Circus Halli Galli schließt die Pforten

Circus Halli Galli endet heute. Ja, das ist noch ein Text darüber. Viele Texte wurden schon geschrieben und ich schreibe auch noch einen darüber, aber die Beiden haben mich gefühlt seit zehn Jahren begleitet. Das klingt jetzt so, als würde die Beiden für immer von der Bildfläche verschwinden.

Nach acht Jahren endet MTV Home, neoParadise und Circus Halli Galli. Von MTV zu ZDFneo endet die Reise nun bei ProSieben. Ganz ist die Reise noch nicht zu Ende. Die Abendformate von Joko und Klaas gehen weiter, nur Circus Halli Galli endet nach neun Staffeln. Die Ankündigung des Endes liegt schon ein bisschen zurück, deshalb hatte sie Zeit sich zu verabschieden, was sie meiner Meinung nach auch getan haben. In der letzten Staffel drehten sie noch mal richtig auf. Scheinbar mit der Prämisse „Was soll ProSieben schon machen?“, es ist die letzte Staffel. Sie erfüllten sich noch einige Wünsche, alte Rubriken kamen noch einmal vor, Liveshows usw.

Circus Halli Galli

Screenshot Circus Halli Galli

Die letzten zwei Jahre habe ich die Sendung nur noch sporadisch geguckt, weil sie sich in meinen Augen nicht mehr so viel Mühe geben haben und nur noch die Rubriken wiederholten, die mir nicht zusagten. „Bei Anruf Udo“ und das ewig Hingehalte von „Aushalten nicht lachen“ ist bei der x-ten Wiederholung nicht mehr lustig gewesen. Zwischendurch kam mal „was mit Saufen“ aber es fehlte an Tiefe, die nur noch manchmal aufblitzte. Bei MTVHome und neoParadise versuchte man sich zumindest an einer gewissen Tiefe mit Aktionen, wie „Stehen, damit es weitergeht“. Bei Circus Halli Galli war es oft nur der „Haudrauf“ Humor. Dennoch war es eine Spielwiese, auf der sich die Produktion hätte austoben können, was sie leider in den letzten Staffeln nicht genutzt haben. Deshalb ist es gut, dass die Beiden jetzt aufhören (vielleicht schon ein Jahr zu spät).

Die letzte Staffel endete emotional schon in der vorletzten Folge mit einem „Rock am Ring“ Spezial. Es wurde noch einmal „Angels“ von Robbie Williams gesungen, wie schon 2010 in einem „Wenn ich du wäre XXL“. Olli Schulz tauchte ein letztes Mal auf.

Die gesamte letzte Staffel war gut. Es gab einige Liveshows mit Livewerbung. Man hatte das Gefühl, dass sich das Team noch mal reinlegt und ein gutes Ende zeigen will, was in den 2-4 Staffeln davor nicht mehr der Fall war. Es war die Luft raus. Matthias Schweighöfer war in jeder zweiten Ausgabe als „Gast“. Die beiden gingen kaum noch raus und ließen die anderen mal machen.

Trotzdem ist es schade, dass damit eine Ära endet. Ein Lichtblick zwischen den zahlreichen „The Big Bang Theory“ Wiederholungen. Wie schon bei TV Total mit Stefan Raab, hätte die Show neue Impulse benötigt, aber man sah sie und freute sich, dass sie noch laufen. Ohne TV Total und ohne Circus Halli Galli fehlt dann doch etwas im Fernsehen.

Trotzdem darf man gespannt sein, wie sich die verbleibenden Formate der Beiden bei ProSieben entwickeln und welche Neuen dazu kommen.

Die letzte Sedung

Die Sendung beginnt dem Rückblick, den sie schon bei der Ankündigung des Endes veröffentlicht haben. Im Publikum sitzen viele Wegbegleiter. Oma Violetta ist in Form eines Bildes da, weil es ihr gesundheitlich nicht so gut geht. Danach kommt mal wieder was mit saufen in Form eines Beitrages, indem Partygänger erzählen, wie sie sich die letzte Sendung vorstellen. An der Stelle merkt man wieder, dass die Show über dem Zenit ist. Der typische Haudrauf Humor. Danach treten Casper und Cro auf. Endlich wird es emotional als Palina die Bühne betritt. Alle Drei erzählen von den Anfängen, wie sie sich gefunden haben. Das sind die Momente in der Show, die es dann doch noch zu einer angemessenen finale Folge machten.

