikbar. Die Frauen wurden scheinbar gleich mitgebucht. In der Sendung kann man sehen, dass der Silikonanteil in den letzten 30 Jahren stark angestiegen ist. Auch die Botoxdichte ist sehr hoch bei den Damen, die damals schon mitgemacht haben und heute als Gäste geladen sind.

Ziehen halb nackte Frauen im Jahre 2016 noch? Im Internet findet man alles dazu und braucht keine Show, die zwei Stunden lang halbnackte Frauen zeigt.

Im Anschluss der Neuauflage zeigt RTL Nitro drei Stunden lang alte Tutti Frutti classics.

Abschiede 2016 – In memoriam

In diesem Jahr gab es viele Abschiede. Wir mussten uns von Idolen und Persönlichkeiten verabschieden. Ich möchte an dieser Stelle den verstorbenen Film- und Fernsehlegenden gedenken.

Weil es so viele sind, werde ich nur ein paar der Persönlichkeiten ausführlich gedenken.

Das Jahr hatte noch nicht richtig begonnen und schon kam die erste traurige Meldung über den Tod einer Persönlichkeit.

Januar

Achim Mentzel: Stimmungskanone, Musiker und Moderator starb mit 69 Jahren.

Alan Rickmann: Schauspieler und Regisseur wurde 69.

Dan Haggerty: „Der Mann in den Bergen“ verstarb mit 73 Jahren.

Wolfgang Rademann: Mr. Traumschiff und Mitbegründer der Schwarzwaldklinik, Fernsehproduzent starb mit 81 Jahren.

Februar

Der Februar traf mich gleich zweimal. Erst mit dem Tod von Roger Willemsen, der mit nur 60 Jahren nach einer Krebserkrankung verstarb. Willemsen war alles. Er war Publizist, Moderator im Fernsehen und im Radio und gern gesehender Gast in allen Sendungen. Dabei konnte er sowohl ernst als auch lustig.

Ein zweites Mal traf es mich, als ich erfuhr, dass Peter Lustig gestorben ist. Ein Mensch, der mich seit meiner Kindheit begleitet hat und mein Interesse an Wissen geprägt hat. Noch heute gucke ich Löwenzahn und kenne jede Folge. Peter Lustig war ein Mensch, von dem man nie dachte, dass er einmal nicht sein wird, weil man ihn schon ein Leben lang kannte. Er erklärte mir die Welt und ich denke an ihn, wenn ich Löwenzahn am Wegrand sehe.

Außerdem noch:

George Gaynes: bekannt als Polizeikommandanten Eric Lassard aus Police Academy. Er wurde 98.

George Kennedy: Schauspieler und bekannt als Captain Ed Hocken aus der „Die nackte Kanone“ Trilogie.

April

Hendrikje Fitz: Schauspielerin verstarb nach einem Krebsleiden mit nur 54 Jahren.

Doris Roberts: Schauspielerin u.a. bei Remington Steel. Sie verstarb mit 90 Jahren.

Arne Elsholtz: Schauspieler und Synchronsprecher. Er war die Stimme vonTom Hanks, Bill Murray und Jeff Goldblum. Er starb mit 71 Jahren.

Wolfgang Hess: Die Stimme von Bud Spencer starb mit 78 Jahren.

Mai

Erika Berger: Moderatorin, Autorin und Sexberaterin. Sie starb im Alter von 76 Jahren.

Juni

Im Juni verstarben zwei große Schauspieler. Zum einen Götz George. Er verstarb im Alter von 77 Jahren. Zum anderen Bud Spencer. Er wurde 86 Jahre alt. Hier schrieb ich schon einmal meine Gedanken an Bud Spencer.

Juli

Miriam Pielhau: Fernseh- und Radiomoderatorin, Autorin und Schauspielerin. Sie verlor den Kampf gegen den Krebs im Alter von nur 41 Jahren.