Mit einer rührenden Rede und einer wahnsinns Sequenz, in der alle Mitarbeiter und Wegbereiter mit der MTV Home Musik zu sehen sind, verabschieden sich Joko und Klaas von ihrer Show.

Danke, Circus Halli Galli.

PS: Natürlich war Schweighöfer auch in der letzten Show.

Bares für Rares im XXL Format

Das Erfolgsformat Bares für Rares beim ZDF hat es in das Abendprogramm geschafft. Trödelmärkte sind beliebte Orte und so wurde es Zeit, dass diese auch ins Fernsehen kommen. Das erste eines solchen Formates in Deutschland ist Kunst und Krempel vom Bayrischen Rundfunk, dass seit 1985 läuft. Kunst und Krempel ist eine Adaption des britischen Formates „Antiques Roadshow“, die seit 1979 läuft. Man sieht also, dass das Format Trödel schon länger ein Thema ist. Seit Mitte der 2000er trat das Thema wieder mehr in den Vordergrund. Beim WDR gab es den Trödel-King und ein paar Jahre später feierte RTL2 mit dem Trödeltrupp Erfolge.

Bares für Rares

Screenshot ZDF

Die Menschen entmüllten ihre Keller, Dachböden und Garagen während die Kamera und nette Trödelexperten ihnen dabei halfen. 2013 sprang dann das ZDF auf den Trödelmarkt mit auf. Schon nach kurzer Zeit war Bares für Rares das erfolgreichste Format im Nachmittagsprogramm. In den letzten Monaten versuchte das ZDF weitere Trödelformate zu etablieren, wie „Clever abgestaubt“ und „kaputt und … zugenäht!“.  Das erfolgreichste bleibt aber „Bares für Rares“ mit Horst Lichter. Nach diesem Erfolg, sieben Staffeln und über 450 Ausgaben hat es das Format in das Abendprogramm geschafft.

Man stellte Horst Lichter Steven Gätjen zur Seite und transportierte die Produktion ins Schloss Ehreshoven. Das Konzept bleibt ähnlich der Nachmittagssendung. Personen können ihre Gegenstände einem Experten aus dem Expertenteam vorstellen. Dieser bewertet den Gegenstand und gibt auch einen Wert des Gegenstandes an. Liegt der gewünschte Preis, des potenziellen Verkäufers und des Experten in der Nähe des Verkäufers oder drüber, bekommt der Verkäufer die Händlerkarte. Mit dieser Karte kann er zu den Händlern und seinen Gegenstand verkaufen. In der Abendshow hat man das Ganze ein bisschen aufgebauscht, sodass man statt fünf sieben Händler hat. Außerdem sind neben Normalos auch Prominente, die Gegenstände von sich anbieten. Mit dabei sind Boris Becker, Bernhard Hoëcker, Thomas Hermans sowie Rosi Mittermaier und ihr Mann Christian Neureuther.

In schöner Kulisse werden im Schlosshof die Experten befragt. Im Hintergrund die Rentnerausflugsgruppe. Nach dem Experten geht es ins Schloss zu Steven Gätjen, der dort noch mal die potenziellen Verkäufer sowie die Familien befragt. Die Familien dürfen dann über einen Monitor die Verhandlungen im Saal sehen.

Die Prominenten hätte es nicht gebraucht, vor allem, wenn es Prominente sind, wie Boris Becker, die ihr Gesicht in jeder Show in die Kamera halten. Auch die Rolle von Steven Gätjen ist irgendwie überflüssig. Er interviewt nur kurz die Verkäufer und das war es dann auch. In der Nachmittagsausgabe funktioniert es auch ohne Moderation.

Fazit:

Eine längere Ausgabe von Bares für Rares ist schon gut, aber es braucht nicht diese Kulisse, die Prominenten, den größeren Händlertisch und auch nicht Steven Gätjen. Bei einigen Objekten der Prominenten gab es eine höhere Summe, weil sie unterschrieben wurden und das Geld einem guten Zweck zu gute kam.

Es wurden zwei Folgen produziert. Die zweite Ausgabe zeigt das ZDF am 13. Juli.

Global Gladiator Big Brothers

Global Gladiator läutet langsam das Sommerloch im Fernsehen ein. Der Name klingt, wie ein spektakuläreres Reisemagazin. Am Ende ist es aber nur eine Realityshow mit acht Prominenten. Die teilnehmenden Prominenten sind die üblichen Personen, die ihr Gesicht immer in die Kamera halten. Mit dabei sind Oliver Pocher, Lilly Becker, Pietro Lombardi, Larissa Marolt, Ulf Kirsten, Nadine Angerer, Mario Galla und Raúl Richter.

Was passiert in der Show? Die acht Prominenten müssen spektakuläre (hat Markus Lanz den Text geschrieben?) Challenges absolvieren. Die Promis leben der gesamten Zeit in Frachtcontainer, die natürlich videoüberwacht sind. Also das übliche Big Brother Setting. Das Ganze findet in Namibia statt. Die Promis werden in zwei Teams aufgeteilt. Die Teams müssen spektakuläre (schon wieder der Lanz) Aufgaben zu Wasser, zu Land und in der Luft bewältigen. Nach jedem Tag kann das Gewinnerteam einen Prominenten aus dem gegnerischen Team nach Hause schicken. Moderiert wird das Ganze vom ehemaligen joiz-Moderator Maurice Gajda. Elmar Paulke kommentiert überflüssigerweise das Ganze bzw. ist er die Offstimme. Da hätte man sich ruhig jemand anderes suchen können.

Nach einer halben Stunde ist die erste Challange beendet und die Teams sehen das erste Mal ihre Behausung für die nächsten vier Wochen. Ein Transportcontainer ohne Fenster, dafür mit Dreifach-Stockbetten, einen Herd und Spüle. In diesem Transporter werden sie zur nächsten Location transportiert.

Nach einer halben Stunde Spiel folgt eine halbe Stunde lang ein Einblick über das gemeinsame Zusammensein in Big Brother Manier.  Die Wahl der Prominenten ist natürlich so gewählt, dass es schnell zu Streitigkeiten unter den Promis kommt.

Die drei Stunden Sendung verlaufen immer im Wechsel Spiel und Streitigkeiten. Bei den Spielen ist bei einer halben Stunde kaum Abwechslung. Nach und nach sieht man die acht Kandidaten ins Wasserspringen oder sie spielen Polo auf einem Quad. Es wiederholt sich viel. Dazu kommen noch etliche Zeitlupen von den Sprüngen, was das Ganze noch mehr verlängert.

Es gibt aber auch emotionale Augenblicke, wie die Fahrt in das nächste Camp, wo die Teilnehmer Zeit haben sich zu unterhalten. So erzählt Oliver Pocher von seiner Kindheit und Lilly Becker, dass sie eine Waise ist.

Es gibt sechs Folgen von Global Gladiator, die jeweils am Donnerstag um 20:15 Uhr bei Pro Sieben laufen.

Mensch Gottschalk – Das bewegt Deutschland

Gottschalk wechselt zurzeit zwischen den Sendern hin und her. Heute ist er bei RTL und darf zum zweiten Mal mit seinem Format Mensch Gottschalk am Sonntagabend ran. Die erste Ausgabe lief letztes Jahr im Juni.

Thema der Show sind Themen, die Menschen bewegen, also „Menschen, Bilder, Emotionen“, RTLs Jahresrückblick im Juni. Diesmal ist es noch früher.

Den ersten Promobesuch macht David Hasselhoff, der den neuen Baywatch Film promotet. Zwei schöne Frauen dazu und schon ist die Promo perfekt.

Es erfolgt ein Wahlwerbespot der SPD getarnt als Gespräch mit Sigmar Gabriel. Danach sitzt Caroline Beil im Studio und redet über Beziehungen, mit großem Altersunterschied. Bewegende Themen. Nicht wirklich. Es ist mehr eine abgespeckte Version von „Menschen, Bilder, Emotionen“ und statt Jauch sitzt Gottschalk als Moderator auf dem Sofa.

Wir hängen zu viel am Smartphone. Dazu hat man sich Die Lochis für die junge Generation und Janine Kunze, als Mutter von drei Kindern sowie einen Experten eingeladen. Wirklich tiefgründig kann man das Thema in fünf Minuten nicht diskutieren, weil dann Adel Tawil auftreten muss. Auf einmal tanzen Menschen in bunten Klamotten durchs Studio. Bin ich noch bei Mensch Gottschalk oder träume ich?