August

Kenny Baker: Der Schauspieler von R2-D2 verstarb mit 81 Jahren.

Oktober

Tamme Hanken: Tierheilpraktiker. Er starb mit 56 Jahren.

Manfred Krug: Schauspieler, Sänger und Schriftsteller. Er verstarb mit 79 Jahren.

Dezember

Alan Thicke: Schauspieler. Bekannt aus „Unser lautes Heim“ starb mit 69 Jahren.

Zsa-Zsa Gabor: Die Hollywood-Diva starb im Alter von 99 Jahren.

George Michael starb mit nur 53 Jahren an Weihnachten. Man kann es als Ironie des Schicksals beschreiben, dass er an Weihnachten gestorben ist. Als Sänger von Wham verbindet man ihn mit dem bekanntesten Weihnachtssong der Popgeschichte.

Die Macht war nicht stark genug. Carrie Fisher, die Prinzessin meiner Jugend, erlitt an Weihnachten einen heftigen Herzinfarkt auf einen Flug. Ein paar Tage dann die Nachricht, dass sie gestorben ist. Die einzige Prinzessin, die man ernst nehmen konnte. Die Star Wars Filme haben mich in meiner Kindheit geprägt, auch wenn ich mit meinen Haaren nie die Frisuren hinbekommen habe. Da der achte Star Wars Film bereits abgedreht wurde, werden wir Carrie Fisher dort noch einmal als Prinzessin Leia bzw. als General Leia Organa sehen.

Einen Tag nach Carrie Fisher starb ihre Mutter Debbie Reynolds im Alter von 84 Jahren. Sie wurde durch den Musicalfilm Singin‘ in the rain bekannt.

Neben den Film- und Fernsehpersönlichkeiten starben außerdem: David Bowie, Umberto Eco, Guido Westerwelle, Roger Cicero, Prince, Muhammad Ali und Walter Scheel und einige andere.

In diesem Jahr sind so viele Menschen gestorben, dass der Postillon vermeldete, dass der Tod aus Erschöpfung selbst gestorben ist. In den nächsten Jahren werden sich die Todesfälle häufen. Die Stars, die uns bisher begleitet haben, kommen jetzt in das Alter. Hinzu kommen die Menschen, die tagtäglich sterben und von denen die Medien keine Notiz nehmen.

Und auch ich verlor in diesem Jahr Personen, die ich liebe.

Trotz der Abschiede wünsche ich euch einen guten Rutsch und ein erfolgreiches 2017.

 

 

Ein Jahr ohne Stefan Raab

Ein Jahr ist mittlerweile vergangen, nach dem sich Stefan Raab verabschiedet hat. Wie die Zeit vergeht.

Die Nachricht darüber, dass Raab zum Ende des Jahres das Fernsehen verlassen wird, traf die Fernsehwelt stark. Tagelang berichteten die Medien. Schnell wurde klar, dass es die Fernsehlandschaft ein großes Stück ärmer macht.

Mir fehlt Stefan Raab. Nicht die tägliche Show, die seit Jahren nicht mehr das war, was sie früher einmal war. Wobei so ein bisschen vermisse ich die Show auch. Es war der Ausklang am Abend. Danach bin ich ins Bett gegangen.

Vielmehr fehlen mir die Shows von und mit ihm und vor allem fehlt mir Schlag den Raab. Das Konzept wurde zwar mit Elton weitergeführt, aber die Kombination, dass sich zwei Prominente gegenseitig duellieren, finde ich langweilig. Es fehlt die Spannung und der Ehrgeiz von Stefan Raab.

Wie sieht es ein Jahr nach dem Abschied von Stefan Raab aus?

Nach dem Abschied von ihm ist die Showlandschaft in Deutschland nicht mehr dasselbe. Es ist eine große Lücke entstanden und bis jetzt hat es keiner der neuen Formate geschafft diese Lücke nur im Ansatz zu füllen, auch wenn die Sender es versuchen.