Danach folgt ein ernstes Thema mit einer kleinen „Außenwette“. Der Sachverständiger wettet, dass er in ein paar Minuten in ein Haus, der Zuschauer aus dem Saal einbrechen kann. Danach folgt eine richtige Außenwette. Gottschalk wettet mit Mick Schuhmacher, dem Sohn von Michael Schuhmacher, dass er mit dem Auto schneller von Cannes nach Monaco fahren kann, als Mick mit dem Schnellboot. Er verliert natürlich.

Danach wird thematisch mal wieder gesprungen. Carolin Kebekus wird zum Thema Unterschied zwischen Männer und Frauen in der Gesellschaft befragt. Ihre sehr guten Ansichten zu dem Thema werden durch überflüssige Einspielfilme nicht wirklich unterstützt. Man merkt, dass sie viel lieber über ein Hilfsprojekt sprechen möchte, dass sie unterstützt, doch Gottschalk wirkt sie ab, weil die nächsten Gäste hinter der Bühne warten.

Um kurz vor 11 Uhr wird dann noch das schwierige Thema des bedingunglosen Grundeinkommens mit Sarah Wagenknecht diskutiert.

Helene Fischer war natürlich auch da. Zurzeit ist sie in jeder Show, die nicht bei Drei von der Bildfläche verschwunden ist. Damit man mehr Zeit mit ihr hat, muss die Gästin vorher schon nach einer Minute wieder gehen. Die Fans rasten aus. Das Pfeifkonzert vom DFB-Pokal wird kurz angesprochen, dann noch ein Spiel und am Ende singt sie.

Die Show wirkt sehr zusammengewürfelt. Die Show soll zeigen, was die Menschen bewegt, aber so richtige Themen dazu haben sie nicht. Im letzten Jahr waren die Themen emotionaler. Damals wurde über die Anschläge in Paris gesprochen oder mit Menschen, die während des Hochwassers im Süden, vor dem Nichts stehen. Diesmal gibt es keine normalen Menschen, die von ihrem Schicksal erzählen können, weil man diesmal auf eine Show mit Prominenten gesetzt hat.

Auch die Länge von Mensch Gottschalk ist zu lang. Offizielles Ende ist 23:30 Uhr, sehr spät für den Sonntagabend. Am Samstag sind solche Zeiten normal, aber für einen Sonntag ist es für die arbeitende Bevölkerung zu spät.

It’s Showtime oder Supertalent?

It’s Showtime! Das Battle der Besten, die neue Show bei Sat. 1. Ist es nicht noch ein bisschen früh für die neue Supertalent Staffel? Ups, falscher Sender. It’s Showtime ist ähnlich dem Supertalent nur ohne Daniel Hartwich. Moderiert wird von Wayne Carpendale und seiner Frau Annemarie. Und auch hier gibt es eine Jury, die aus drei Leuten besteht. Bei Sat. 1 sind das Michelle Hunziker, Michael „Bully“ Herbig und Sasha. Wie auch beim Supertalent können Menschen ihre Talente darstellen und werden von der Jury bewertet. Nur Dieter Bohlen fehlt. Es treten die üblich Verdächtigen an. Es gibt also Tänzer, Sänger, Artisten, Magier und Comedians, die in unterschiedlichen Kategorien antreten.

Ein bisschen anders ist dann doch. In den Kategorie treten drei Talente gegeneinander an. Die Jury bewertet diese und das Studiopublikum darf am Ende über den jeweiligen  Gewinner der Kategorie abstimmen. Die Artists kommen aus der ganzen Welt. Leider sind die Kategorien teilweise nicht so gut eingeteilt. So gibt es die Kategorie „Oldie but Goldie“, wo zunächst eine 66-Jährige Dame Poledance macht und dann folgt eine ältere Tanztruppe gegen die Dame an. Die Performance, der Herren war gut gemacht, aber nicht außergewöhlich, was bei der Dame schon mehr „Talent“ benötigte. Der Dritte in der Kategorie war wieder in Artist.

Immerhin hält man sich mit den Einspielfilmen zurück und stellt die Kandidaten nur kurz vor. Der ein oder andere Schicksalsschlag ist dann doch dabei, aber man fokussiert es nicht, sondern bleibt beim Wesentlichen.

Die Talente hat man alle schon mal irgendwo gesehen. Nach so vielen Jahren Supertalent und Deutschland sucht den Superstar ist es schwierig noch etwas Neues, Einzigartiges und Frisches zu finden, was begeistert.