Pro Sieben selbst probiert es mit neuen Sportshows, wie „Promi Völkerball Meisterschaften“ und demnächst die „Promi-Dart-WM“. Bei „Deutschland tanzt“ ging es auch recht sportlich zu. Der Erfolg der beiden Formate blieb aus. Es gibt aber auch ein paar gute Ideen von Pro Sieben. Mit dem „Auswärtsspiel“ wollten sie die Samstagabendshow auf ein neues Level heben und veranstalteten die Show im Haus einer Familie. Auch Joko und Klaas haben ein paar neue Konzepte ins Spiel gebracht, wie z.B. „Teamwork“ und „Die beste Show der Welt“, wo sie neue Showformate „testen“.

Auch die anderen Sender probieren es mit neuen Shows. Das ZDF probiert einiges aus. Mit Steven Gätjen, der von Pro Sieben zu ZDF gewechselt ist, haben sie einen erfahrenen Showmoderator. Leider bekommt er keine guten Formate. Der ersten Versuche war die 897354 Auflage der „Versteckten Kamera“ oder die Show „I can do that“, in der Promis Showeinlagen vortragen mussten. Das letzte Format mit ihm war „4 geben alles!“.

Die ARD bleibt bei ihren Familienshows, wie „Frag doch mal die Maus“ und „Klein gegen Groß“

RTL bleibt ebenfalls seinen Sendungen treu und zeigt wie immer „Deutschland sucht den Superstar“ und das „Supertalent“. Neues gibt es hier in Form des „Ninja Warrior Germany„.

Es sind viele neue und alte Versuche, um den Showsamstag zu beleben. So richtig funktionieren, tun sie alle nicht. Bei keinem der Formate freue ich mich auf die nächste Ausgabe. Es ist mehr ein „wenn sonst nichts kommt“ gucke ich das.

Raab hat viel für das deutsche Fernsehen getan. Vor einem Jahr gab es die letzten Folgen „TV Total“ und „Schlag den Raab“. Zum Abschied sang Stefan Raab noch einmal „One moment in time“ und verabschiedete sich endgültig von seinen Mitarbeitern und den Zuschauern.

 

Rate mal, wie alt ich bin – das neue Quiz in der ARD

Rate mal, wie alt ich bin. 17? 30? 86? Oder doch 37? Manchmal ist es nicht so einfach das Alter zu schätzen. Wenn man dann noch das genaue Alter schätzen soll, wird es noch schwieriger.

Die ARD probiert es im Vorabend mal mit etwas Neuem, und zwar einem Quiz. Man kann 100.000 Euro gewinnen, wenn man von sieben Personen das richtige Alter errät. Mit jedem Jahr, das man daneben liegt, gewinnt man weniger. Um das Alter zu erraten, sehen die Kandidaten nicht nur die Person, sondern bekommen auch einen Hinweis z. B. zu einem bestimmten Ereignis, einem Promi, ein Jahrzehnt, die Lupe oder Ereignis.

Moderiert wird die Sendung von Matthias Opdenhövel, der durch diverse Shows, wie „Hast du Töne“, „Schlag den Raab“ und alle anderen Raab Shows, erprobt ist. Ein Paar, in dem Fall Stiefvater und Stieftochter, müssen raten, wie alt die Personen ist, die ihnen vorgestellt wird. Die Personen tragen ihre Alltagssachen und werden nicht extra geschminkt.

Die Kandidaten raten anhand des Aussehens und teilweise auch anhand des Namens, der in einer bestimmten Zeit modern war. Die Personen, deren Alter geschätzt werden soll, stammen aus unterschiedlichen Altersklassen. Im Finale bekommen die Kandidaten einen letzten Kandidaten und müssen auch dessen Alter erraten. HIer bekommen sie vier Hinweise. Benötigen sie die Hinweise nicht, bekommen sie das zuvor erspielte Geld. Mit jeden Hinweis, den sie nutzen, sinkt der Gewinn um einen bestimmten  Betrag.

Matthias Opdenhövel moderiert das souverän, wie immer. Ob sich das Format lange hält, lässt sich nicht sagen. Vielleicht nutzt sich das einfache Raten vom Alter nach ein paar Sendungen ab. In Frankreich, wo das Format herkommt und erfolgreich ist, funktioniert es. Bei „Rate mal, wie alt ich bin“ kann der Zuschauer sehr gut mitraten und sich selbst einschätzen, wie gut er darin ist.

Das Studio ist für eine Vorabendsendung recht groß und schön anzusehen mit einigen Effekten.

Nissa bekommt eine zweite Chance bei Pro Sieben

Pro Sieben versucht mit „nissa“ es noch einmal Enissa Amani zu etablieren. Im Frühjahr wollte Pro Sieben eine Late Night Show mit ihr, was scheiterte. Die negativen Kommentare zur Show waren einfach zu viele und auch die Quote stimmte nicht. Die Zuschauer waren Stefan Raab gewöhnt und wollten ihn zurück. Obwohl Studio Amani sich vom Aufbau nicht so stark unterschied. Es gab ein Stand-up, Musik, Gäste und Einspieler, in denen sich Enissa Amani auch mal zum Affen machte. Trotzdem war es anders und wurde nicht angenommen. Nach der ersten Staffel war Schluss.

Jetzt versucht man es erneut mit ihr. Das Konzept ist anders. Die Sendung heißt nur noch „nissa – Geschichten aus dem Leben“. In Stand-ups erzählt sie Geschichten aus ihrem Leben. Nora Tschirner spielt dabei ihre beste Freundin und Sabine Vita übernimmt den die Rolle als Psychotherapeutin. Beide Rollen sind nicht weiter wichtig.

Pro Sieben zeigt zwei Folgen hintereinander. Warum macht man nicht gleich eine längere Sendung, wenn man das schon so programmiert?

Pro Sieben sucht scheinbar im Archiv der 90er bzw. 2000er-Formate. Die Sendung besteht aus dem klassischen Stand-up und ein paar Einspieler. Die Einspieler hat man schon bei „Lady Kracher“ oder den „Dreisten Drei“ in besser gesehen. Anders als bei den klassischen Sketch-Comedy-Sendungen liegt der Fokus eher auf dem Stand-up. In einer Folge gibt es nur 3-4 Sketche, die man auch eigentlich weglassen könnte, weil sie vorhersehbar sind. Der Rest ist ein typischer Stand-up von Enissa Amani. Sie erzählt von ihrem Leben, z. B. aus der Zeit nach der Schule, Geschichten mit Freunden oder ihr Leben als bekannte Persönlichkeit in den sozialen Netzwerken, die sie sehr stark nutzt. Alles schon mal gehört, obwohl ich nicht sehr viel von ihr kenne. Vielleicht wäre es mal Zeit für neue Themen von ihr.

Mal sehen, wie hoch die Quote von nissa sein wird und wie sich das in den nächsten Wochen entwickelt. Die Kritik bei Twitter fällt nicht sehr positiv aus. Vielleicht sind sie noch von Studio Amani geschädigt. Morgen früh wissen wir mehr.

Was haben die Kameraleute genommen? Da wird schnell rein und wieder raus gezoomt oder die Kamera wackelt. Vielleicht haben die Personen früher bei Viva und MTV gearbeitet und meinen noch heute, dass schnelle Kamerabewegungen jung und modern wirken. Oder soll das dem Youtuberstil nachempfunden sein, weil die alles aus der Hand filmen und selten mit Stativ? Dem Zuschauer wird eher schlecht davon. Eine professionelle Produktion ist kein Youtubervideo, auch wenn man die junge Zielgruppe ansprechen möchte.

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