Nach dem Schnittdebakel von „Little Big Stars“ hat Sat. 1 diesmal dazugelernt und den Schnitt nicht dem Vorbild „Supertalent“ angepasst. Der Schnitt, die Lichtstimmung und auch die Bühne sind schön gestaltet. Dennoch passt der ein oder andere Schnitt nicht zum Bild, aber das ist in anderen Shows auch nicht anders.

Sat. 1 zeigt sechs Folgen von It’s Showtime! Das Battle der Besten jeweils am Sonntagabend.

Von dem Konzept am Sonntagabend eine Samstagabendshow zu zeigen, bin ich noch nicht überzeugt. Man versuchte es schon mit den The Voice Formaten, aber irgendwie ist mir am Sonntagabend nicht nach Show. Auch die Länge spricht nicht für ein Showformat. Die erste Ausgabe geht bis halb 12. Eine Zeit, wo viele schon schlafen, weil sie nächsten Tag früh zur Arbeit müssen. Am Samstagabend kann man hingegen schon mal länger wach bleiben. Wahrscheinlich will man nur der Samstagabendshowkonkurrenz entgehen, die bei RTL oder auch die öffentlich-rechtlichen Sender laufen. Dann sollte man vielleicht die Showlänge anpassen und nur bis 22:30 Uhr senden.

Little Big Stars – Kinderquatsch mit Thomas

Neutwitterer Thomas Gottschalk (@herbstblond) ist mit einer Show zurück. Little Big Stars heißt das Format, und wie der Name schon andeutet, beschäftigt sich die Show mit Kindern und ihren Talenten. Es handelt sich um keine Casting Show oder ein Wettbewerb unter den Kindern. Die Kinder zeigen, was sie können und lassen die Zuschauer staunen. Das Format ist eine Adaption der Show „Little Big Shots“ aus den USA, das von Moderatorin Ellen DeGeneres und Komiker Steve Harvey gemeinsam für NBC entwickelt wurde und schon in die zweite Staffel ging. In den USA hat Gottschalk das Format gesehen und war begeistert, sodass er das Angebot, die Show zu moderieren, annahm. Ihn reizte der improvisierende Teil der Show, den er in seinem Ausflug zu „Deutschland sucht den Superstar“ vermisst hatte.

Die Show beginnt mal wieder mit einer Zusammenfassung, der besten Szenen. Jetzt kann man eigentlich schon abschalten. Das ist auch so ein neuer Trend, dass man den Zuschauer spoilert.

Schönes Studio. Gottschalk moderiert souverän und lustig wie immer. Er kann gut mit den Kindern umgehen. Warum hat sich Sat. 1 den Cutter vom Supertalent geholt? Eingespieltes Klatschen, eingespielte Lacher, die Publikumsreaktion passt nicht zum Gezeigten, sehr schnelle Schnitte, Standing Ovations vom Publikum bei jedem Kind und auch so manche Reaktion von Gottschalk wirkt falsch reingeschnitten. Man könnte echt meinen, dass Gottschalk jetzt das Supertalent Kids moderiert. Immerhin bleibt uns Dieter Bohlen erspart und das Studio ist ganz schön.

Ach ja, die Kinder. Den Begriff Talent kann man sehr weit dehnen. Zum einen gab es ein norwegisches Mädchen, die mit ihrer Stimme jeden DSDS Kandidaten zehn Kilometer hinter ihn lies und einen Jungen, der Pi aufsagen konnte. Auf der anderen Seite gab es einen sechs jährigen Jungen, der Insekten kochte und eine Cheerleading Gruppe.

Sat. 1 zeigt drei Ausgaben der von Little Big Stars immer sonntags. Ob das so gut ist, eine Show gegen den heiligen Tatort zu senden, werden die Quoten zeigen.

Clever abgestaubt – das Trödelquiz

Das Regal müsste mal wieder clever abgestaubt werden. Das hat sich das ZDF auch gedacht und ein weiteres Trödelformat ins Programm genommen. Genauer hat ZDFneo mit „clever abgestaubt“ ein neues Format. Es ist kein reines Trödelformat. Das ZDF dachte sich, man könne Trödel und ein Quiz kombinieren und daraus eine Show machen. Moderiert wird von Steven Gätjen.

Wie kombiniert man also Trödel und Quiz? Man lässt die Kandidaten den Wert von Trödel bzw. antiken Gegenständen raten. Drei Kandidatenpaare treten gegeneinander an. Durch Beantworten von Fragen können sich die Gegenstände gesichert werden. In den folgenden Runden kann aus der Sammlung der anderen beiden Teams „geklaut“ werden. Gewonnen hat das Team, dass am Ende die höchst geschätzte Sammlung sich erspielt hat. Das Siegerteam erhält am Ende Geld in Höhe des teuersten Stücks.

Lead-in bildet mit „Bares für Rares“ Wiederholungen eine gute Einstimmung in das Thema. Hat man die Folge gesehen, kann man einschätzen, dass alte Füller von Pelikan auch mal 1000 Euro wert sind.

Bei clever abgestaubt gibt es Gegenstände im Wert von 0 bis 3000 Euro. Die Kandidaten dürfen die Gegenstände am Anfang in Ruhe begutachten. Ein Gutachter kommentiert das, was aber überflüssig ist, weil es weder inhaltlich hilft oder lustig ist. Bei den Fragen handelt es sich um allgemeine Fragen und keine trödelspezifischen Fragen, wodurch das Zuschauer auch mitraten kann.

Steven Gätjen moderiert das in seiner ruhigen und witzigen Art, aber viel hat er nicht zu tun, wenn er die Fragen vorliest. Man hat das Gefühl, dass er erst mal durch alle Format geschleust wird, aber bisher passt nur das Kinoformat zu ihm.

Das Studio ist etwas lieblos gestaltet, wenn man die ZDF Studios der anderen Trödelformate vom ZDF kennt. Das Studio sehr leer und für nur wenige Personen und keine Aktion verläuft sich die Größe.

ZDFneo hat zunächst 20 Folgen produziert und zeigt diese montags bis freitags um 19:30 Uhr.

Kerners Köche kochen wieder

Kerners Köche kochen wieder für die Zuschauer. Und noch eine Kochshow bzw. wieder eine Kochshow. Wobei es nicht mehr so viele davon gibt und der Trend zum Trödeln geht.

Kerner kocht also wieder im ZDF bzw. lässt kochen. Das haben sie schon mal gesehen? Ja, das gab es schon mal 2005 bis 2008. Fünf Fernsehköche kochten wöchentlich im Fernsehen. Der Beginn des Kochshowtrends (der Neuzeit). Später übernahm die Sendung Markus Lanz und hoffentlich geht „Böhmi brutzelt“ bald in Serie. Damals wurde ein 5-Gänge-Menü zubereitet. Die Köche probierten das Essen der anderen und gaben Essensproben ins Publikum. Bei Lanz blieb das Format zunächst gleich. Am Ende passte man das Konzept leicht an, sodass die Gewinner aus der Küchenschlacht ebenfalls ein Gericht beisteuerten oder sie saßen als Probierer im Publikum.

Fünf Jahre nach der Absetzung der Sendung 2012 wird wieder gekocht. Kerner übernimmt wieder. Doch einige Sachen sind neu. Der Sendeplatz z. B. so wurde früher am späten Freitagabend gekocht und jetzt am Samstagnachmittag auf dem Sendeplatz von „Lafer! Lichter! Lecker!“. Das Studio wurde modernisiert und ist nicht mehr die Kulisse von Kerners/Lanz’ Talkshow. Die Köche haben endlich mehr Platz und sind sich nicht mehr selbst im Weg.

Die kürzere Sendezeit lässt nur noch Platz für vier Köche und Gerichte. Die größte Veränderung ist ein Bewertungssystem, mit dem sich die Köche gegenseitig verdeckt bewerten und Punkte verteilen. Früher war es eine gemütliche Runde, die zusammen gekocht hat, jeder Koch hat das Essen des anderen probiert und seine Meinung gesagt und nun artet es wieder in einem Wettbewerb mit einem Sieger aus. Meines Erachtens überflüssig. Das gemeinsame Probieren und Kritisieren war damals sehr angenehm. Die Köche sagten ihre Meinung, die nicht immer positiv war, und damit hat das gereicht.

Ob der Sendeplatz für Kerners Köche günstig ist, wird sich zeigen. Die 12 geplanten Folgen laufen bis in den Sommer rein. Ob die Zuschauer am Samstagnachmittag bei schönem Wetter nicht etwas besseres zu tun haben und lieber etwas unternehmen? Immerhin liefen auf dem Sendeplatz sonst Wiederholungen und das ZDF probiert es mit neuen Folgen.

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